Der 4. Stamm

Ausstellung II: Die Sudentendeutschen

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Aus dienstlichen Gründen betritt die Preußin bayerischen Boden, freundlich begrüßt von Damen im Dirndl. Schon vor der offiziellen Eröffnung in der Bayerischen Vertretung in Berlin ist ein Blick in die Ausstellung »Die Sudetendeutschen – Eine Volksgruppe in Europa« möglich.

Die seit 2007 in 25 Städten von 25 000 Besuchern frequentierte Exposition (500 000 zählten jeweils die erste und zweite Wehrmachtausstellung) ist nun auch in der deutschen Hauptstadt zu sehen – was der Generalsekretär des Sudetendeutschen Rates, Albrecht Schläger, »die Krönung« nennt. Er führt Erika Steinbach durch die Schau. Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV) ist recht wortkarg. »Hm. Ja.« Erst vor der Tafel, die Tomáš Masaryk zeigt, den ersten Präsidenten der am 18. Oktober 1918 proklamierten unabhängigen Tschechoslowakischen Republik, entfleucht ihren Lippen ein vollständiger Satz: »Jetzt wird es ernst.« Die folgenden Überschriften verkünden: »Bürger zweiter Klasse«, »Diskriminierung der Sudetendeutschen«, »4. März 1919 – Das Massaker«.

Keinen Kommentar gibt es von der im zarten Alter von zwei Jahren aus Westpreußen »vertriebenen« Bundestagsabgeordneten der CDU zum Münchener Abkommen. Sie quittiert Schlägers Bemerkun...


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