Vom Bau zur Veredelung

Das Bus-Werk in Plauen wird nicht geschlossen und erhält neuen Arbeitsschwerpunkt

  • Lesedauer: 2 Min.
Aufatmen in Plauen im Vogtland. Das MAN-Werk wird zwar kleiner - aber es bleibt erhalten. Die ursprünglich beabsichtigte Schließung wäre ein herber Verlust für die Region gewesen.

Plauen. Der Standort des Münchner Lastwagen- und Maschinenbauers MAN in Plauen im Vogtland wird nicht geschlossen. In dem Werk soll ein »Bus Modification Center« entstehen, wo ab Mai 2015 Linien- und Reisebusse der Marken MAN und Neoplan mit speziellen Kundenwünschen ausgestattet werden, wie das Unternehmen bei einer Betriebsversammlung am Montag mitteilte. Unter anderem soll der neue Bus des FC Bayern München ausgerüstet werden. In dem Center sollen 140 der bisher 420 Mitarbeiter einen Job finden. Die anderen sollen ein Angebot im Werk von VW in Zwickau erhalten. Ursprünglich war geplant, das Neoplan-Werk in Plauen komplett zu schließen. Dagegen hatte es unter anderem auch aus der Politik Proteste gegeben. Von März 2015 an sollen die Neoplan-Busse in der türkischen Hauptstadt Ankara gefertigt werden.

»Wir können unsere qualifizierten Mitarbeiter jetzt hier weiter einsetzen«, sagte der Vorstand für Produktion und Logistik der MAN Truck and Bus, Carsten Intra. Es sei nach einer dauerhaft wirtschaftlichen Lösung für das Werk gesucht worden. Beispiele für Sonderwünsche seien unter anderem Räume für Meetings oder auch Küchen.

Betriebsrat und IG Metall zeigten sich zufrieden. »Die Schließung des Werkes wäre eine Katastrophe gewesen«, sagte Betriebsratschef Marcus Galle. »Wir haben jetzt eine Zukunftsperspektive für die Kollegen und die Region Plauen.« Die Busse würden in Plauen »veredelt«. Es seien harte Verhandlungen gewesen. »Das Traurige an der Sache ist aber dennoch, dass es mit dem Bus-Bau an dem Standort zu Ende geht«, so der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Zwickau, Stefan Kademann. dpa/nd

Werde Mitglied der nd.Genossenschaft!
Seit dem 1. Januar 2022 wird das »nd« als unabhängige linke Zeitung herausgeben, welche der Belegschaft und den Leser*innen gehört. Sei dabei und unterstütze als Genossenschaftsmitglied Medienvielfalt und sichtbare linke Positionen. Jetzt die Beitrittserklärung ausfüllen.
Mehr Infos auf www.dasnd.de/genossenschaft

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal