nd-aktuell.de / 02.05.2019 / Berlin / Seite 11

Lauter Protest gegen AfD-Fest in Pankow

Mehrere Hundert Menschen protestierten am 1. Mai lautstark gegen ein »Bürgerfest« der Rechtsaußenpartei im Berliner Ortsteil Blankenburg

Marie Frank

»Ob Ost, ob West, nieder mit der Nazipest«, hallt es durch die beschaulichen Straßen des Berliner Ortsteils Blankenburg. Rund 500 Demonstrant*innen haben sich dort am Mittwoch versammelt, um gegen ein sogenanntes Bürgerfest der AfD zu protestieren. Begleitet von einem Hubschrauber der Polizei läuft die Menge skandierend durch die Straßen bis zum AfD-Fest, wo beide Seiten durch Absperrgitter und Polizist*innen auseinander gehalten werden. Die gesamte Strecke bis zum Dorfanger ist dabei mit AfD- und NPD-Plakaten gesäumt.

»Wir sind heute hier, damit wir die rechte Party crashen«, tönt es aus dem Lautsprecherwagen, gefolgt von lautem Klatschen der überwiegend jungen Demonstrant*innen. Die Stimmung an diesem sonnigen Nachmittag ist gut, die Teilnehmer*innen freuen sich, dass die AfD bei ihrem Fest von der Polizei umzingelt ist: »AfD, was für ein Scheiß! Barbecue im Bullenkreis!«, steht auf dem Fronttransparent und wird von der Menge immer wieder skandiert. Neben jungen Antifas sind auch LINKE, Grüne und Gruppen wie »Pulse of Europe« und »Willkommen in Reinickendorf« gekommen, um gegen rechte Hetze und Ausgrenzung zu demonstrieren. Am Rand tollen ein paar Demo-Clowns über die Wiese.

Auf der Abschlusskundgebung nur wenige Meter vom AfD-Fest entfernt, auf dem sich bis zum Nachmittag nur wenige Teilnehmer*innen eingefunden haben, gibt es Redebeiträge von Sea Watch und den Pankower Frauen gegen Rechts sowie ein Hip Hop-Konzert der Berliner Rapper Refpolk und Pyro One. »Nazis machen sich zunehmend in den östlichen Randbezirken breit, dem wollen wir etwas entgegen halten«, sagt Pyro One, der selbst aus Ostberlin stammt und als Jugendlicher in der Gegend Fußball gespielt hat. Wie viele der anderen Demonstrant*innen will auch er im Anschluss nach Friedrichshain zur »Revolutionären 1.-Mai-Demo« ziehen, um »gegen die Stadt der Reichen« zu demonstrieren.