Gerichtsposse wird zur endlosen Geschichte

Prozess um ein Zitat in einem nd-Interview vor dem Berliner Landgericht vertagt

  • Von Peter Kirschey
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Dauerte der erste Prozess um ein Zitat in einem nd-Gespräch in der ersten Instanz vor dem Amtsgericht eine Stunde, war er im zweiten Anlauf vor dem Landgericht schon nach zehn Minuten beendet.

Es begann alles mit einem Interview im »nd«, veröffentlicht am 1. November 2014. Darin blickte der Buchautor und Antifa-Aktivist Bernd Langer zurück auf die linke Szene der 80er und 90er Jahre. Und er erklärte, warum aus seiner Sicht antifaschistische Aktionen in dieser Zeit immer mehr zurückgingen. Es folgte eine Formulierung, die das Gemüt eines Mannes erregte. Das des ehemaligen Generalbundesanwalts Alexander von Stahl. Er witterte in jenen zwei Sätzen eine Straftat. Das Zitat, das die juristische Auseinandersetzung auslöste, lautet: »Aber es gab auch später noch militante Aktionen, zum Beispiel ein koordinierter Anschlag gegen die ›Junge Freiheit‹ 1994. Wenn man das liest, wie das bei denen reingehauen hat - die konnten ihre Zeitung fast zumachen - , war das eine Superaktion gewesen.« Ende des Zitats. Um das Wort »Superaktion« rankt sich nun das Klagebegehren der Berliner Staatsanwaltschaft.

Sie folgte damit treu und brav ihre...


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