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Prost, Scheuermilch!

Für Robert D. Meyer haben Veggie-Burger absolut nichts mit Verbrauchertäuschung zu tun

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 1 Min.

Verbraucher vor irreführender Werbung zu schützen ist richtig. Supermärkte sind vollgestopft mit leeren Versprechungen: Milchpackungen zeigen Kühe auf Weiden, die die Tiere nie sahen. Grinsende Comicschweine animieren dazu, Wurst aus realen, traurigen Artgenossen zu kaufen.

Was der EU-Agrarausschuss aber als wirkliches Problem identifiziert? Dass Burgerbratlinge auf Pflanzenbasis »Burger« heißen und Joghurt nur aus Milch, aber niemals aus Soja, Hafer oder Lupinen bestehen darf. Die Begriffe sollen auch nicht mehr genutzt werden dürfen, wenn auf dem Produkt dick gedruckt »vegan«, »vegetarisch« oder »Veggie« steht. Das tun diese Bezeichnungen immer, weil es Kaufargumente sind. Das Ziel der Hersteller ist nicht Verbrauchertäuschung, wie der Ausschuss argumentiert.

Es ist absurd, Bezeichnungen wie »Steak«, »Wurst« oder »Käsealternative« für Lebensmittel verbieten zu wollen, die aus pflanzlichen Zutaten hergestellt sind. Die Begriffe geben vor allem jenen Kunden Orientierung, die gelegentlich, aber bewusst auf tierische Produkte verzichten wollen.

Merkwürdigerweise ist es kein Problem, dass Scheuermilch keine Milch enthält, Teewurst nicht aus Tee ist und Leberkäse nichts mit Käse zu tun hat, oft nicht einmal Leber enthält. Diese Reform muss gestoppt werden.

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