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NADA - es gibt Wichtigeres

  • Michael Müller
  • Lesedauer: 2 Min.

Der im Bundeskabinett auch für Sport zuständige Innenminister Schily (SPD) steht via Medien gerade in der Kritik des Präsidenten des Deutschen Sportbundes von Richthofen. Schily hatte dieser Tage in einem Presseinterview abgelehnt, dass sich der Staat finanziell an einer nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) beteiligt. Mit dem Hinweis auf die Autonomie des Sports. Von Richthofen gegenüber dpa: «Darauf werde ich dem Innenminister schon die richtige Antwort geben.» Voilä! Bleibt nur die Frage, ob es auf dieser Chefebene nicht wirklich Wichtigeres gäbe als NADA, die praktisch überhaupt nur allerwinzigste Promillibruchteile der Sportlerinnen und Sportler dieses Landes tangieren würde. Beispielsweise die Frage, warum aus dem Bundesetat bloß 15 Millionen Mark für Sportstättensanierung in den Osten fließen, statt dessen aber allein 100 Millionen für ein Renommierobjekt wie das Berliner Olympiastadion?

Auch darauf hatte Schily in besagtem Interview übrigens eine Antwort parat. Der Bund ist nur für Spitzen- nicht für Breitensport zuständig. Dieser sei, so wie Schulsport, eben Ländersache. Und war um nun wohl genau diese föderale Ar beitsteilung? Weil, Schily deutet die Prioritäten an, im olympischen Medaillenspiegel Weltgeltung zu behaupten, Wer bungfür unser Land ist.

Dieser, jährlich hunderte Millionen Mark an Steuergeldern verschlingende Großkotzirrsinn reizt den DSB-Präsidenten nun allerdings nicht zum sofortigen öffentlichen Widerspruch. Schade.

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