nd-aktuell.de / 08.10.2023 / Kommentare / Seite 1

Samidoun Berlin: Die Fratze des Antisemitismus

Keine Toleranz für Samidoun, fordert Marten Brehmer

Marten Brehmer

Es sind Taten, die schockieren: Wahllos schossen Hamas-Attentäter auf junge Menschen, die in der Negev-Wüste bei einem Rave feierten. Angreifer drangen in Luftschutzbunker und Privathäuser ein. Zahllose Familien, die am Freitagabend noch gemeinsam den Shabbat feierten, trauern heute um ihre Mütter, Väter oder Kinder.

Doch offenbar ruft das Massaker nicht bei allen Abscheu hervor. Eine Gruppe, hinter der offenbar das propalästinensische Samidoun-Netzwerk steht, feierte die Unmenschlichkeit am Samstagnachmittag auf der Sonnenallee mit Süßigkeiten.[1] Ich will gar nicht wissen, wie verroht man sein muss, um die schlimmsten Angriffe auf jüdisches Leben seit Jahrzehnten zu bejubeln. Ich will, dass es aufhört.

Es ist nicht das erste Mal, dass Samidoun seine antisemitische Fratze offenbart.[2] Die Gruppe bezeichnet sich selbst als marxistisch. Was aber haben ihre Ansichten mit Kommunismus zu tun? Ist das die Assoziation freier Menschen, von der wir träumen? Im Gegenteil: Samidoun steht für einen regressiven Widerstandsfetisch, dem selbst der Massenmord an Zivilisten als Mittel recht ist. Lenin warnte, dass sich hinter jedem zweiten Kommunisten ein Chauvinist verbirgt. Manchmal, beweist Samidoun, ist es auch ein waschechter Nazi.

Noch immer sind Vertreter von Samidoun gern gesehene Gäste in Teilen der Berliner Linken. Damit muss Schluss sein.[3] Wenn die Linke sich selbst und ihre Grundsätze ernst nimmt, muss sie jetzt alle Verbindungen kappen. Es darf keine Toleranz für das Samidoun-Netzwerk oder für Organisationen, die mit ihm zusammenarbeiten, geben.

Was auch gesagt werden muss: 50 Personen sind nicht 1,5 Millionen. Samidoun spricht nicht für Menschen mit Migrationshintergrund in Berlin. Wenn nun rechte Demagogen versuchen, den Antisemitismus von Samidoun zu nutzen, um Stimmung gegen Migranten zu machen, muss dem entschlossen entgegengetreten werden. Denn wir dürfen nie vergessen: Es ist diese Gewalt, vor der Menschen nach Deutschland und Berlin fliehen.

Links:

  1. https://www.nd-aktuell.de/artikel/1176842.nahost-konflikt-aktionen-in-berlin-neukoelln-hass-auf-der-strasse.html
  2. https://www.nd-aktuell.de/artikel/1172443.hassliebe-antisemitismus-auf-demos-problem-nicht-kleinreden.html
  3. https://www.nd-aktuell.de/artikel/1152033.folgen-der-eskalation-in-nahost-zentralrat-der-juden-blanker-judenhass-bei-protesten-gegen-israel.html