nd-aktuell.de / 09.08.2010 / Brandenburg / Seite 4

Wolfsfreundin

Katharina Weinberg / 34-Jährige wird Brandenburgs NABU-Landesgeschäftsführerin

Andreas Fritsche

Rund 9000 Mitglieder zählt der Naturschutzbund (NABU) hier. Der mit Abstand größte Umweltverband Brandenburgs bekommt eine neue Landesgeschäftsführerin. Katharina Weinberg übernimmt den Posten am 1. September. Hintergrund ist eine kleine Personalrochade. Der bisherige NABU-Landesgeschäftsführer Wolfgang Mädlow wechselte auf die Stelle des Referenten für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz bei der Linksfraktion im Landtag. Diese Stelle wurde frei, weil die bisherige Referentin ins Umweltministerium rückte.

Die in Ostberlin geborene Katharina Weinberg studierte zunächst Jura. Ihr Abschluss befähigt sie zur Rechtsanwältin oder Richterin. Aber schon während des Studiums entdeckte die heute 34-Jährige durch ehrenamtliches Engagement den Naturschutz für sich und spezialisierte sich darum schon einmal auf Umweltrecht. Dann studierte sie erneut: Landschaftsnutzung und Naturschutz an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde, wo sie inzwischen als wissenschaftliche Assistentin tätig ist. Ihr besonderes Interesse gilt dem Isegrim. Beim NABU leitet sie die Bundesarbeitsgruppe Wolf und außerdem im Landkreis Barnim die regionale Arbeitsgruppe Zukunft Wolf.

Die juristische Ausbildung könnte vielleicht hilfreich sein. Schließlich gilt der NABU als klagefreudig, was der Landesvorsitzende Tom Kirschey allerdings dementiert. Juristische Schritte unternehme man nur noch, wenn es gar nicht anders geht. Die alte Taktik aus den 1990er Jahren, öfter mal forsch vors Gericht zu ziehen, um eventuell noch dies oder jenes herauszuholen, werde nicht mehr angewendet.

»Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung«, sagt Katharina Weinberg. Ein Spaziergang wird es nicht werden. Die rot-rote Landesregierung ist angesichts der schwierigen Haushaltslage zu Kürzungen gezwungen. Es wird einschneidende Einsparungen bei den Fördermitteln geben. Man darf davon ausgehen, dass es auch die Umweltverbände trifft. Dabei gibt es allein wegen der Energiepolitik schon Konflikte genug im Land der Windräder und Braunkohletagebaue. Aber erst einmal macht Weinberg den verdienten Sommerurlaub.