nd-aktuell.de / 27.02.2010 / Sport / Seite 14

Irreguläres Springen der Kombinierer

Erstes Gold für USA im Nordischen Skisport

Während Bill Demong und sein US-amerikanischer Landsmann Johnny Spillane Gold und Silber im Einzelwettbewerb der Nordischen Kombination feierten und Demong damit das erste Olympia-Gold für die USA im Nordischen Skisport holte, erregten sich bei den deutschen Kombinierern, die erstmals seit 1998 ohne Olympia-Einzelmedaille blieben, die Gemüter.

In seiner Wut und Enttäuschung über die umstrittene letzte Olympia-Entscheidung der Kombinierer sprach Bundestrainer Hermann Weinbuch der Jury die Kompetenz ab. Der Sprungwettbewerb hätte nie so stattfinden dürfen. Dennoch ordnete er das Leistungsvermögen seiner Athleten realistisch ein: »Wir hätten auch so nicht mithalten können. Es gab körperliche und materialtechnische Defizite.« Die selbstgesteckten Ziele (zwei Medaillen) hatten seine Schützlinge nicht erreicht. Unterm Strich stand nur die Bronzemedaille im Teamwettbewerb.

Die Diskussion entzündete sich an dem von der Jury durchgepeitschten einen Sprunglauf von der Großschanze in Whistler. »Es waren irreguläre Bedingungen. Alle Trainer haben sich dafür eingesetzt, dass der Wettkampf verschoben wird. Aber man hat nicht auf uns gehört. Die Jury weiß alles besser«, schimpfte Weinbuch.

Auch die Athleten äußerten völliges Unverständnis. »Der Unterschied zwischen der Jury und uns ist der, dass sich der Athlet vier Jahre vorbereitet«, sagte der verärgerte dreimalige Olympiasieger Felix Gottwald (Österreich). Und Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt), als 20. der beste deutsche Kombinierer war, meinte gar: »Wir sind das fünfte Rad.«

Der Windkorridor, der von 1,5 Meter/Sekunde Aufwind bis 1,5 m/s Rückenwind festgelegt worden war, ließ Weitenunterschiede von 30 Metern zu. »Warum konnte unser Wettkampf nicht verlegt werden? Bei den Alpinen geht so etwas nach Belieben. 1988 in Calgary wurde der alpine Wettkampf sogar sechsmal verlegt. Die Nordische Kombination hat keine Lobby. So tut man dem olympischen Gedanken keinen Gefallen«, betonte Weinbuch. dpa/ND