Der Milliardär braucht Geld

Trump will Wahlspenden

Wenn heute im Bundesstaat Oregon der republikanische Präsidentschaftskandidat gewählt wird, hat Donald Trump nichts zu befürchten: Er ist als einziger Bewerber beim Abstimmungsmarathon übrig geblieben. Und doch tut sich Bewerkenswertes in seiner Kampagne - der mutmaßliche Multimilliardär braucht Geld.

Lange hat der Immobilientycoon so getan, als ob er die enormen Kosten für den Einzug ins Weiße Haus - Barack Obamas Wahlkampf 2012 kostete 721 Millionen Dollar - aus der Portokasse zahlen könnte. Er wolle darauf verzichten, Spenden einzutreiben, prahlte Trump und erklärte diese Unabhängigkeit zum Alleinstellungsmerkmal. Wie das Internetportal Open Secrets enthüllte, war das wie vieles bei ihm nur Pose. Über zehn Millionen Dollar Zuwendungen habe er bisher schon erhalten. Doch das Finale dürfte nach seiner Schätzung bis zu 1,5 Milliarden Dollar kosten Kann sich Trump das leisten? Ist er zehn Milliarden Dollar schwer, wie von ihm behauptet? Der Finanzbericht, den Trump als Präsidentschaftsbewerber vorlegen musste, bestätigt nur ein Vermögen von 1,5 Milliarden Dollar. Die Veröffentlichung seiner Steuererklärung zögert er weiter hinaus - weil sie »vermint« ist, wie sein Vorgänger Mitt Romney vermutet? Trump will 2014 etwa 362 Millionen Dollar (317 Mio Euro) verdient haben, ohne Zins- und Dividendeneinkünfte. Das »Wall Street Journal« kommt nach einem Kassensturz zu anderen Größenordnungen: »Trumps Einkommen vor Steuern wird in diesem Jahr bei rund 160 Millionen Dollar liegen.« So oder so, auch Trump müsse sich nun in die fiskalischen Niederungen des Wahlkampfs begeben, so die Zeitung.

Nur dass es ihm dort an Organisationskraft fehlt, um die Klein- und größeren Spenden von Anhängern bis zu 2700 Dollar zu bündeln. Deutlich höhere Summen können sogenannte Politische Aktionskomitees (PAC und Super-PAC) einwerben, doch dürfen sie keine direkte Werbung für Kandidaten machen. Deshalb will der selbst ernannte Parteirebell das Netzwerk der Republikaner nutzen. Aber die Führung der »Grand Old Party« und große PAC-Geldgeber stellen Bedingungen, wie die »New York Times« berichtete. Das wäre es dann mit der viel beschworenen Unabhängigkeit.

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