Zeitpremier

Mohammedmian Soomro ist seit Freitag Pakistans Übergangspremier

  • Von Markus Drescher
  • Lesedauer: 2 Min.

General Pervez Musharraf erklärte bei der Vereidigung Mohammedmian Soomros zum Übergangspremier am Freitag, dass sein Land noch nie einen so reibungslosen Übergang von einer Regierung zur nächsten erlebt habe. Das mag sein. Aber in Pakistan herrscht der Ausnahmezustand. Wann Musharrafs Gegnerin Benazir Bhutto das nächste Mal unter Hausarrest gestellt wird, scheint nur eine Frage der Zeit, die USA machen sich langsam aber sicher massive Sorgen um die Stabilität Pakistans und die Sicherheit des Atomwaffenarsenals ihres Verbündeten, und Musharraf muss weiterhin auf die Bestätigung seiner Wahl zum Staatschef durch das Oberste Gericht warten.

Umstände, die den »reibungslosen Übergang« in den Hintergrund rücken lassen. Soomros Übergangsregierung obliegt es, die für Januar vorgesehenen Parlamentswahlen vorzubereiten. Bei seiner Vereidigung versprach er: »Ich werde die Verfassung der Islamischen Republik Pakistan bewahren, schützen und verteidigen.« Ein löbliches aber schweres Unterfangen in einer Militärdiktatur unter Ausnahmezustand.

Soomro war bisher Vorsitzender des Senats, des Oberhauses des pakistanischen Parlaments. Er gehört Musharrafs Partei an und gilt als dessen loyaler Anhänger. Einer bekannten Politikerfamilie der Provinz Sindh entstammend, hat er Studienabschlüsse in Physik und »Operations Management«. »Als Oberhaupt des bekannten Soomro-Stammes ist er bekannt für seine starken zwischenmenschlichen Fähigkeiten und seine Führungsqualitäten«, wird der 57-Jährige auf der Website des pakistanischen Senats beschrieben.

Bevor er im Mai 2000 zum Gouverneur von Sindh ernannt wurde, war Soomro ein erfolgreicher Banker, der für zahlreiche nationale und internationale Banken und Organisationen in Führungspositionen tätig war, unter anderen für die »Bank of America«, die »International Bank of Yemen«, die Nationalbank von Pakistan. Auch an der Einführung des Mikro-Kredit-Bankwesens in Pakistan war er maßgeblich beteiligt. Zugunsten seiner Kandidatur für den Senat trat er im Dezember 2002 als Gouverneur zurück. Im Februar 2003 wurde Soomro in den Senat und kurz darauf zu dessen Präsident gewählt.

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