Ausgabe vom 01.02.2003

Gregor Putzlato, Aschchabad

»Ruhnama« - der verordnete Bestseller

Vor Jahren war Turkmenien durch den Karakum-Kanal berühmt. Heute sorgt der Präsident Turkmenistans selbst für den Ruhm seines Landes Turkmenbaschi!« jubeln Hunderte von jungen Frauen in roten Kleidernol entlang eines mit handgeknüpften Teppichen ausgelegten Spaliers. Die jungen Frauen sind Studentinnen und Schülerinnen. Über ihren Schultern baumeln Haarzöpfe bis zur Hüfte. Die Zöpfe haben alle di...

Prof. Dr. Gregor Putensen

Ein irritierender Fund

Eine Hysterie bemächtigte sich Schwedens und seiner nordischen Nachbarn, als im Herbst 1981 ein sowjetisches U-Boot vor dem Kriegshafen Karlskrona auf Grund gelaufen war. Heute weiß man: wegen Sauferei an Bord. Damals jedoch wurden fortan alle von der schwedischen Marine festgestellten »Unterwasseraktivitäten« fremder Mächte in den Küstengewässern des Landes nur einem Adressaten zugeschrieben: der...

ndPlusMario Keßler

Rosenberg

In der DDR war er beinahe eine »Unperson« - der 1889 in Berlin geborene und 1943 im New Yorker Exil verstorbene Historiker Arthur Rosenberg. Dies lag vor allem daran, dass er, 1924/25 Mitglied des KPD-Politbüros, die Partei 1927 verließ und sich fortan als unabhängiger Marxist und produktiver Wissenschaftler einen Namen machte. 1933 seines Lehramtes in Berlin enthoben, arbeitete er fortan an der U...

Prof. Dr. Helmut Heinz

Angst vor Unterwanderung?

In seinem aufschlussreichem Beitrag »Wie die Aussätzigen behandelt. Die ostdeutsche Geschichtswissenschaft 12 Jahre nach dem Ende der DDR« (ND vom 21./22. 12. 2002) erinnerte Stefan Berger an die Art und Weise, wie westdeutsche Historiker nach der Vereinigung mit ihren ostdeutschen Kollegen umgingen, mit denen sie vor 1989 oft gute Beziehungen hatten. Dies Vorgehen blieb nicht dem Zufall überlasse...

ndPlusHorst Diere

De Zeven Provinciën

De Zeven Provinciën - das waren die sieben Nordprovinzen, die sich zu Beginn des nationalen Befreiungskampfes der Niederlande gegen die spanische Herrschaft 1569 in der Utrechter Union zusammengeschlossen und damit die Grundlage für die spätere Republik der Vereinigten Niederlande geschaffen hatten. Die Erinnerung an den langen Krieg um ihre Unabhängigkeit hielten die seefahrenden Niederländer auc...

Siegfried Neumann

Gedruckte Adern

Einfach den Tintentank vom Computerdrucker leeren, reinigen und sterilisieren. Dann eine Zellkultur einfüllen und schon können wir uns Adern in passender Größe und Form drucken. So einfach wird es wohl für die Mediziner nie werden. Doch immerhin berichtet das britische Wissenschaftsmagazin »New Scientist« (Bd. 177, No. 2378) über erfolgreiche Versuche, mit einem modifizierten Tintenstrahldrucker d...

ndPlusKerstin Petrat

Stammen wir vom Erdferkel ab?

Elefanten, Seekühe und Erdferkel haben etwas gemeinsam, zumindest der Meinung einiger Systematiker nach. Diese zählen die Tiere zur Gruppe der Afrotheria. Der Name weist schon auf ihren Ursprung hin: Afrika. Dort entwickelte sich diese übergeordnete Gruppe zu einer Zeit, als der Kontinent von anderen isoliert war. Anatomische Anhaltspunkte für die Verwandtschaft gibt es keine, wohl aber genetische...

Lucian Haas

Ultraleichte Solarflugzeuge als Satellitenersatz

Sehr hoch fliegende, unbemannte Flugzeuge sollen in Zukunft Satelliten ersetzen. Das plant die US-Raumfahrtagentur NASA gemeinsam mit dem kalifornischen Unternehmen Aerovironment. In wenigen Jahren sollen ultraleichte Flugzeuge mit Solarzellen und Elektroantrieb in mehr als 20 Kilometern Höhe monatelang ohne Zwischenstopp ihre Runden drehen. Von dieser Position in der Stratosphäre aus können sie T...

Studiengebühr für alle?

(ND-Höxtermann). Mit einer landesweiten Aktionswoche für ein gebührenfreies Studium, die am heutigen Sonnabend zu Ende geht, wollen die Studenten Baden-Württembergs Front gegen die Pläne der Stuttgarter Landesregierung machen, so genannte nachlaufende Studiengebühren einzuführen. Diese sollen nicht erst bei überlangem oder Zweitstudium anfallen, sondern bereits ab dem ersten Semester erhoben werde...

Anja Probe

Reden mit Korken im Mund und dem Gummiknüppel in der Hand

Deutschlands erstes Institut für Rhetorik und Kommunikation hat Berlin als zweiten Standort neben Bornheim (bei Bonn) auserkoren. Hier kann jeder, ob Student oder Manager, lernen, schlagfertig, fesselnd und überzeugend zu reden.

ndPlusAndreas Knudsen, Kopenhagen

Gesucht: Junge Forscher

Unsere Gesellschaft in Europa ist eine gestörte. Wir wollen alle guten Dinge, die die Wissenschaft zu bieten hat, aber wir wollen nicht dafür bezahlen. Seit den 60er Jahren hat sich die positive Haltung der Gesellschaft gegenüber den Wissenschaften geändert. Wir können die jungen Leute nicht davon überzeugen, in die Wissenschaften einzusteigen, wenn wir keine Haltungsänderung bewirken können.« Mit...

Jürgen Amendt

Zuchtmeister: Lehrer

Deutschland vor 70 Jahren: Adolf Hitler wird zum Reichskanzler ernannt. Die noch junge deutsche Demokratie - die Weimarer Republik - wird damit auch offiziell zu Grabe getragen. Die ganze Tragik dieses Vorgangs bestand darin, dass der Weimarer Republik kaum einer eine Träne nachweinte - sie war eine Republik ohne Republikaner, ohne Demokraten. Wie hätte sie es auch sein können, waren doch ihre Gr...

ndPlusChristiane Reymann

Wo aber bleibt denn der Architektenwettbewerb?

Als »Bibel« sei sein Strategiepapier aus dem Kanzleramt nicht zu verstehen, ließ Gerhard Schröder unlängst verlauten. Es muss ja nicht gleich die Bibel sein, aber derartige Papiere seiner besten PR-Berater haben »bisher recht durchschlagende, wenn nicht finale Wirkung gezeigt« (»Handelsblatt«, 15.01.2003). Absichtsvoll war kurz vor Weihnachten das Strategiepapier zum Abbau der sozialen Sicherungs...

Hans-Dieter Schütt

Der Schraubenschlüssel hinterm Rücken

Bis zum Herbst 2005 wird der Diogenes Verlag Zürich in 32 Bänden das Werk der modernen Klassikerin Patricia Highsmith neu verlegen - jährlich erscheinen acht Bücher. Darunter auch weltweit noch unveröffentlichte Stories.

ndPlusLouis Eberhard Scheibner

Überwintern auf der Insel der Aphrodite

Die Prospekte versprechen 340 Sonnentage im Jahr. Und in der Tat: Auch wer jetzt auf der drittgrößten Mittelmeerinsel, also in nebelgrauer Mitteleuropajahreszeit anreist, wird meist mit strahlend blauem Himmel und frühlingshaften Temperaturen begrüßt. Selbst im Januar sinken die Durchschnittswerte nur knapp und selten unter 20 Grad. Viele Früchte wurden erst Anfang Dezember geerntet, und im Januar...

»Ärger weg, Punkte her«

ND: Hat Ihre Mannschaft den Schock des verpatzten Rückrundenauftaktes am letzten Wochenende schon verdaut? Wibran: Ich denke schon. Im Fußball geht das Leben schnell weiter. Da darf man sich nicht so lange ärgern. Wir müssen jetzt - als wäre nichts gewesen - weitermachen. Die volle Konzentration gilt nun dem nächsten Spiel beim 1. FC Nürnberg. Wie konnte dieses blamable 1:4 gegen 1860 München über...

ndPlusThomas Wieczorek

Ausländer an den Spielfeldrand!

Mit dem Verbot für die Klubs der Ersten und Zweiten Fußball-Bundesliga, in ihren Amateurmannschaften Nicht-EU-Ausländer einzusetzen, hat Regierungsrechtsaußen Otto Schily den Sack ganz zugemacht: Schon seit einem Jahr nämlich gilt dies für sämtliche Amateurklubs. Und damals hatten sogar liberale Demokraten wie Ex-Außenminister Klaus Kinkel gewarnt: »"Ausländer raus!" kann und darf keine ...

Matthias Ende

Heute »Klassiker« gegen Frankreich

Die Öffentlich-Rechtlichen haben mit Programmänderungen auf den Einzug der deutschen Handball-Nationalmannschaft in das WM-Halbfinale reagiert. Sollte das Team das Endspiel in Lissabon erreichen, wird die Partie am Sonntag von 18 Uhr an live im Dritten Programm des WDR gezeigt. Eine Liveübertragung in der ARD scheiterte wegen der Politik-Sendungen zu den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen....

ndPlusIrmtraud Gutschke

Araber zu Gast

Auf der Frankfurter Buchmesse 2004 sollen die 22 Länder der Arabischen Liga im Mittelpunkt stehen. Dass ihn eine solche Ankündigung ins Gerede der Feuilletons bringen würde, dürfte dem Buchmessen-Direktor Volker Neumann klar gewesen sein. Dass er gerade jetzt angesichts des drohenden Krieges gegen Irak damit herausrückt, bedeutet, ein Zeichen zu setzen. Das hat nichts mit einer Unterstützung für S...

Jürgen Reents

Startschuss

Wer hat Schuld daran, dass acht europäische Regierungen der US-Kriegspolitik ihre Vasallentreue geschworen haben? Schröder mit seinem Nein aus »wahltaktischem Kalkül«. Er habe »den Startschuss für die anderen gegeben, sich nun ihrerseits nach Lust und Laune zu profilieren«. So der gestrige Leitkommentar der »taz«. Wäre es also besser gewesen, Schröder hätte einem Krieg nicht abgesagt, mit welch zu...

ndPlusMartin Ling

Explosiv

Die Rede des Präsidenten Laurent Gbagbo zur Lage der Nation ist seit Mittwoch überfällig. Die Verzögerung ist so verständlich wie gefährlich. Seit dem Friedensplan vom letzten Wochenende rebellieren Gbagbos Anhänger gegen das von ihnen als Diktat der Ex-Kolonialmacht Frankreich empfundene Abkommen. Ein Abkommen, das Gbagbos Innenminister Yao Paul Ndre inzwischen öffentlich für null und nichtig erk...

Jörg Staude

Glaubwürdig?

Wenn Regierungsfraktionen beschließen, die von ihnen gestellte und souveräne Regierung dürfe vorerst eine bestimmte Steuer nicht erhöhen, fehlt es letzterer ganz offenbar an Glaubwürdigkeit. Dass es dem Kabinett Schröder daran seit der letzten Bundestagswahl mangelt, ist kein Geheimnis. In den Augen des Wahlvolks genügt es nicht mehr, dass der Kanzler eine Mehrwertsteuer-Erhöhung ausschließt - da ...

ndPlusJan Eik

»True crime« aus dem Nachkriegsberlin

Seinen 65. Geburtstag feiert er heute in einem märkischen Schloss. Ein Krimikönig? Horst Bosetzky, seit zwei Jahren emeritierter Soziologieprofessor und Vorsitzender des Berliner Verbandes deutscher Schriftsteller, würde sich gegen solche Überhöhungen wehren. Als Vater des deutschen Sozio-Krimis veröffentlichte er lange Zeit nur unter Pseudonym: -ky. In den neunziger Jahren machte dann die Familie...

Hans-Dieter Schütt

Ein Strahlen, das staunen macht

Man ist doch zu gern, was man sein möchte. Also schauen wir hinauf zu den Brettern, die die (andere) Welt bedeuten und beneiden die Schauspieler - und auf dass niemand uns dabei ertappe, wie unsere Gesichter schon beim Zusehen andere werden, tun uns die Theaterleute den Gefallen, das Licht im Saale zu löschen ... Wo Schauspieler echt wie das Leben sein wollen, sind sie am verlogensten; wo jedoch d...

ndPlusAndreas Knudsen

Nokia weiter in Spitzenposition

Der finnische Telegigant Nokia hat es den Konkurrenten auch im vergangenen Jahr gezeigt, wo die Entwicklung hingeht und wer der Marktführer ist. Auf einem insgesamt schwachen Markt konnte das finnische Unternehmen - Inbegriff modernen Designs und technischer Innovativität - weiter zulegen und seinen Marktanteil ausbauen.

Steffen Schmidt

Ministerin will die Chemie bessern

Die Chemie hat hier zu Lande auf Grund mancher Umweltskandale und dubioser Lebensmittelzutaten einen eher schlechten Ruf. Mit dem »Jahr der Chemie« wollen das Bundesforschungsministerium und die einschlägigen Fachverbände eine differenziertere gesellschaftliche Debatte anregen - und natürlich das Interesse am Fach Chemie wecken.

ndPlusMarcus Schwarzbach

Clement: Der Mann fürs Grobe

Der Kündigungsschutz von Beschäftigten in Kleinbetrieben müsse auf den Prüfstand, kündigte »Superminister« Clement an. Das dies nur der Anfang seiner Pläne ist, zeigen die Ankündigungen in den letzten Tagen.

Kurt Stenger

98700000000 Dollar Miese

Zwei Jahre nach dem Zusammenschluss von AOL und Time Warner sitzt der Mediengigant auf einem finanziellen Scherbenhaufen. Die einstige Internet-Euphorie ist längst verflogen.

ndPlusDeborah Schmidt

Chávez-Demos in Berlin?

Der 31-jährige Landschaftsplaner Mario F. Berríos Miranda ist Mitglied der KP Chiles und Mitbegründer des »Aktionsbündnis für Venezuela«, das in Berlin für Hugo Chávez mobilisiert.

Anton Holberg

Wo bleiben die arabischen Massen?

Zu Wochenbeginn gingen in einigen arabischen Hauptstädten Zehntausende von Menschen auf die Straße, um gegen den bevorstehenden USA-Krieg gegen Irak zu demonstrieren.

ndPlusGregor Putensen

Luftwaffe flog ihren ersten Bombenangriff

Für Norwegen wurde der 27. Januar zu einem makabren historischen Datum: Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges eröffneten Flugzeuge der norwegischen Luftwaffe das Feuer auf gegnerische Kämpfer.

Jan Keetman, Istanbul

Ankara rüstet seine Truppen auf

Der türkische Generalstab gab kurz nach Bushs Rede an die Nation bekannt, die eigenen Truppen an der Grenze zu Irak erhielten zusätzliche Ausrüstung und Material.

ndPlusJaroslav Polivka, Prag

Vaclav Havel verlässt die Prager Burg

Nach 13 Amtsjahren verlässt Vaclav Havel morgen die Prager Burg. Wer ihm als tschechischer Staatschef folgt, ist weiter offen. Zwei Wahlgänge haben bisher keine Mehrheit für einen Kandidaten erbracht. Havel, der dienstälteste Präsident Europas, kann nach der Verfassung nicht wieder gewählt werden.

Olaf Standke

Zeremonienmeister im Sicherheitsrat

Der Weltsicherheitsrates sei das »einzige Gremium«, das über einen möglichen Irak-Krieg entscheiden dürfe, so Bundeskanzler Gerhard Schröder. Heute übernimmt Deutschland den Vorsitz im höchsten UNO-Organ.

ndPlusHendrik Lasch

Kita-Ausschluss unzulässig

Die Stadt Dresden ist mit ihrem Vorhaben gescheitert, den Kindern von Arbeitslosen die Betreuung in Krippen zu verwehren. Richter halten die pauschale Ausgrenzung für nicht rechtens.

Claus Dümde

Warnung vor Hysterie und Illusionen

Der Aktionsplan der Bundesregierung zum besseren Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt und Missbrauch sowie der Gesetzentwurf von SPD und Grünen zur Novellierung des Sexualstrafrechts haben beim Deutschen Anwaltverein (DAV) und beim Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) ein kritisches Echo gefunden.

ndPlusPeter Liebers

Freibrief für Bespitzelung von Abgeordneten

Im Thüringer Landtag führten eine von der SPD eingebrachte Novelle zum Verfassungsschutzgesetz und ein von der CDU beantragter Bericht der Regierung zur Arbeit des Dienstes am Donnerstagabend zu einer kontroversen Debatte.

ndPlusRené Heilig

Sicher ist nur, es gibt ein Urteil

Der Prozess gegen Mounir El Motassadeq, so wurde gestern deutlich, schleppt sich vermutlich auch noch durch den Monat Februar. Es geht um Beihilfe zum Mord - begangen am 11. September 2001 in New York und Washington. Motassadeq drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Peter Richter

Pausbäckchen gegen Schmolllippe

Plötzlich stand der Kandidat in Frankfurt-Bornheim vor der Haustür: »Ich bin Gerhard Bökel und möchte Ihr Ministerpräsident werden«, sagte ein dürrer Zwei-Meter-Mann mit dekorativ verteilten fünf Bartsträhnen am Unterkiefer. Die Dame an der Tür glaubts, lässt den hohen Gast ein, nimmt seine Wahlwerbekarte mit der aufrüttelnden Losung »Bökel: Mein Motto: Ihr Motto« entgegen, bekennt aber, schon bei...

ndPlusPeter Liebers

Drei Positionen zum Krieg gegen Irak

Entschließungsanträge der drei Fraktionen des Thüringer Landtages zum Thema Irak-Krieg führten am gestrigen Freitag zu heftigen Auseinandersetzungen auch über die Haltung der Bundesregierung. Der Antrag der PDS-Parlamentarier, in dem die Landesregierung unter anderem aufgefordert wird, keine Fördermittel für Rüstungsproduktionen auszureichen und stattdessen Friedensprojekte finanziell zu unterstüt...

Christiane Reymann

»Da kann jeder unterschreiben«

Sanft fügt sich Wolfshagen ins Tal der Stepenitz. Neu ist die Kita, privatisiert das Drahtmattenwerk, weitläufig der Park, das Schloss restauriert und seine Porzellansammlung der Öffentlichkeit zugänglich. Das 430-Seelen-Dorf war der Sitz der Gans Edlen zu Putlitz, vormals Raubritter und heute das älteste Adelsgeschlecht der Prignitz. Bis Ende letzten Jahres war Wolfshagen eine selbständige Gemein...

Bush und Blair halten in Camp David Kriegsrat

Die USA haben die heiße Entscheidungsphase über Krieg oder Frieden im Irak mit einer Serie hochrangiger diplomatischer Konsultationen begonnen. UNO-Chefinspektor Hans Blix beklagte unterdessen erneut die mangelnde Kooperation der irakischen Regierung bei den Waffenkontrollen.

Walter Ruge

Meine drei »Schwestern«

Am 10. Juni vergangenen Jahres wurde meine Frau, nach kurzem Krankenhausaufenthalt, mit einer tödlichen Diagnose nach Hause entlassen. Die sorgfältigen stationären Untersuchungen hatten zudem tiefe Venenthrombosen in beiden Beinen ergeben, die sofort mit subkutanen Injektionen von Fraxiparin behandelt wurden. Von der Entlassung verständigten wir unsere Hausärztin, die versprach, sich um die häusli...

Erstes Ziel: Finanzkraft der Kommune stärken

Mit 63 Prozent der Stimmen wurde die PDS-Landtagsabgeordnete Gerlinde Stobrawa am vergangenen Sonntag zur ehrenamtlichen Bürgermeisterin von Bad Saarow gewählt. Die Wahl war nötig geworden, weil Enrico Jentsch (CDU) das Amt wegen einer Stelle im Ort aufgab, um Interessenskonflikte zu vermeiden. Die 54-jährige Gerlinde Stobrawa (PDS) ist Lehrerin, seit 1990 Landtagsabgeordnete, verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter.

Berlin - TIPPS

Politik »Radler auf die Fahrbahn!« - Fahrrad-Skater-Demonstration am 2.2., Beginn 14 Uhr vor dem Roten Rathaus. »Orient und Okzident - Schuldzuweisung und Schuldbewusstsein« - Vortrag mit Mordechay Lewy am 4.2., 19 Uhr, im Jüdischen Kulturverein, Oranienburger Straße 26. Freizeit Semesterschau der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«, Abt. Puppenspielkunst, heute und am 2.2., jeweils 15 Uh...

ndPlusTimo Fehrensen

Gala für Waisen

Der von Bürgerkriegen, Naturkatastrophen und Raubbau ausgelaugte afrikanische Kontinent braucht besondere Unterstützung. Aus diesem Grund veranstaltet die Schauspielerin Christiane Schulz, nicht nur eine der attraktivsten, sondern auch eine der witzigsten deutschen Jung-Schauspielerinnen, bekannt aus Fernsehserien »Tatort«, »Und Tschüß!«, »Traumfrau mit Nebenwirkung«, eine Charity-Gala, den »Lange...

Klaus Teßmann

Kein Geld für 38 Projekte

Die AG Freie Träger befürchtet eine massive Verschiebung in der sozialen Infrastruktur von Marzahn-Hellersdorf. Für 38 Kinder-, Jugend- und Sozialprojekte gibt es kein Geld vom Bezirk. Nur wenigen wird es gelingen, andere Ressource zu erschließen, um zu überleben. Betroffen sind vor allem Jugendeinrichtungen, Beratungsstellen, Sportvereine, aber auch Senioren-Treffpunkte. Für dieses Jahr stehen i...

ndPlusKarin Nölte

Berlin hofft auf viele Chinesen

Zwischen Bangen angesichts der Wirtschaftsflaute sowie der Irak-Kriegsgefahr und Hoffen auf China zittert derzeit die Berliner Tourismuswirtschaft. Die Branche steckt bundesweit in einem Tief. Berlin hat wenigstens ein paar Lichtblicke wie Silvesterparty, Karnevalsumzug, Loveparade und Marathon. Und doch ist die Zahl der deutschen Übernachtungsgäste in der Hauptstadt von Januar bis November 2002 ...

Velten Schäfer

Fonds wurden schöngerechnet

Bei Auswahl, Finanzierung und Wertkontrollen der Objekte, die in die desaströsen vom Landeshaushalt garantierten Immobilienfonds der Bankgesellschaft-Töchter »Bavaria« und »IBG« aufgenommen wurden, hat es nach Ansicht des Untersuchungsausschusses »erhebliche Mängel« gegeben. Vorsitzender Frank Zimmermann (SPD) sagte nach der gestrigen Sitzung, aus Gründen schlechter Organisation und Ignoranz sei a...

ndPlusPeter Kirschey

Die kalte Schlacht um ein einsames CDU-Mandat

Es gehört schon einiges dazu, sich im Dschungel des Regelwerkes bei Wahlen zurechtzufinden. Zwar entscheidet in erster Linie der Wähler mit seiner Stimme, wie sich ein Parlament zusammensetzt, doch im Detail müssen nicht selten die Gerichte befragt werden, ob alles nach Recht und Gesetz gelaufen ist. Das Landeswahlgesetz, die Landeswahlordnung und natürlich die Berliner Verfassung bilden dabei da...

Klaus Joachim Herrmann

Zeitzeichen

Irgendwo zwischen Zeitzeichen - piep-piep, soeben wurde es... - und Zeichen der Zeit bewegt sich das Leben. Mal geht es um Uhrzeit, mal das Symbol, mal macht Deutung etwas aus dem Augenblick. An der Uhr gemessen, behandeln Ausschüsse des Parlaments nicht nur Anträge, Vorlagen und dergleichen, sondern bestätigen bisweilen Vorurteile. So am Dienstag um 10 Uhr. Kurz vor dieser vollen Stunden strömen ...

ndPlusBernd Kammer

Schönefeld-Ausbau weiter in der Schwebe

Die Turbulenzen um den Ausbau von Schönefeld dauern an. Gestern verstrich offenbar ein weiteres Datum, bis zu dem der Vertrag zum Bau des Großflughafens und der Privatisierung der Berlin Brandenburg Flughafenholding (BBF) unterschriftsreif vorliegen sollte. Während es im Senat noch hieß, es werde bis zum Abend weiterverhandelt, ging man beim Bieterkonsortium um den Baukonzern Hochtief und der Immo...

ndPlusTom Strohschneider

Friedensbewegung bereitet sich auf den »Tag X« vor

»Noch kann der Krieg gegen Irak verhindert werden«, macht sich die Friedensbewegung dieser Tage Mut. Für den Fall, dass die weltweiten Bemühungen einen Angriff auf Irak nicht aufhalten können, wollen Kriegsgegner ihre Aktionen für den Frieden verstärkt fortsetzen.

Knut Mellenthin

Der »unvollendete« Krieg

Der Irak-Krieg, den die USA-Regierung auslösen will, hat mit dem 11. September 2001 nichts zu tun - außer dass der Schock über die Terrorangriffe den psychologischen Rahmen lieferte, um jahrelang vorbereitete Kriegspläne in Gang zu setzen.

»...bestraft wird, wer das Empire herausfordert«

Der Direktor des neokonservativen Olin Institute for Strategic Studies an der Harvard University, Stephen Peter Rosen, Gründungsmitglied des »Project for a New American Century« mit erstklassigen Verbindungen zum Pentagon, Nationalen Sicherheitsrat und Naval War College, hat Mitte 2002 die neue militärische Weltsicht der USA wie folgt zusammengefasst:

Jochen Reinert

Das Recht des Stärkeren

Während die USA gegenüber Irak unter Androhung von Gewalt strikte Einhaltung internationaler Vereinbarungen verlangen, halten sie es mit ihren eigenen Verpflichtungen vielfach ganz anders.

ndPlusRainer Rilling

»American Empire« als Wille und Vorstellung

Zwischen dem 11. September 2001 und Mitte 2002 entwickelte sich in der Bush-Regierung eine Einschätzung der globalen Situation und der sich daraus ergebenden vor allem militärpolitischen und -strategischen Zielsetzungen, die sich deutlich von jener der USA-Regierungen der letzten Jahrzehnte unterscheidet. Die Überlegungen waren nicht neu, nun aber wurden sie machtfähig.

Jürgen Wagner

»Sehr guter Grund für einen Krieg«

Öl ist bekanntlich der Treibstoff moderner Ökonomien. Seine Kontrolle dürfte wegen tief greifender Veränderungen des Weltmarktes noch wichtiger werden.

André Brie

Die Embargobrecherin in Basra

Eine mutige Frau lernte André Brie, PDS-Abgeordneter im Europäischen Parlament, bei seinem Besuch in der südirakischen Stadt Basra kennen: die Österreicherin Dr. Eva-Maria Hobiger.

ndPlusAnton Holberg

Wer ist Saddam Hussein?

Ist Saddam Hussein der Mensch, der das Exil dem Untergang vorziehen würde, der sein Land verließe, statt es dem Überfall der USA auszusetzen?

Gute und »böse« Nachbarn

Iraks Nachbarstaaten sind sich gar nicht einig, wenn es darum geht, die Kriegspläne der USA zu unterstützen.

ndPlusClaus Dümde

Grundgesetz ist eindeutig

In der Frage von Krieg und Frieden sind Regierung und Parlament ans Völkerrecht gebunden. Artikel25 Grundgesetz bestimmt: »Die allgemeinen Regeln des Völkerrechtes sind Bestandteil des Bundesrechtes. Sie gehen den Gesetzen vor und erzeugen Rechte und Pflichten unmittelbar für die Bewohner des Bundesgebietes.« Ebenso eindeutig ist in Artikel26 das Verbot des Angriffskriegs fixiert: »Handlungen, di...

Dietmar Wittich

Mehrheitlich gegen Krieg

Der Papst ist gegen einen Krieg in Irak. Die Deutschen sind es mehrheitlich auch. Die Gegner von Krieg und deutscher Kriegsbeteiligung bilden - das ist bekannt, seit das Meinungsbild dazu mittels empirischer Sozialforschung untersucht wird - mit 42 bis 45 Prozent der Bevölkerung eine stabile und starke Minderheit. Dass nun ein Krieg gegen Irak bevorsteht, geht täglich durch die Medien. Das ruft au...

ndPlusRené Heilig

Drehscheibe Deutschland

Nein, sagt die Bundesregierung, Deutschland werde nicht am Krieg gegen Irak teilnehmen. Das ist eine zu grobe Position, um wahr zu sein.

Mattes Dellbrück

Das erste Opfer ist die Wahrheit

Washingtons Mobilmachung gegen Irak beschränkt sich nicht auf den militärischen Aufmarsch, auch an der »ideologischen Front« rüstet man auf.

Es droht eine humanitäre Katastrophe

Auch zahlreiche Hilfsorganisationen bereiten sich intensiv auf einen Irak-Krieg vor. Im Kriegsfall sollen Mitarbeiter in die Region reisen, Spendenaufrufe werden gestartet. Schon heute sammeln Erkundungsteams Informationen über Hilfsmöglichkeiten und die Erfordernisse im Ernstfall. Deutsche Hilfswerke, die im Irak vertreten sind, rechnen mit bis zu 200000 Toten und Verletzten in der Zivilbevölkeru...

Max Böhnel, New York

Der Aufmarsch

Die USA werden einen Angriffskrieg gegen Irak vom Zaun brechen, mit oder ohne Zustimmung des UNO-Sicherheitsrates. Die Militärmaschine am Persischen Golf läuft sich warm.

Prominente gegen den Krieg

Sheryl Crow»Kriege entstehen durch Gier und sie können schlimme Vergeltungsakte zur Folge haben.« Die US-Amerikanerin protestierte gegen einen drohenden Angriff auf Irak, als sie bei den 30. American Music Awards den Preis als beste Pop- und Rock-Künstlerin erhielt.  Jochen Senf »Ich wünsche Bundeskanzler Schröder Standfestigkeit für sein "Nein!" gegen einen US-amerikanischen Kriegs...

Jürgen Reents

Entwaffnet Bush!

Bush hat seinem Krieg gegen Irak einen Aufschub gegeben. Darf man erleichtert sein? Kaum, denn es ist paradox und geradezu widerlich: Je mehr Zeit »gegeben« wird - ein zynisches Verb für die Vorbereitung eines Angriffs - desto massiver wird der Militäraufmarsch in der Golfregion, desto unerbittlicher und pathetischer tönt es aus der US-Administration. Und desto näher rückt der zu befürchtende Umke...

------------------------------- ND-Extra: Nein zum Krieg! -------------------------------

Neues Deutschland informiert umfassend - in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung - über die Kriegsvorbereitungen gegen Irak. Eine Auswahl:Der Aufmarsch am Golf Das erste Opfer ist die Wahrheit Drehscheibe Deutschland Meinungsbild: Ablehnung und Angst Wer ist Saddam Hussein? Die Embargobrecherin in Basra Im Hintergrund: Der Kampf um Öl Esso auf Irak-Kurs Bush will ein »American Empire« Se...

Aktionen

Bundesweit finden Aktionen der Friedensbewegung statt.

Nein zum Krieg

Samstag, 1.2.2003 Aschersleben: 10 Uhr Demonstration auf dem HolzmarktDarmstadt: Demonstration, 11 Uhr ab Friedensplatz Düsseldorf: Friedenstag: 14 Uhr 30 Ökumenisches Gebet, St. Lambertus; 15 Uhr 30 Kundgebung Rathausvorplatz, 16 Uhr 30, Demonstration zur Königsallee, 18 Uhr Lichterkette auf der Königsallee Erfurt: Schüler-Demonstration ab 13 Uhr, Treffpunkt Fischmarkt Essen: ab 11 Uhr Kundgebung...