Anklage fordert Haftstrafen nach Überfall auf syrische Familie

Halle. Im Prozess um einen Überfall auf eine syrische Familie in Eisleben (Sachsen-Anhalt) hat die Staatsanwaltschaft für den Hauptangeklagten dreieinhalb Jahre Haft gefordert. Der während der Tat 18 Jahre alte Mann soll nach Jugendstrafrecht wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt werden. Er sei im April 2012 aus heiterem Himmel bei einem Volksfest auf sein Opfer losgegangen, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Westerhoff am Freitag am Landgericht Halle. Der Mann habe nur dank einer Notoperation überlebt. Für die beiden Mitangeklagten wurden nach Erwachsenenstrafrecht drei Jahre und neun Monate sowie zwei Jahre und zehn Monate Haft gefordert. Die Staatsanwaltschaft sieht ein fremdenfeindliches Motiv bei dem Überfall als erwiesen an. Die Familie sei nur aufgrund ihrer andersfarbigen Haut sowie der fremden Sprache attackiert worden, sagte Westerhoff. Zudem hätten Zeugen gehört, wie die heute 20, 25 und 34 Jahre alten Männer rassistische Parolen wie »Ausländer raus« gerufen hätten. Es sei einer der brutalsten rassistischen Angriffe der letzten Jahre in Sachsen-Anhalt gewesen, sagte Rechtsanwältin Franziska Nedelmann. Die Verhandlung soll am 7. Februar fortgesetzt werden. Es werden die Plädoyers der Verteidigung erwartet. Am 17. Februar könnte nach knapp acht Monaten Verhandlung das Urteil gesprochen werden. dpa/nd

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