Zugespielte Neonazi-CD könnte aufklären

Verbindung zwischen Corelli und NSU weiter ungeklärt

Er war wahrscheinlich doch näher am NSU dran als bisher bekannt - die LINKE fordert Aufklärung zum Tod des V-Manns »Corelli«.

Berlin. Die Linken-Abgeordnete Petra Pau hat mit Blick auf den plötzlichen Tod des V-Mannes »Corelli« die Behörden aufgefordert, »schnellstmöglich im Innenausschuss des Bundestages für Klärung« zu sorgen.

Thomas R., lange Jahre V-Mann des Verfassungsschutzes in der rechten Szene, wurde Anfang April leblos in einer Wohnung in Nordrhein-Westfalen aufgefunden. Es habe keine Anhaltspunkte für eine »Fremdeinwirkung« gegeben, hieß es. »Corelli« soll an den Folgen einer zuvor nicht erkannten Diabetes verstorben sein. Inzwischen wurde der Leichnam laut Sicherheitskreisen obduziert, die Ergebnisse einer toxikologischen Untersuchung stehen noch aus.

Nun wurde bekannt, dass der V-Mann womöglich noch näher an der neonazistischen Mörderbande NSU gewesen sein könnte. Dem Verfassungsschutz in Hamburg sei ein Datenträger zugespielt worden, der eine Verbindung des Spitzels mit dem »Nationalsozialistischen Untergrund« (NSU) belegen könnte, berichtet der »Spiegel«. Diese sei anschließend an die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe weitergeleitet worden.

Auf der CD mit der Aufschrift »NSU/NSDAP« seien rund 15 000 Texte und Bilder mit rassistischem und antisemitischem Inhalt gefunden worden. Eine konkrete Verbindung sei offen. Am 3. April sollte der unter Zeugenschutz stehende Thomas R. dazu von Sicherheitsbehörden befragt werden, schreibt das Magazin - die Behörden fanden den Mann aber tot in seiner Wohnung.

Die Linken-Politikerin Pau, die auch Vizepräsidentin des Bundestag ist, sagte am Samstag, »seit der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages seine Arbeit im August 2013 eingestellt hatte, mehren sich offene Fragen«. Es sei wiederholt versucht worden, den V-Mann »Corelli« »aus dem Fokus des Untersuchungsausschusses zu nehmen«. nd

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