Mit der Bahn im Blut zum ersten Sieg

Die australischen Madison-Weltmeister Leigh Howard und Cameron Meyer gewinnen das Berliner Sechstagrennen

Als das Signal für die letzten 50 Runden des 101. Berliner Sechstagerennens aufleuchtete, waren die australischen Madison-Weltmeister (Zweierteam) nicht mehr zu halten. Taktisch geschickt holten LEIGH HOWARD (22) und CAMERON MEYER (24) ihre Punkte, die am Ende knapp zum Sieg reichten. Nach dem Rennen sprachen sie mit MANFRED HÖNEL.

nd: Herzlichen Glückwunsch. Haben Sie sich speziell auf das Berliner Sechstagerennen vorbereitet?
Meyer: Nur auf der Straße bei der Tour Down Under in unserer Heimat. Die Etappenfahrt hat uns eine Topform beschert, die wir hier in Berlin nutzen konnten.
Howard: Auf einem Bahnrad haben wir zuletzt Mitte Dezember gesessen. Das ist nicht schlimm, Bahnrennen liegen uns im Blut.

Sie waren zum zweiten Mal in Berlin dabei. Was war anders als im vorigen Jahr?
Howard: Im Vorjahr war es unser erstes Sechstagerennen, wir haben kleine Fehler gemacht - die Lehren daraus haben uns geholfen, diesmal unser erstes Sechstagerennen zu gewinnen.

Kommen sie 2013 wieder?
Meyer: Sicher, Berlin ist großartig. Eine solche Stimmung und Begeisterung gibt es beim Bahnradsport auf der ganzen Welt nicht.

Wie sieht nun die olympische Saison für Sie aus?
Meyer: Jetzt bereiten wir uns sechs Wochen in Australien vor, um dann vor eigenem Publikum möglichst den dritten Madison-WM-Titel zu holen. Wir haben mittlerweile mit GreenEDGE eine eigene australische Profimannschaft. Ein nationales Spitzenteam ist für die Emotionen und die Motivation schon sehr wichtig. Wir sind fast nur Australier im Team, da macht man für sein Land noch zusätzliche Kräfte frei.
Howard: Madison wurde leider aus dem olympischen Programm gestrichen. Wir werden uns daher nach der WM auf die Straße konzentrieren. Vielleicht können wir uns da für Olympia qualifizieren.

Endstand nach sechster Nacht

1. Howard/Meyer (Australien) 263 Pkt.
2. Marvulli/Dillier (Schweiz) 254
3. Keisse/de Ketele (Belgien) 254
4. Lampater/Kluge (Cottbus) 239
5. Bengsch/Kalz (Berlin) 234/+1 Rd
6. Barth/Mohs (Gera/Leipzig) 77/+11

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