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Das Ziel ist nicht der Weg, sondern im Weg

  • Von Walter Kaufmann ⋌Foto: Chris Gonz
  • Lesedauer: 2 Min.

Wenn die Grundidee stimmt, geht alles. Und sie stimmte. Michael Frowin (Regie und Buch) und Philipp Schaller haben für ihr »Wenn Deutsche über Grenzen gehen ODER: Das Ziel ist im Weg«, dem 146. Distel-Programm, das am 6. Oktober in Berlin Premiere hatte, einen Pfarrer, eine Schulleiterin und einen Spulenwickler auf den Jakobsweg geschickt. Irgendwo im Nirgendwo werden die drei durch ein heftiges Gewitter in eine Schäferhütte gespült und dort lange festgehalten - das passt den Aussteigern gar nicht. Sehr bald beharken sie sich, geraten heftig in Streit. Aufgebracht offenbaren sie sich zur Lage im Land, zum Klimawandel (»diese verfluchten Regengüsse in der Trockenzeit!«), zur Flüchtlingskrise (»Oh, wie sich mit den Syrer alles verdreht hat!«) und überhaupt: Überall in der Welt lodert es, wo man hinguckt brennt’s! Es scheint ihnen, dass die Demokratie zerbröckelt, und privat bröckelt es auch.

»Männer«, schreit die Schulleiterin, »drei Wochen am Stück mit nur dem einen. Nicht auszudenken!« Dass sich die drei dann doch wieder und wieder zu spritzigen Songs zusammenfinden, zu humorvoll-satirischen Gesängen, dabei schön rhythmisch das Tanzbein zu schwingen verstehen, löst Lachstürme aus und stürmischen Zwischenapplaus - den haben sie sich redlich verdient, der Timo Doleys, die Caroline Lux, der Stefan Martin Müller. Weil sie einmalig in ihrer Eigenart sind, kabarettistische Mimen erster Güte, die den Distel-Besuch zum Erlebnis machen.

Walter Kaufmann Foto: Chris Gonz

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