Der Wahn vom alten deutschen Reich

40-Jähriger wegen versuchter Nötigung der Behörden und Hortung von Explosivstoffen vor Gericht

Peter Kirschey berichtet aus Berliner Gerichtssälen

»Reichsbürger ist ein schrecklicher Begriff«, sagt der Angeklagte. »Ich hatte keine Ahnung, worum es geht. Ich bin ein unpolitischer Mensch.« So klang es gestern zum Prozessauftakt gegen den 40-jährigen Pyrotechniker Daniel Sch. Er ist der versuchten Nötigung und des unerlaubten Betreibens eines Lagers mit gefährlichen Stoffen angeklagt. Es soll Amtsgerichtsmitarbeitern mit dem Tode gedroht haben.

Als im Sommer 2012 die Polizei sein Grundstück an der Neuköllnischen Allee stürmte, fand sie ein ungesichertes Lager hochgefährlicher Chemikalien und Explosivstoffe, weit über die erlaubten Mengen hinaus. Sch. hatte sich mit Stacheldraht eingeigelt, an seinem Tor war zu lesen »Republik freies Deutschland«. Er wurde inhaftiert und in den Maßregelvollzug, also die geschlossene psychiatrische Abteilung der Bonhoeffer-Klinik, eingewiesen. Das Verfahren sollte im letzten Jahr beginnen, doch am Tage seines Prozesses floh er in Richtung Pol...


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