nd-aktuell.de / 14.04.2010 / Wirtschaft und Umwelt / Seite 8

Krisenbanker

Gerd Häusler rückt ab dem 15. April an die Spitze der BayernLB

Ina Beyer

Am 15. April rückt der 58-jährige Gerd Häusler an die Spitze der BayernLB. Dort soll er zu Ende bringen, was sein Vorgänger Michael Kemmer bereits begonnen hat: Die bayrische Landesbank zurechtzustutzen von einer international agierenden Großbank zur Regionalbank. Stärkere Fokussierung auf den Mittelstand und das Privatkundengeschäft lautete schon im vergangenen Jahr der Kurs.

Häusler kennt sich in den Gefilden der Finanzwelt bestens aus, was sich auch aus seinem eigenen Werdegang erklärt. Der führte ihn immer wieder in neue Gebiete des Sektors. Für den gelernten Bankkaufmann und studierten Juristen ging es auf der Karriereleiter dabei immer weiter aufwärts – stellvertretender Direktor der hessischen Landesbank, Bundesbankdirektor, Vorstand der Dresdner Bank war er schon, seit 2001 leitete er beim Internationalen Währungsfonds die Kapitalmarktabteilung.

Danach wechselte Häusler wieder zurück in die Privatwirtschaft. 2006 ging er zur US-amerikanischen Investmentbank Lazard, ab Oktober 2008 war er Direktoriumsmitglied beim Finanzinvestor RHJ International. In dieser Position sollte er im vergangenen Jahr der Ripplewood-Tochter zum Einstieg in den krisengeschüttelten Autobauer Opel verhelfen. RHJI unterlag damals bekanntlich dem Konkurrenten Magna. Aber das ist eine andere Geschichte.

Seit August 2009 sitzt Gerd Häusler im Verwaltungsrat der BayernLB, jetzt übernimmt er die Geschäfte von Übergangschef Stefan Ermisch (Ex-Vorstand Michael Kemmer musste kurz vor Weihnachten im Zuge des Desasters um die frühere Kärntner Tochter Hydro Group Alpe Adria – kurz HGAA – den Hut nehmen).

Häuslers Aufgabe ist es nun, die Bank aus der Krise zu führen und dabei auch die Interessen der Steuerzahler und der Politik mit unter einen Hut zu bekommen. Aus 2009 bleibt bei der BayernLB noch ein fettes Minus von rund drei Milliarden Euro unterm Strich stehen. Das Pleitegeschäft mit der mittlerweile an Österreich zurückverkauften HGAA hat heftige Spuren hinterlassen.

Leicht wird es Häusler daher nicht haben, und vergleichsweise gibt es für die anspruchsvolle Aufgabe mit 500 000 Euro im Jahr nicht mal ein prächtiges Top-Manager-Gehalt.