nd-aktuell.de / 17.10.2012 / Politik / Seite 2

48 Jahre Bürgerkrieg

1964: Nach einem blutigen Einsatz des Militärs gegen rebellierende Bauern in der Ortschaft Marquetalia im Departamento Tolima werden die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) gegründet.

1984: Der konservative Präsident Belisario Betancur (1982-1986) leitet den ersten Friedensprozess mit der FARC ein. Beide Seiten handeln eine Waffenruhe aus. Die neu gegründete Patriotische Union (UP) als Partei der linken Kräfte wird von rechten Paramilitärs bekämpft. Die Friedensgespräche werden 1986 abgebrochen.

1991: Unter der Regierung des Liberalen César Gaviria (1990-1994) beginnt ein zweiter Friedensprozess. Er scheitert.

1999: In einem demilitarisierten Dschungelgebiet von der Größe der Schweiz leitet der konservative Präsident Andrés Pastrana (1998-2002) einen dritten Friedensprozess ein. Als die FARC ein Flugzeug kapert, bricht Pastrana die Verhandlungen im Februar 2002 ab.

2008: Der oberste FARC-Anführer seit 1964, »Tirofijo«, stirbt mit 77 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.

2012: Im April lässt die FARC die letzten zehn von ihr verschleppten Militärs und Polizisten frei.

2012: Im August kündigt Präsident Santos den Beginn eines neuen Friedensprozesses an. Vorausgegangen waren sechs Monate lange Geheimgespräche auf Kuba. nd