nd-aktuell.de / 30.07.2016 / Kultur / Seite 29

Heinrichs Höflinge

Von Monika Salz

Monika Salz

Heinrich der VI., Sohn von Kaiser Barbarossa, war bereits mit vier Jahren gekrönt worden. Eine Bilderbuchkarriere also. Richtig zu Hause war er indes nirgends. Er musste, um es beherrschen zu können, unermüdlich im Reich umherreisen. Hier setzt unser Spiel ein. Wir sind nämlich die Fürsten, die Heinrich begleiten - und dabei versuchen, unseren Einfluss geltend zu machen. Die Spieler erhalten Siegpunkte für erfüllte Aufträge wie das Besetzen von Amtssitzen. Unterstützt werden sie dabei durch Adlige und Gefolgsleute, die mittels Holzfigürchen ins Spiel kommen. Hier müssen nun Mehrheiten gebildet werden. Es werden auch Holztruhen gesammelt, die dem Spieler Vorteile, Privilegien oder Siegpunkte bringen. Fünf Runden mit jeweils drei Spielzügen werden gespielt, bevor der Sieger feststeht.

»Die Staufer« sind ein komplexes, gut funktionierendes, ausgewogenes, ja, durchaus tief gehendes Mehrheitenspiel. Die umfangreiche Regel erklärt den Spielablauf ausführlich und gut. »Die Staufer« sind ein gutes Spiel für all diejenigen, die ihre Spielzüge gerne genau planen. Einziger Wermutstropfen: Die Ausstattung ist nicht sehr prickelnd, so dass man sich in die Zeit Heinrich des VI. nur mit Mühe versetzt fühlt.

»Die Staufer« von Andreas Steding, Hans im Glück, für zwei bis fünf Spieler ab 12 Jahre, ca. 40 Euro