Premier Gyurcsány geht – wer und was kommt?

Verunsicherung nach der Rücktrittsankündigung des ungarischen Regierungschefs

  • Von Gábor Kerényi, Budapest
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Auf einem Kongress zur Neuwahl der Mandatsträger seiner Ungarischen Sozialistischen Partei (USP) am Wochenende zündete Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány eine innenpolitische Bombe. Sogar für die führenden Parteigremien völlig überraschend kündigte er an, als Ministerpräsident den Hut zu nehmen.

Gyurcsánys Popularitätswerte waren in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich gesunken. Dennoch hat es der Selfmade-Millionär, von der Epoche des Staatssozialismus abgesehen, nach Graf Andrássy und dem berühmten Kálmán Tisza zu dem am drittlängsten amtierenden Regierungschef in der ungarischen Geschichte gebracht.

Nun folgt er dem Weg Willy Brandts und behält den Posten des Parteivorsitzenden, während das Ringen um einen Nachfolger in der Regierungsfunktion beginnt.

Aus verfassungsrechtlichen Gründen wird Gyurcsány wohl im Amt bleiben, bis er dem Staatspräsidenten László Sólyom den geplanten Nachfolger präsentieren kann. Auf diese Weise kann Gyurcsány vermeiden, dass Sólyom, der als sein prominentester politischer Gegner im Lande gelten darf, in die Lage versetzt würde, den folgenden Regierungschef selbst zu bestimmen.

Gyurcsány begründete in seiner Rede den Rücktritt mit seiner Fehleinschätzung der Größe der Kluft zwischen der tatsäch...


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