nd-aktuell.de / 22.03.2013 / Wissen / Seite 14

Bafög-Reform oder Reform-Schwindel?

Bildungsrauschen

Lena Tietgen

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz Bafög, stammt aus dem Jahr 1971. Seitdem erfährt es immer wieder Korrekturen. Nun plant Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) eine weitere Reform. Kernstück ist die Ausweitung des Bafögs auf über 35-Jährige und Teilzeitstudierende. Eine Erhöhung des Satzes ist wohl nicht vorgesehen. Dass diese Reform nicht ausreichen wird, ist also abzusehen.

So skizziert Kathrin Naela Bauer auf www.suedeutsche.de[1] (bit.ly/ZsUALX) weiteren Reformbedarf: »1. Die Bearbeitungsdauer ist an einigen Hochschulen immens. Ich habe schon bis zu 5 Monate auf Bafög gewartet. Das war das Maximum, aber auch die anderen Male habe ich mehrere Monate gewartet. 2. Es muss überlegt werden, wie man damit umgeht, dass viele Eltern ihren Kindern wesentlich weniger zahlen (können) als die für das Bafög zuständigen Stellen annehmen. Bei mir waren das monatlich knappe 250 Euro. Und das ist viel, wenn man bedenkt, dass von einem Bedarf in der Größenordnung von 700, 800 Euro ausgegangen wird - was ohnehin nicht zu großzügig berechnet ist in einer Großstadt mit eklatanter Wohnungsnot und dementsprechend hohen Mietkosten. Gleichzeitig darf ich nur relativ wenig dazu verdienen, ohne dass mir das Bafög gekürzt wird.« Dass die angekündigte Bafög-Reform eine »leere Versprechung« ist, befürchtet Milena Schmitz. »Die CDU hat in den von ihnen regierten Ländern die Studiengebühren durchgedrückt. Das wird wieder auf Begabtenförderungen von reichen Akademikerkindern abzielen.«

Auf www.spiegel.de[2] (bit.ly/WRC6sa) sieht butalive76 »im steuerfinanzierten bedingungslosen Grundeinkommen für alle einen Lösungsansatz - nicht nur als Ersatz für Bafög, ALG I und II sondern auch mittelfristig als Rentenersatz. Denn mit unserem jetzigen Sozialsystem, das aus dem 19. Jahrhundert stammt und dessen Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind, werden wir die Rente langfristig nicht halten können. In Genuss der Anhebung der Altersgrenze auf 35 Jahre kam übrigens nur ein verschwindend geringer Anteil, weil die Bedingungen unrealistisch waren.«

Für Richard Bernardy auf www.faz.net[3] (bit.ly/ZEcvQ5) war »das nebenberufliche Studium anstrengend, eröffnete aber Perspektiven: Horizonterweiterung, alternative Berufsmöglichkeiten, Vorbereitung auf ein sinnvolles Leben nach der Lebens-Arbeitszeit. Für mich wäre es einfacher gewesen, durch einen Bafög-Bezug die Belastungen zu verringern. Lebenslanges Lernen und die Auseinandersetzung mit allen Fragen des Lebens oder mit solchen, die besonders interessieren, ist auf jeden Fall bereichernd!«

Links:

  1. http://www.suedeutsche.de
  2. http://www.spiegel.de
  3. http://www.faz.net