nd-aktuell.de / 14.10.2009 / Wirtschaft und Umwelt / Seite 16

Opel-Übernahme steht kurz bevor

Spanische Gewerkschaft bricht Gespräche ab

Berlin/Madrid/London (dpa/ND). Die Übernahme des angeschlagenen Autobauers Opel durch Magna steht unmittelbar bevor. Wie die dpa aus verlässlichen Quellen erfuhr, wollen General Motors (GM) und der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna den Kaufvertrag am Donnerstag unterzeichnen. Auch GM-Chef Fritz Henderson bekräftigte am Dienstag in Schanghai, das Geschäft werde noch in dieser Woche besiegelt. Unterdessen führte Magna am Dienstag in Madrid Gespräche über eine finanzielle Beteiligung Spaniens an der Opel-Rettung.

Der Kaufvertrag kann zwar auch ohne die noch ausstehenden finanziellen Zusagen der Regierungen aus den anderen EU-Ländern mit Opel-Standorten erfolgen, wie Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) am Dienstag betonte. Deutschland sei aber zuversichtlich, die beantragten Staatshilfen von 4,5 Milliarden Euro nicht alleine schultern zu müssen. Am späten Nachmittag erklärten die spanischen Gewerkschaften die Gespräche mit Magna allerdings für gescheitert. Der kanadisch-österreichische Zulieferer sei zu keinen größeren Zugeständnissen bereit, kritisierte Opel-Betriebsratschef José Juan Arcéiz. Die Gewerkschaften hätten deshalb den Verhandlungstisch verlassen. Am Standort Saragossa will Magna rund 1300 der etwa 7000 Arbeitsplätze streichen. Spanien befürchtet zudem, dass Produktionsteile für den Opel Corsa nach Eisenach verlagert werden.

Unterdessen scheint die mittelfristige Zukunft der zwei britischen Werke der Opel-Schwester Vauxhall nach Gewerkschaftsangaben gesichert zu sein. Bis 2013 habe der neue Opel-Besitzer Magna eine Garantie für die Werke in Ellesmere Port und Luton gegeben, wo die Belegschaft im Gegenzug für zwei Jahre auf Gehaltserhöhungen verzichtet, wie die Gewerkschaft Unite am Dienstag mitteilte.

Bis zu 600 Stellen könnten durch freiwilliges Ausscheiden der Mitarbeiter eingespart werden. Ursprünglich hatte die Gewerkschaft einen Abbau von 1200 Jobs befürchtet.