Ausgabe vom 27.09.2001

Debatten, Termine, Aktionen

Bad Tölz. Täglich findet in der Fußgängerzone eine Mahnwache gegen militärische Eskalationen nach den Terroranschlägen von 17 bis 19 Uhr statt.Veranstalter: Friedensinitiative Bad Tölz-Wolfratshausen. Am Tag X, an dem die USA militärisch zuschlägt, findet eine Protestkundgebung in der Fußgängerzone statt. Berlin. Die Bundestagsfraktion der PDS lädt am 27. 9. zu einer Podiumsdiskussion »Krieg ist n...

Peter4

PGA in der Krise

Nach den Anschlägen in den USA waren die Globalisierungsgegner plötzlich aus den Medien verschwunden, wo sie nach den Protesten von Genua lange Zeit einen unangefochtenen Spitzenplatz innehatten. Für das mediale Desinteresse an dem weltweiten Treffen des Netzwerks Peoples Global Action (PGA) ist New York und Washington jedoch nicht der einzige Grund. Obwohl das PGA an der Wiege der Proteste gegen...

ndPlusPeter Nowak

PGA in der Krise

Nach den Anschlägen in den USA waren die Globalisierungsgegner plötzlich aus den Medien verschwunden, wo sie nach den Protesten von Genua lange Zeit einen unangefochtenen Spitzenplatz innehatten. Für das mediale Desinteresse an dem weltweiten Treffen des Netzwerks Peoples Global Action (PGA) ist New York und Washington jedoch nicht der einzige Grund. Obwohl das PGA an der Wiege der Proteste gegen ...

Martin Ling

Gerechtigkeit bleibt die Vision

Die Tagung »Aufbruch gegen die Weltarmut« wurde im Herbst 1971 zum Ausgangspunkt von INKOTA. 30 Jahre später ist das Thema Welthunger und Gerechtigkeit dringlicher denn je.

Action

HEUTE IN DRESDEN - »Weltladen des LadenCafé aha«, Kreuzstr.7, 10-19 Uhr, Faire Woche, Quinua-Salat, Chilisoße, Bananendessert. HEUTE IN BERLIN - »GysiWahlQuartier«, Karl-Marx-Allee 45, 19 Uhr 30, Podiumsdiskussion »Krieg ist nicht die Antwort«. TOURISMUS - »Sextourismus und Kinderprostitution«, Veranstaltung mit Father Shay Cullen vom Fair-Handels-Produzenten Preda/Philippinen, LadenCafé aha«, Kre...

Jochen Reinert

Die humanitäre Tragödie in Afghanistan ist längst Tatsache

Sechs UNO-Organisationen haben in einem gemeinsamen Appell an die internationale Gemeinschaft vor einer humanitären Tragödie katastrophalen Ausmaßes in Afghanistan gewarnt. Doch die Tragödie ist längst Tatsache. Ein umfassender Militärschlag würde das Land endgültig in die Steinzeit zurückbomben.

Terminbörse vom 27. September bis 3. Oktober

Berlin. Eine wissenschaftliche Konferenz zum Thema »Allgemeinmedizin in Deutschland« findet am 3.10., Beginn 18Uhr, im »LinksTreff«, Weddingsstr.6, statt. Referent: Dr.Dieter Sturm. Berlin. Eine Ausstellung des mexikanischen Künstlers Arturo Tlapale wird am 11.10., 18Uhr, in der Rosa-Luxemburg-Stfitung, Franz-Mehring-Platz1, eröffnet. Berlin. Eine internationale Konferenz zum Thema »Zur Zukunft de...

Berlin-Tipps

Politik »Dialoge nach dem 11. September - Terrorismus, Kreuzzüge und heilige Kriege - was ist jetzt zu tun?« - Diskussion mit Christa Nickels, Dr. Citha D. Maaß, Prof. Christina von Braun, Halina Bendkowski und Eva Quistorp heute, 20 Uhr, im Französischen Dom am Gendarmenmarkt. »Wohnen in Genossenschaften - Das Berliner Modell: Erfahrungen und Anforderungen an die Politik« - Workshop mit Ulf Heidt...

ndPlusPeter Liebers

Reha-Kliniken fehlt noch das Umfeld

Die Thüringer Rehabilitationskliniken sind nach Auffassung der SPD-Gesundheitspolitikerin Petra Heß, vom medizinischen Standpunkt aus gesehen, die modernsten und besten Deutschlands.

Wolfgang Rex, Schwerin

Brasan mit giftiger Brisanz

Wegen Körperverletzung hat eine Bürgerinitiative in Pulow (Vorpommern) jetzt Anzeige gegen das Landespflanzenschutzamt Mecklenburg-Vorpommern und die Firma Syngenta Agro erstattet. Der Grund: fehlerhafter Einsatz des Herbizids Brasan.

ndPlusAndreas Knudsen

Kværnerwerft im Überlebenskampf

Der stark angeschlagene norwegischen Schiff- und Anlagenbauer Kvaerner hat den drohenden Konkurs am Mittwoch durch neue Bankzusagen in Höhe von 490 Millionen Euro abwenden können.

Dieter Janke

Angst vor der Angst

Die pure Angst treibt derzeit in den USA aber auch andernorts Akteure der Wirtschaft und deren Beobachter um. Die Börsen sind so gut wie gelähmt und tendieren richtungslos. Forderungen nach staatlichen Konjunkturprogrammen werden auch hierzulande immer lauter. Während die Politik nicht müde wird, vor Horrorszenarien und Panik zu warnen. »Alles wird gut« lautet die Botschaft, die vor den Fakten zu...

ndPlusMichael Müller

Als Medaillen-Wiege wieder stark gefragt: Kienbaum

Das Teilnehmerverzeichnis liest sich wie ein Who-is-who-Hintergrundkapitel des Weltsports: Jutta Lau (Rudern), Josef Capousek (Kanu) und Klaus Langhoff (Handball), Hagen Stamm (Wasserball), Ursula Klinger (Wasserspringen) und Paul Neckermann (Fechten), Raimund Bethge (Bob), Reinhard Heß (Skisprung), Norbert Hahn (Rodeln) und Monika Scheibe (Eiskunstlauf). Diese Namen und fast 140 weitere fanden s...

Matthias Koch

Fremdes Heimspiel

Götz Geserick muss heute abend ins Berlin Jahn-Stadion. Das ist dem 38-jährigen als Fan eigentlich aus DDR-Zeiten so ziemlich verhasst. Denn damals spielte dort der BFC Dynamo. Doch heute geht er dennoch hin, denn sein 1. FC Union Berlin empfängt den finnischen Vertreter FC Haka Valkeakoski im UEFA-Pokal. Weil Union das Hinspiel in Finnland erfolgreich mit 1:1 abschloss, unterbricht Götz Geserick ...

ndPlusMatthias Ende

Bayern macht es Hertha vor

Manager Uli Hoeneß erstickte jede aufkommende Begeisterung im Keim. »Es macht keinen Sinn, jetzt in Euphorie zu verfallen«, verkündete er am Dienstag nach dem 3:1 (2:0) des Champions-League-Siegers Bayern München bei Spartak Moskau. Vizepräsident Rummenigge jedoch steckte nach der geglückten Rehabilitierung für den 0:0-Fehlstart gegen den punktgleichen Tabellenführer Sparta Prag wieder höhere Ziel...

Gunnar Decker

Flussgeschichte

Was ist die Liebe? Etwas, das einem leicht davonschwimmt. Lou Ye findet im Suzhou River, dem Lebens-Fluss seiner Heimatstadt Shanghai, ein Symbol für diese Liebe. Es ist das arg strapazierte Fließwasser einer Industriemetropole. Grau und schmutzig. Und dennoch transportiert der Suzhou River für Lou Ye ein Sehnsuchtsbild. Noch nie sah man wohl so eine Liebeserklärung an einen so schmutzigen Fluß. ...

Henry Hübchen

Seit etwa drei Jahrzehnten steht er auf der Bühne und ist auch auf Bildschirm und Leinwand zu sehen. In der DDR war er ein gefragter Charakterdarsteller und hat es vor allem mit TV-Produktionen zu großer Beliebtheit bei einem Massenpublikum gebracht. Auch nach der Wende behielt er die Prioritäten bei, in der Reihenfolge: Theater, Fernsehen, Kinofilm. Jetzt ist er in der Bankräuber-Geschichte »Sass...

Vom Lebensgefühl

Lou Ye gehört zur sechsten Generation chinesischer Filmemacher, die in den 90er Jahren ihre Ausbildung machten. Yes Abschlussfilm »Weekend Lover«, 1994, half mit, den Begriff zu prägen. Für den Film wurde der 1965 geborene Sohn eines Schauspielerehepaares mit dem Fassbinder-Preis geehrt. Seine ungewöhnliche Erzählweise stellte er 1995 in der TV-Produktion »Dont be young« unter Beweis, als er expressionistische Stilelemente nutzte. 1998 gründete er eine der ersten unabhängigen Filmproduktionsfirmen des Landes, die zusammen mit dem Berliner Produzent Philipp Bober »Suzhou River« entwickelte.

ndPlusCaroline M. Buck

Baugruben-Boom

Der Vergleich hinkt. Berlin und Babylon, die beiden Städte trennen Welten. Bei aller Ausdehnung und wiedergefundenen Bedeutung, von Sprachenvielfalt und dem Geist einer internationalen Metropole kann in Berlin (noch) nicht die Rede sein. Der Vergleich fehlt auch, wenn man sich die Größe, Höhe, Qualität der Bauten ansieht, die hier seit Mauerfall und Hauptstadtauftrag errichtet wurden. Er passt hin...

Hans-Dieter Schütt

Ratlos im und unterm Rad

Kaum etwas macht auf dem Theater mehr Lärm als der Tod. Pistolen knallen, Schwerter klirren, gebrochene Liebe schreit. Auf dem Theater ist der Tod ein Fest. Was aber, so fragt Regisseur Michael Funke, wenn schon alles tot ist, ehe das Theater überhaupt beginnt? Wie spielt man ein Revolutionsdrama, wenn der Gedanke an Revolution längst abstarb, wenn sogar Erinnerung daran, aus bösem Grunde, rundum ...

ndPlusKlaus Bellin

Der Weg in den Untergrund

Man fand ihn in der Nähe der italienischen Stadt Segrate. Er lag auf dem Rücken, die Arme ausgebreitet, unter einer Hochspannungsleitung. Ein Hund, der am nächsten Tag schon eine Berühmtheit war, sah ihn zuerst, und sein Besitzer rief die Carabinieri. Die Polizeistation, mit anderen Aufgaben reichlich eingedeckt, schickte die erstbeste Streife. Die sah sich um und schlug Alarm. Eine halbe Stunde s...

Uwe Kalbe

Zeit fürs Grobe

Elefantenrunden sind die alljährlich garantierte Stunde der Gladiatoren, bieten parlamentarischen Raum fürs Rabiate. Die Lautstärke der Zwischenrufe entscheidet über die Kraft der Kommentare in den Zeitungen des nächsten Tages. Die Ziselierer, auf deren Rechnern die Einzelposten des Haushalts entstanden, sitzen im Hintergrund. Eine Schau für all jene, die Bestätigung brauchen für ihren Verdacht, d...

Geht die FDP nach Rechts?

ND: In Hamburg beabsichtigt die FDP, eine Koalition mit der CDU und der Schill-Partei einzugehen. Der Berliner Juli-Landesverband ist strikt dagegen. Warum? Zum einen wegen Schills Stil, der damagogisch ist. Für sehr komplexe Probleme bietet er ganz einfache Lösungen an. Er spielt mit den Ängsten der Leute. Zum anderen wegen des Inhalts seiner Vorschläge. Er setzt vor allem auf Repression und sieh...

Politik ist kein Kindergeburtstag

In ihrem Büro hat jemand ein Blechschild aufgehängt: »Geld allein macht nicht glücklich - Du brauchst auch Häuser, Aktien und Gold.« So behalte sie die Motive jener Beschuldigten im Blick, denen sie ab heute wieder im Parteispenden-Untersuchungsausschuss gegenüber sitzt. Evelyn Kenzler, noch keine 40, Rechtsanwältin und eigentlich spezialisiert auf Familienrecht, versucht als Bundestagsabgeordnete der PDS »Landschaftspflege« auf ihre Art. Publicity-Auftritte à la Hollywood-Ermittler sind ihr fremd. Sie »gibt« mehr die Ruhige. Doch so manch Geladener hat sich davon wohl täuschen lassen. Da sie den zu Befragenden am nächsten sitzt, beobachtet sie genau deren Reaktionen, deutet Körpersprache - und hakt dort nach, wo Ausschuss-Kollegen längst von der Fährte gewichen sind. Mit ihr sprach René Heilig.

ndPlusGisela Sonnenburg

»Geld frisst die Gehirne«

Manchmal stehen sich die Gegensätze näher, als man glauben möchte. Heiner Geißler, CDU-Abgeordneter im Bundestag, zeigte sich als Gast von PDS-Vize Diether Dehm im »Neuss Deutschland« in Berlin fast gerührt von der »freundlichen und fairen Diskussion«.

Jan van Aken

Droht Bioterrorismus?

Die Meldungen über mögliche terroristische Anschläge mit biologischen Waffen haben sich in den letzten Tagen gehäuft. Landwirtschaftliche Sprühflugzeuge in den USA erhalten Flugverbot, Wasserreservoirs stehen unter Polizeibeobachtung, es ist die Rede von Hunderttausenden möglichen Toten. Wie realistisch sind diese Horrorszenarien? Unserer Einschätzung nach kann ein kleinräumiger und begrenzter bio...

ndPlusHenri Rudolph, Islamabad

Was kommt nach den Taleban?

Während die Nordallianz inzwischen an drei Fronten - im Norden, nahe der Hauptstadt Kabul und seit gestern auch im Westen - aktiv ist, werden bereits die Karten für die Zeit nach den Taleban gemischt.

Rumsfeld verneint Invasions-Plan

Die USA planen in ihrem Kampf gegen den internationalen Terrorismus möglicherweise keine offene Invasion. Verdeckte Aktionen freilich laufen bereits: In mehreren Länder gab es neue Verhaftungen von mutmaßlichen Terroristen.

An Raketenabwehr wird festgehalten

Ottawa (Reuters/ND). Die USA sind nach den Anschlägen am 11. September weiterhin fest entschlossen, ihr umstrittenes Raketenabwehrsystem voranzutreiben. Die Ereignisse zeigten deutlich, dass Terroristen jedes Mittel, das ihnen zur Verfügung stehe, benutzen würden und in Zukunft könnten das auch Raketen sein, sagte David Martin vom Ausschuss für Raketenabwehr im USA-Verteidigungsministerium am Dien...

Martin Schwarz, Wien

NATO geht - NATO kommt

Während die ersten NATO-Soldaten Mazedonien verlassen, steht die Nachfolge-Mission von »Essential Harvest« (Wesentliche Ernte) bereits fest.

Grüne suchen Schuldige

Nach den hohen Stimmenverlusten bei den Bürgerschaftswahlen in Hamburg am vergangenen Sonntag will die Hamburger Grün-Alternative Liste(GAL) ihre Strategie und ihre künftige Rolle überdenken.

Angeblicher Terrorist meldet sich

Hamburg (dpa/ND). Der wegen angeblicher Kontakte zu Osama bin Laden in Terrorismusverdacht geratene Mamoun Darkazanli hat sich am Mittwoch in Hamburg gemeldet und eine Terrorbeteiligung abgestritten. »Ich bin bestürzt, ich habe mit der ganzen Sache nichts zu tun«, sagte er telefonisch laut einem seiner Hamburger Geschäftspartner. Er wolle sich nun einen Anwalt nehmen und mit den Behörden in Verbin...

ndPlusMartin Schmidt

»Rauchen für mehr Sicherheit ist zynisch«

Der Regierungsentwurf des Bundeshaushalts, dessen Beratung vor zwei Wochen im Bundestag unterbrochen wurde, stößt auf Kritik der PDS. Vor allem die geplante Schuldensenkung hält die Vizevorsitzende der Bundestagsfraktion, Christa Luft, für unrealistisch.

Uwe Kalbe

Da wurde Hans Eichel richtig fuchtig

Das Ritual der Elefantenrunde, wie der jährliche Schlagabtausch zwischen Kanzler und Oppositionschef anlässlich der Verabschiedung des Kanzleramtsetats genannt wird, nahm am Mittwoch trotz allgegenwärtiger Bekenntnisse zur Geschlossenheit gegen den Terrorismus keinen Schaden. Dem politischen Gegner wurde nichts geschenkt.

ndPlusBernd Baumann

Bildungsminister beruft Lehrer für KZ-Gedenkstätten

Bildungsminister Steffen Reiche (SPD) will rechtsextremistische Aktivitäten an Brandenburgs Schulen stärker als bisher bekämpfen. Gestern stellte er Unterrichtselemente vor, die zur Eindämmung von Fremdenfeindlichkeit und Gewalt führen sollen. Jeder Schüler müsse sich künftig von der 1. bis zur 13. Klasse damit auseinander setzen. In einem Rundschreiben an die Schulen gab der Minister fächerüberg...

Anouk Meyer

Im Zickzackkurs die Probleme gestreift

Mehr Geld, flexiblere Verwaltungsstrukturen, neue Formen der Förderung: Mit einem ganzen Bündel an »Arbeitsaufträgen« verließ Kultur-Staatssekretärin Alice Ströver (Grüne) am Dienstagabend die Diskussion um die Zukunft der Off-Kulturszene, zu der ihre Partei geladen hatte. Zwar berührte das Gespräch im Zickzackkurs verschiedenste Themen, eines aber war sowohl für die Podiumsgäste als auch für die...

ndPlusChristoph Ziermann

Krankenhaus Moabit vor dem stillen Ende

Schon am 31. Oktober - sechs Monate früher als zunächst geplant - soll die traditionsreiche Klinik in Moabit schließen. Nur vier Abteilungen bleiben durch Verlagerung in andere Häuser erhalten. Die Psychiatrie wird von den St. Hedwig-Kliniken übernommen, die Abteilungen Strahlentherapie/Nuklearmedizin und Onkologie/ Hämatologie kommen nach Friedrichshain. Da die beiden neuen Träger noch nicht übe...

Karin Nölte

Was ist normal?

Es ist fühlbar: Die Atmosphäre in der Stadt hat sich verändert. Einfach zur Tagesordnung überzugehen - »das Leben geht weiter« - gelingt nicht. Die Bilder vom Terror in den USA haften im Gedächtnis, die Angst vor dem, was folgt, wächst. Das Leben in Berlin ist anders geworden. Nur drei Beispiele vom gestrigen Mittwoch, drei Nachrichten: 1.: Wieder gab es Bombenalarm, dieses Mal blieb die Hauptha...

ndPlusKarin Nölte

Gysi, der Durchblicker

Ab heute in 70 Berliner Kinos: auf der Werberolle 33 Sekunden Wahl-Spot der PDS. Spitzenkandidat Gregor Gysi wird da vollgeplappert von einer Optikerin (Susanne Wagner): »Allet eene Mischpoke« die anderen, im Hintergrund verschwimmen Postkarten von Wowereit und Steffel, »die Stadt braucht eenen mit Durchblick«, Gysi wird eine neue Brille verpasst, warum er denn nichts sage, »bin bisher nicht zu Wo...

Peter Kirschey

Flughafen: Ein Neuanfang ist nötig

Ginge es nach dem Willen der PDS, dann sollte die Frage eines künftigen Flughafenstandortes für die Berliner Region noch einmal gründlich überdacht werden. Sie spricht sich nicht grundsätzlich gegen Schönefeld aus, verlangt aber eine Offenlegung aller damit verbundenen Risiken. Das heißt, bevor über Privatisierung und Planung entschieden wird, müssten alle Fragen auf den Tisch, die bisher darunter...

ndPlusJörg Staude

Schnellgang

Flugzeugabstürze auf Atomanlagen kommen schon immer in den Katastrophenszenarien der Atomwirtschaft vor. Bis zum 11. September hielt selbst die Umweltbewegung einen solchen Unfall für ein eher theoretisches Konstrukt. Was sie zu Recht nicht hinderte, auf diese Schwachstelle hinzuweisen. Schließlich war ja auch mit der Kernschmelze in Tschernobyl etwas passiert, was nach allen Berechnungen eigentli...

René Heilig

Robuste Sorge

Reichlich naiv nannte Scharping die Frage eines Journalisten, ob die geplante Bundeswehr-Führerschaft beim neuen Mazedonien-Einsatz dazu dienen könnte, bislang dort stationierte NATO-Verbündete für Bushs Anti-Terror-Feldzug abzustellen. Zwischen naiv und falsch liegen gewaltige Interpretationsspielräume. Versucht man sie auszufüllen, stößt man auf den deutschen Willen, mehr Soldaten als bislang au...

ndPlusMartin Ling

Mühselig

Es war überfällig. Das mehrmals verschobene Treffen zwischen Palästinenserpräsident Yasser Arafat und dem israelischen Außenminister Schimon Peres fand statt. Volle Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen wurde vereinbart. Ein notwendiger Schritt der Deeskalation. Fast ein Jahr herrschte nach dem die zweite Intifada auslösenden Besuch von Ministerpräsident Ariel Scharon auf dem Tempelberg Funkstille z...

Olaf Standke

Kein »D-Day«

Sollte Bush klüger sein als Berlusconi? Kaum hat der USA-Präsident seine rhetorische Entgleisung »Kreuzzug« repariert, gerade haben die Pentagon-Denker begriffen, dass »Grenzenlose Gerechtigkeit« in der muslimischen Welt allein Allah zugebilligt wird, weshalb der Name für den globalen Anti-Terror-Kampf in »Dauerhafte Freiheit« umgewandelt wurde - da kommt Italiens rechter Regierungschef und gießt ...

Klaus Teßmann

Neue Konzepte gegen 40-Millionen-Defizit

Nach vorsichtigen Schätzungen geht der Bezirk mit einem Defizit von rund 40 Millionen Mark in das neue Haushaltsjahr, informierte der Fraktionsvorsitzende der PDS in der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf, Klaus Jürgen Dahler. Doch die Fraktion, versicherte er, werde auch künftig die vielen guten Projekte im Bezirk unterstützen. Das Problem der leeren Kassen bestehe auch unabhängig...

ndPlusJack Rodriguez

Inspiration und Tradition

Inspirationen heißt die neue Ausstellung von Gegenwartsmalerei im Museum für Indische Kunst in Dahlem. Mit dem Titel soll darauf hingewiesen werden, dass zeitgenössische indische Künstler sowohl von der europäischen Moderne als auch stärker noch von Traditionen ihrer Heimat beeinflusst worden sind. »Wir haben drei Künstler aus dem Künstlerdorf Cholamandal gewählt, weil man dort zu den Wurzeln zur...

Andreas Schug

Ungewisse Zukunft für 25000 Flüchtlinge

Den rund 25000 Flüchtlingen, die in Berlin aus humanitären und anderen Gründen geduldet werden, droht nach Angaben des Berliner Flüchtlingsrats die Illegalität. Dies sei zu befürchten, falls der Entwurf des Bundesinnenministers, Otto Schily (SPD), zum Einwanderungsgesetz, das eine Duldung nicht mehr vorsieht, beschlossen werde. Eine »Bescheinigung«, die den Aufenthalt in Deutschland erlaubt, sieh...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Nicht große Politik, sondern die Hausaufgaben machen

»Klartext reden« wollen Verfasser und Unterzeichner der »Berlin-Erklärung 2001«, die gestern im Dussmann-Haus in der Friedrichstraße in Mitte der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Zugleich geht es ihnen darum, eine Messlatte aufzulegen, an der politische Vorstellungen und Handlungskonzepte der Parteien und Kandidaten in der öffentlichen Diskussion gemessen werden können. Dem knappen Dutzend Autor...