Das Leben ist ein Hauch

Zum Tode von Oscar Niemeyer

  • Von Gerhard Dilger, Porto Alegre
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Samstags und sonntags arbeite ich am meisten«, erzählte er noch vor einigen Jahren in seinem Atelier an der Copacabana. »Das Leben ist ein Hauch«, umriss der bekennende Kommunist und Atheist seine Philosophie. »Der Mensch ist nichts wert, er wird geboren, stirbt. Also muss er zum Himmel sehen und fühlen, dass er klein ist, dass er bescheiden sein muss, nichts wichtig ist.«

Eines der letzten Projekte Oscar Niemeyers, die umgesetzt wurden, war das 2011 eingeweihte Kulturzentrum im nordspanischen Avilés, eine gewohnt kurvenreiche, luftige Anlage. In Havanna ist nach seinem Entwurf ein neues Gebäude für die brasilianische Botschaft geplant, und in Caracas soll ein riesiges Denkmal zum Ruhme des südamerikanischen Freiheitshelden Simón Bolívar entstehen - eine schräg gen Norden gerichtete, 170 Meter lange Pfeilspitze.

Niemeyer wurde am 15. Dezember 1907 in Rio de Janeiro geboren. Auf seine portugiesischen, ...


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