Ausgabe vom 27.11.2004

Gut Aiderbichl - Paradies für Mensch und Tier

Eine Woche der Entspannung lag vor uns. Wir wollten unseren Aufenthalt im Salzburger Land mit dem Besuch des Schaugutes Gut Aiderbichl, 19 Kilometer nördlich von Salzburg, verbinden. Wir hatten von dem Gut und seinem Erbauer, Michael Aufhauser, schon viel gehört. Unsere Erwartungen wurden von der Realität übertroffen. Erst vor vier Jahren wurde die Anlage fertig gestellt. Michael Aufhauser hat es...

Jochen Fischer

Usedom: Badespaß zu jeder Jahreszeit

Pommersche Riviera wird Usedoms Ostseeküste auch genannt, und die östlichsten Orte Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin firmieren seit Jahren wieder als »Kaiserbäder«. Das Kleinste unter den Dreien ist Bansin - wie seine Nachbarn ein entzückendes Fleckchen nordostdeutscher Bäderarchitektur. Zu den touristischen Höhepunkten des Ortes gehört ganz sicher das Forsthaus Bansin. Wer an unserer Leseraktion »H...

Ein Treffen wie in Familie

ND: Was fasziniert Sie an den ND-Leserreisetreffen? Fam. Kusche: Die Atmosphäre. Das ganze Umfeld ist wie in einer intakten Familie. Deswegen sind wir bereits das sechste Mal dabei. Bei jeder Reise hatten wir allerdings kaltes, ja sogar eisiges Wetter. Dafür war alles, was geboten wurde, warm und herzlich. Wer warb Sie für diese Treffen? Eigentlich niemand. Oder doch, Ihre Zeitung. Durch Zufall la...

Erstes Mal war sehr anregend

ND: Sie nahmen zum ersten Mal an einem ND-Leserreisetreffen teil. Wie hat es gefallen? Bittner: Jedes Jahr im Herbst machte ich mit meiner Mutter bisher eine Reise. Diese war die erlebnisreichste. Wo sind Sie zu Hause? In Bahretal bei Pirna. Dort bin ich Geschäftsführerin eines Meisterbetriebes der Kfz-Innung. Was hat Sie bei ND besonders beeindruckt? Die Leute waren einfach fantastisch. Man hatte...

ndPlusJochen Fischer

Adieu Leipzig - Poznan ruft

»Mein Leipzig lob ich mir. Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute«, resümiert Goethe im Faust die Begegnung mit der Stadt, die er erstmals als 16-Jähriger hatte. Wie immer man die Worte des Dichterfürsten auch deuten mag - die nahezu 500 ND-Leser-Reisenden, die sich am vergangenen Wochenende in der Stadt an der Pleiße zu ihrem siebten Treffen vereinten, widersprachen ihm nicht. Sie hatten, ...

Durch Kopfschütteln den Weg finden

Oldenburg (ND). Wenn Zugvögel während des Fluges regelmäßig ihre Köpfe schütteln, dann nicht, weil sie sich über die Welt unter ihnen wundern, sondern weil sie das Magnetfeld der Erde abtasten, um sich zu orientieren. Das jedenfalls schreiben Oldenburger Biologen im Fachjournal »Current Biology« (Bd. 14, S. 1946). Der Leiter des von der Volkswagen-Stiftung geförderten Nachwuchsteams, Henrik Mourit...

ndPlusMartin Koch

Im Kraftfeld des Neptun

Am Anfang war eine rotierende Scheibe aus Gas und Staub. Darin formten sich auf Grund von gravitativen Wechselwirkungen vor Jahrmilliarden unsere Sonne, mindestens acht Planeten sowie eine Unzahl von kleineren Himmelskörpern. Die meisten dieser kaum 100 Kilometer großen Brocken wurden, sofern sie nicht dem Planetenaufbau dienten, alsbald ins Weltall geschleudert. Nur ein kleiner Teil blieb im Sonn...

Nanogarn gesponnen

Die anfängliche Begeisterung über die erstaunlichen elektrischen und mechanischen Eigenschaften von Nanoröhrchen aus Kohlenstoff ließ etwas nach, als sich herausstellte, dass sich bislang allenfalls einige Tausendstel Millimeter lange Fasern herstellen lassen. Für viele technische Anwendungsmöglichkeiten ist das viel zu kurz. Doch Wissenschaftler vom NanoTech-Institut der Universität von Texas in ...

ndPlusMargit Mertens

Herbstlaub macht die Tage kürzer

Die farbenprächtigen, ausgedehnten Laubwälder der Nordhalbkugel bieten nicht nur alljährlich im Herbst ein buntes Naturschauspiel, sie beeinflussen auch die Geschwindigkeit, mit der sich die Erde dreht. Denn in der Summe verlagert eine riesige Biomasse ihr Gewicht um rund 50 Meter näher an die Drehachse. Das hat einen vergleichbaren Effekt, wie bei einer Eisläuferin, die bei der Pirouette die zuvo...

Testspiel

Wer schrieb es? Ihr sollt nicht schmähen, sollt nicht schmollen, ihr sollt nicht euren Fürsten grollen! Sollt ihnen Dank und Ehrfurcht zollen, weil sie nur euer Bestes Wollen! Und das Beste von der Welt ist schließlich immer noch das Geld. Wer war es? Wer rief am 27. 11. 1095 anlässlich des Konzils von Clermont unter dem Motto »Deus lo vult!« (Gott will es) zum »Heiligen Krieg« gegen die Seldschuk...

ndPlusTom Mustroph

Ein modernes Immobilen-Märchen

Es war einmal eine Gesellschaft, die bestand aus allen - gut, fast allen - Menschen, die auf dem Gebiet lebten, das die Gesellschaft als ihr Territorium abgesteckt hatte. Alles - bis auf die Kleider und das Auto, in dem der Einzelne sich und seine Kleider und vielleicht seine Freunde umher fuhr - sollte allen gehören, bestimmte diese Gesellschaft. Auch das Land, die Gebäude, die darauf standen, di...

Neu-Kabarettisten für »Knallschoten«

90 Minuten waren vorbei, drei Szenen vorgespielt, einige scharfe Dialoge vorgetragen, da stellte Hobby-Kabarettist Werner Daniel die entscheidende Frage: »Und wer will denn nun bei uns mitmachen?« Daniel und seine Kollegen vom Berliner Senioren-Kabarett »Die Knallschoten« hatten vergangenen Mittwoch die ND-Leser zu einer Probe des aktuellen Programms »Wir lassen uns nicht alles gefallen« nach Ber...

Selbstmatt in zwei Zügen

Karl Adolf Koefold Larsen (1896-1963) lebte sein ganzes Leben in der dänischen Stadt Hillerød. Von 1912 bis zu seinem Tod komponierte er fast 600 Schachprobleme. Larsen hat im dänischen Schach-Magazin »Magasinet« über die damals üblichen Schach-Problem-Turniere informiert. Heute stellen wir zwei von ihm entwickelte Probleme vor. Das erste (von 1956) ist ein Matt, bei dem Weiß am Zug ist und in dre...

Nachwuchs-Reporter

Das Haus Nr. 4 besitzt mit dem »Piccolino« seine eigene Monatszeitung. Das ist sehr praktisch, denn so erfahren alle Mieter immer die neuesten Nachrichten: Die Kinderredaktion interviewt, beantwortet Leserbriefe, und Marcos Sportreport stellt ein hoffnungsvolles Fußballtalent vor: Marco selbst. Wir erleben das große Fußballmatch gegen die Kinder aus der Nummer sechs und bewundern den detektivische...

Saturn strahlt am Abend

Während am Abendhimmel nur ein heller Planet die Blicke auf sich zieht, sind im Dezember in der zweiten Nachthälfte und am Morgenhimmel mehrere Planeten sichtbar: Jupiter, Venus, Mars, Merkur. Der ringgeschmückte Saturn erscheint zu Monatsbeginn dagegen bereits kurz vor 20 Uhr tief am Nordosthimmel. Er wandert durch das Sternbild Zwillinge. Zu Silvester geht er bereits um halb sechs Uhr abends im ...

Stefan Tesch

Tanz auf dem alten Speicher

Hamburg hat seine Speicherstadt, Gdansk ein Speicherviertel und Buhlendorf seinen alten Kornspeicher. Der ist Dank 28 Metern Höhe nicht nur weithin sichtbar, sondern mit dem kleinen ziegelgedeckten Turmaufbau auch ausgesprochen schön und zudem eine technische Rarität. »In ganz Europa gibt es nur vier baugleiche Exemplare«, berichtet Hans-Joachim Wuttig. Der Buhlendorfer, der im Hauptjob zur Leitun...

ndPlusAndreas Boueke, Guatemala-Stadt

Roter Blätterschmuck, der viel Bitteres verbirgt

Mitten in der grünen Berglandschaft des mittelamerikanischen Guatemalas glänzt ein großes Areal weißer Dächer aus Plastikplanen. Umgeben von Schluchten, Wäldern und verwilderten Kaffeeplantagen, produzieren ausländische Firmen in riesigen Gewächshäusern Pascuas - Weihnachtssterne. Guatemala ist der weltgrößte Exporteur der symbolträchtigen Pflanze. Jahr für Jahr werden über 300 Millionen Setzlinge...

WochenChronik

24. November 1989: Rücktritt der Führung der KPC; Anfang Dezember wird Václav Havel zum neuen Staatsoberhaupt gewählt. 26. November 1924: Nach der Sowjetunion erklärt sich die Äußere Mongolei als Mongolische Volksrepublik zum Kommunismus; die Hauptstadt Urga wird in Ulan Bator (Roter Held) umbenannt. 29. November 1814: Die britische Tageszeitung »The Times« wird erstmals mit einer Zylinderdruckmas...

ndPlusGerd Fesser

Wilhelm von Oranien

Delft, 10. Juli 1584. In dem idyllischen Städtchen, das zwischen Rotterdam und Den Haag liegt, residiert der Statthalter der Niederlande, Wilhelm von Oranien. Nach dem Mittagessen will er sich in die oberen Gemächer seines Domizils zurückziehen. Doch im Treppenhaus lauert ihm ein fanatischer Katholik namens Baltazar Gerard auf, der ihn mit zwei Pistolenschüssen tötet. Wilhelm, der Begründer des n...

Susi Boxberg

Tränen benetzte Briefe

»Wie lange wir in der Grube saßen, weiß ich nicht. Ich erinnere mich nur, dass viel geschossen wurde, und zwar einzelne Schüsse und Maschinengewehrfeuer. Aber ich fühlte weder Kälte noch Hunger noch Feuchtigkeit. In der Dunkelheit ging ich zu dem Iwanowezki-Wäldchen, von wo die Schüsse gekommen waren und sah die Gruben. Ich hörte Schreie von lebendig begrabenen Menschen und sah ihre nackten Körper...

ndPlusHans-Volkmar Gaitzsch

Ein Banker, der den Mammon verachtet

»Wie Sie alle wissen, bin ich gebürtiger Argentinier, von Beruf Arzt, zur Zeit jedoch in Ausübung meiner revolutionären Pflicht Präsident der Nationalbank Kubas.« Che Guevara, Januar 1960. Havanna, 26. November 1959: Pünktlich um sieben Uhr marschiert Ernesto Guevara in gereinigter Felduniform, begleitet von seiner fünfköpfigen Leibwache, leichtfüßig und immer zwei Stufen auf einmal nehmend in die...

Prof. Dr. Helmut Seidel

Das Einfache und das Gespenstische

Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, erhebt sich nicht nur leises Wehklagen, sondern auch lautes vielfältiges Geschrei. Die schon immer gegen den Brunnenbau waren, weil sie fürchteten, ihnen würde das Wasser abgegraben, verkünden selbstgerecht, dass sie es schon immer gewusst hätten, dass dieses Projekt letztlich in die Katastrophe führen muss. Andere erklären, dass es ein verhängnisvoller F...

Die Ränder - ein Symptom für die Mitte

Der freie Journalist und Schriftsteller beschäftigt sich seit Jahren mit der rechten Szene. Zum Thema veröffentlichte er u.a. »Unter Männern«, »Rechte Kerle - Skinheads, Faschos, Hooligans«, »Ich war ein Neonazi«, »Im Griff der rechten Szene«, »Der V-Mann«, »Neonazis und Computernetze«, »Nazis sind pop«. Mit Burkhard Schröder sprach Christina Matte.

Alter - Anfang von etwas Neuem

Die seelischen Probleme der Älteren (also der Gruppe zwischen 60 und 75) und der Alten sind so vielgestaltig wie die Menschen, die mit ihnen umgehen müssen. Wer genauer hinsieht, erkennt die Fälschung in einem Ausdruck wie »Altersstarrsinn«. Starrsinn als die Unfähigkeit, von dem als richtig und recht gewähnten abzuweichen, beginnt bereits im Kindesalter, wie jeder Erzieher weiß, der mit einem Tro...

ndPlusMartin Koch

Auf der Couch mit Mozart

Im Ausland gelten die Deutschen gemeinhin als pflichtbewusst und fleißig, aber kaum sonderlich begabt für Genuss und Lebensfreude. Doch »La dolce vita« gibt es nicht nur in Italien oder Frankreich, auch die Bundesrepublik hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem Genussland entwickelt. So sind fast 90 Prozent der Deutschen der Auffassung, dass sinnliche und geistige Genüsse für jeden Mens...

Ich bin überzeugt, dass Literatur die Welt verändert

Schon seit langem gehört der 1946 in Damaskus geborene Schriftsteller Rafik Schami zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren. Über 15 Bücher, die je etwa zur Hälfte in Syrien und in Deutschland spielen, hat er bisher geschrieben. In 23 Sprachen, darunter in Arabisch, Chinesisch, Katalanisch, Koreanisch und Urdu, wurde er übersetzt. Zu den bekanntesten Werken zählen: »Der Fliegenmelker« (1985), »Eine Hand voller Sterne« (1987), »Erzähler der Nacht« (1989), »Der ehrliche Lügner« (1992), »Reise zwischen Nacht und Morgen« (1995), »Gesammelte Olivenkerne« (1997) und »Die Sehnsucht der Schwalbe« (2000). Jetzt erschien sein Opus magnum, der Roman »Die dunkle Seite der Liebe« (Carl Hanser Verlag, München). Bestehend aus 9 Büchern, 28 Kapiteln und 304 Geschichten, handelt es sich um ein Werk von großer historischer Perspektive und menschlicher Dramatik, durch das sich Rafik Schami erneut als ein Brückenbauer zwischen Orient und Okzident ausweist.

Klosterfrau Seehofers Geist

Tapetenwechsel muss sein. Doch welche Tapete ist die richtige? Welches Furnier passt zum neuen goldenen Kronleuchter? Stehen die Möbel optimal? So mancher schon hat den Anblick des zuvor teuer erworbenen Designermöbels später als tägliche Folter empfunden. Wie wichtig es ist, ab und an die Möbel neu zu ordnen, um schmerzarm zu leben, belegt das Beispiel Horst Seehofers. Der will nun gar das Mobil...

Entschärfter Konflikt

Der 1942 in Teheran geborene Friedensforscher und Sozialwissenschaftler lehrt an der Universität Osnabrück.

ndPlusSabine Neubert

Erinnerungsformel

Als im Jahre 1964 in Deutschland erstmals Edgar Hilsenraths Ghetto- Roman »Nacht« in einer Minimalausgabe erschien - der Autor lebte damals noch in Amerika - war das ein Schock. Ein solches »Epos des Grauens« über die »Menschennacht« hatte noch keiner gelesen. Nach Literarisierungen, Glättungen, »Bewältigungsversuchen«, wenn nicht Verschweigen der historischen Gräuel hatte der jüdische Autor völli...

Hans-Dieter Schütt

Hüteriche und Wüteriche

Ruhe in Frieden. Und dies in Ewigkeit? Die Ewigkeit dauert für einen gestorbenen Dramatiker siebzig Jahre. Fortan ist sein Werk, es klingt sehr merkwürdig: frei. Frei zu einer Verwendung, die manchem wie Schändung klingt. Dann nämlich, wenn die Regisseure mit ihren Bearbeitungs-Ideen heranrücken, mit unbedingtem Willen zur Vergegenwärtigung. Ein Dichter wie Brecht ist noch eine kleine Weile geschü...

Wunden an der Seele

Nur ein Film Peter Lilienthals, »David«, für den er 1979 den Goldenen Bären der Berlinale gewann, war in Deutschland angesiedelt. Er erzählt nach den Erinnerungen von Joel König die Geschichte eines jungen Juden im »Dritten Reich«, der sich nach Israel retten kann. »David« inszeniert nicht die Grausamkeiten der Judenverfolgung, sondern zeigt die Wunden an den Körpern und Seelen der Menschen, er wa...

Klaus Bellin

Der Traum vom freien Menschen

Auch der letzte Brief ging an Therese, seine Frau. Forster verbrachte schon den 13. Tag in seinem »Schmerzensbett«, schlaflos und mit schwindenden Kräften, und als er die Feder kaum noch halten konnte, schrieb er: »Lebt wohl! Hütet Euch vor Krankheit, küsst meine Herzblättchen!« Therese lebte mit ihrem Liebhaber, seinem Freund Huber, in der Schweiz, er wusste es, er litt Höllenqualen, verzehrte si...

ndPlusKnut Henkel

Gelistet in São Paulo und Mexiko

Die beiden wichtigsten Börsen Lateinamerikas wollen künftig zusammenarbeiten. Ziel der bis Ende 2005 zu realisierenden Kooperation zwischen der Bolsa von Mexiko-City und der Bovespa der brasilianischen Industriemetropole São Paulo ist es, höhere Handelsvolumina zu realisieren.

ndPlusHorst Hesse

Alternatives Eigentum

Bereits im Jahr 2003 veranstaltete die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen ein Kolloquium zum Thema »Das Eigentum im Widerstreit alternativer Wirtschaftskonzepte«. Anliegen war eine theoretische Fundierung sozialistischer Eigentumspolitik. Wegen der immensen Spannweite der Thematik war das Kolloquium auf zwei Tage, je einen im April und November 2003, verteilt worden. Nun liegt endlich, mit Herausgabe...

Nils Stecker

Airbus-Abschied auf Raten

Im Streit um die geplante Erweiterung des Airbus-Standorts Hamburg-Finkenwerder setzen Konzern und Lokalpolitik auf einer gemeinsamen Pressekonferenz die Gegner des Vorhabens weiter unter Druck.

Auf den Tisch springen und kreischen

PISA ohne Ende: Schon zum zweiten Mal gibt es peinliche Noten für das deutsche Schulsystem. Keine Hoffnung also in dieser Bildungsmisere? Doch: Dank Kirsten Becker, die kleine Mathe-Talente »Auf Zack!« bringt. Mit ihrem gleichnamigen neuen Spiel, das die gelernte Journalistin aus Recklinghausen zusammen mit Co-Autor Jens-Peter Schliemann erfunden hat: Kartenpaare müssen wie bei Memory gesucht und aufgedeckt werden; die abgebildeten Motive werden addiert, zusätzlich warten Holzscheiben mit den jeweils richtigen Ergebnissen auf den blitzschnellen Zugriff der Teilnehmer. So bringt Rechnen richtig Laune und kann sogar Erwachsene begeistern, wie ND-Mitarbeiter RENÉ GRALLA von Kirsten Becker (45) erfahren hat.

Zwischen Nike und PISA

Nike ist eigentlich ein Sportschuh. Für zig Millionen Jugendliche weltweit ein Zauberwort: Jener Modeartikel, mit dem auch bei uns viele Knirpse mehr Eindruck schinden wollen als mit schulischen oder sportlichen Leistungen. Nike - das ist quasi die amerikanische Übersetzung von PISA. Nun trat Nike-Chef Phil Knight (66) zurück, der Mann, der in 40 Jahren aus der kleinen Klitsche in Oregon einen We...

Wer Bundesliga spielt, ist was Besonderes

Nicht ihre Spielweise, die Zahlen machen sie unvergesslich: Nur 15 Tore schossen die Kicker von Tasmania 1900 Berlin in der Bundesliga-Saison 1965/66, kassierten aber dafür 108. In ihrer nur ein Jahr währenden Erstliga-Ära stellten die überforderten Fußballer aus Neukölln mindestens ein Dutzend Negativ-Rekorde auf, von denen die meisten wohl für die Ewigkeit Bestand haben werden. Sollte allerdings der aktuelle Tabellenletzte FC Hansa Rostock heute seine Bundesliga-Partie gegen Bayer Leverkusen verlieren, müssten die Tasmanen fortan einen Rekord mit den Hanseaten teilen: acht verlorene Heimspiele in Folge. ND sprach mit Klaus Basikow (Jahrgang 1937), der damals das Tasmania-Tor hütete.

Jürgen Holz

Nummer 11 die Nr. 1

Sven Felski konnte das Wort vom »Bruderkampf« schon nicht mehr hören. »Es geht für jeden um drei Punkte, um nicht mehr und um nicht weniger. Die wollten wir haben, und die haben wir jetzt«, meinte der Berliner Eisbär nach dem schwer erkämpften 3:2 (0:0, 1:1, 2:1)-Heimsieg im DEL-Match gegen die Hamburg Freezers vor 4000 Zuschauern im Wellblechpalast. Beide DEL-Vereine sind bekanntlich in der Hand...

ndPlusHans-Jürgen Zeume und Jürgen Holz

Aus dem Loch wieder in ein Hoch?

Schon unmittelbar im Vorfeld der neuen nordischen Skisaison, die ihren Höhepunkt im Februar (16. bis 27.) mit den Weltmeisterschaften in Oberstdorf hat, hatte der Deutsche Ski-Verband eine spektakuläre Entscheidung getroffen. Der DSV feuerte vor sechs Wochen den erfolglosen Skisprung-Cheftrainer Wolfgang Steiert, der erst im letzten Winter die Nachfolge des Suhlers Reinhard Heß angetreten hatte. S...

René Heilig

Wegelagerei

Abzocke! Frechheit! Volkes Reaktion dürfte eindeutig sein, nachdem bekannt wurde, dass Brandenburgs Innenministerium an seine Verkehrspolizisten quantitative Vorgaben zum Eintreiben von Bußgeldern verteilt. »Bei Bargeldeinnahmen ist ein Jahresdurchschnitt pro Monat von 175 Euro je Verwarner zu erzielen.« Die Gewerkschaft der Polizei zwang Innenminister Schönbohm zum Eingeständnis, es gebe da ein »...

ndPlusOlaf Standke

Korrupte Union

Ist die EU eine korrupte Union? Franz-Herman Brüner bestreitet das, doch musste der Chef des Europäischem Amts für Betrugsbekämpfung (OLAF) bei der Vorlage seines jüngsten Jahresberichts so viele Fälle wie nie auflisten. Die Schadenssumme hat sich fast verdoppelt und beträgt rund 1,5 Milliarden Euro. Die Dunkelziffer dürfte erheblich höher liegen. Meist geht es um EU-Agrar- und Regionalfördergelde...

Kurt Stenger

Kritik der Zocker

Welch Rührstück wurde in den letzten Wochen bei Karstadt aufgetischt. Alle Kontrahenten ziehen an einem Strang und tragen selbstlos zur schmerzhaften Sanierung des Einzelhandels-Riesen bei: die Beschäftigten mit Lohnverzicht, die Anteilseigner mit einer Kapitalerhöhung, die den Börsenkurs zumindest zeitweise auf Talfahrt schickt, sowie die Banken mit einer neuen Kreditlinie. Das Happy End nachdrüc...

Berlin-TIPPS

Politisches »Perspektiven für Berliner Migranten« - Politfrühschoppen mit Doris Nahawandi und Figen Izgin am 28.11., 10.30 Uhr, im Friedrichshainer »Der rote Laden«, Weidenweg 17. »Olga Benario - Ein Leben für die Revolution« - Film und Diskussion mit dem Regisseur am 28.11., 20 Uhr, im Kino »Balasz«, Karl-Liebknecht-Straße 9. Außerplanmäßige Beratung der BO-Vorsitzenden der PDS Treptow-Köpenick a...

Ralf Klingsieck, Paris

Sarkozys »Krönung«

Das 200-jährige Jubiläum der Krönung Napoleons zum Kaiser wird am 2. Dezember Anlass zu Gedenkzeremonien in Frankreich sein. Da konnten die Medien der Versuchung nicht widerstehen, die Ernennung von Nicolas Sarkozy zum Chef der rechten Regierungseinheitspartei UMP auf einem Sonderparteitag am Wochenende auch zur »Krönung« hochzustilisieren.

Leo Burghardt, Havanna

Havanna hofft auf China

Der Staatspräsident der Volksrepublik China, Hu Jintao, der zugleich Generalsekretär der Kommunistischen Partei ist, war in Begleitung von einem Dutzend Ministern und Vizeministern sowie einer beinah 100-köpfigen Unternehmerdelegation zwei Tage Gast der kubanischen Regierung. Was dabei herausgekommen ist, hat alle Erwartungen übertroffen.

ndPlusAnton Latzo

Iliescu verlässt erste Reihe

Ion Iliescu, Rumäniens Präsident von 1990 bis 1996 und von 2000 bis jetzt, muss sein Amt verfassungsgemäß abgeben. Am Sonntag findet die erste Runde der Wahl Nachfolgers statt. Zugleich wählen die Rumänen ein neues Parlament.

Ilona Schleicher

Wo bald der Pfeffer wächst

Wir sind unterwegs nach Cua, einem von Gebirgszügen umrahmten malerischen Hochtal in Vietnam südlich der Nationalstraße Nummer 9, die die Hauptstadt der Provinz Quang Tri mit der vietnamesisch-laotischen Grenze verbindet. Die Delegation des Solidaritätsdienst-international e.V. (SODI) ist zum ersten Spatenstich zum Wiederaufbau von Con Trung eingeladen, dem dritten SODI-Dorf des Friedens und der S...

ndPlusJürgen Seidel, Schwerin

SPD-Linke mit Regierungsprogramm

»Für Arbeit und Gerechtigkeit« ist das »Regierungsprogramm« für die Jahre 2006 bis 2011 überschieben, über das die SPD-Linken Mecklenburg-Vorpommerns heute auf ihrer Herbsttagung diskutieren.

René Heilig

Bundeswehr: Neues von der Folter-Front

Was von der Bundeswehrführung allzu gerne als Einzelfall in einer Coesfelder Kaserne dargestellt wird, ist eine offenbar weit verbreitete Methode. In der Bundeswehr werden Untergebene misshandelt und gedemütigt.

Hauptstadt verweigert Bleiberecht

Berlin (ND-Nowak). Knapp über 2000 Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien leben noch in Berlin. Viele sind durch die Kriegserlebnisse traumatisiert. Trotzdem kommt es immer wieder zu Abschiebungen. Erst in den letzten Tagen sorgte ein solcher Fall für Schlagzeilen, weil die UNO-Behörden in Pristina einen 55-jährigen Kosovo-Albaner nicht aufnehmen wollten. Am Donnerstag wurde er abgeschoben, ob...

ndPlusManfred Schünemann

Nach Belgrad und Tbilissi nun Kiew?

Die Ereignisse in Kiew gleichen den Szenarien der Machtwechsel in Belgrad und Tbilissi: Massenproteste gegen Wahlfälschungen, demonstrative Machtansprüche der Opposition und massive Unterstützung des Wunschkandidaten aus dem Ausland.

Alarmstufe Orange in der Ukraine

Am fünften Tag der Massenproteste in der Ukraine haben Zehntausende Oppositionsanhänger in Kiew die Regierungsarbeit lahm gelegt.

ndPlusSilke Erdmann, Charkiw

Zu Füßen des Lenin-Denkmals

Charkiw ist mit 1,4 Millionen Einwohner die zweitgrößte Stadt der Ukraine. Sie liegt im Osten, nahe der Grenze zu Russland, und hat mehrheitlich russischsprachige Bewohner.

Wilfried Neiße

Schließung von Schloss Wiepersdorf steht bevor

Der Sprecher des Kulturministeriums, Holger Drews, rückt bei dem Thema ungern mit der Sprache heraus. Plötzlich aber wird er ganz deutlich: »Neue Anträge für ein Künstlerstipendium in Wiepersdorf (Kreis Teltow-Fläming) können wir nicht entgegennehmen, bis die Trägerfrage geklärt ist.« Kaum jemand in Potsdam glaubt heute, dass das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf als solches noch zu retten ist. Al...

ndPlusTom Mustroph

Grenzen überschreiten, Gesetze brechen

Der schmale Grat der Durchdringung von Kunst und Leben sowie das weite Feld der Übertretung von Gesetzen sind die Pole, zwischen denen die Ausstellung »Legal/Illegal. Wenn Kunst Gesetze bricht« in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst pendelt. Der Parcours der meist strategisch geplanten Unternehmungen beginnt mit dem gefälschten Ausweis, mit dem Franz Jung 1923 - nachdem er mit der Entführun...

Steffi Bey

Lebendige Lichtaktion für Lichtenberg

Es werde Licht - auf einer Brachfläche nahe dem Ostkreuz. Etwa 300 Menschen posierten für die größte lebende Weihnachtskarte der Welt. Die Lichtenberger Stadtbildagentur, die sich um Projekte in Sanierungsgebieten des Bezirks kümmert, will mit dem Projekt für ihren Kiez und damit für Berlin werben. Die wenigsten sind mit einer eigenen Leuchte erschienen. Aber das macht nichts. Die Organisatoren h...

ndPlusWolfgang Rex

Krankheiten soll verstärkt vorgebeugt werden

Die erste hauptstädtische Gesundheitskonferenz nahm am Freitag ihre Arbeit auf. Gesundheitssenatorin Heidi Knake-Werner (PDS) will mit der Konferenz eine Plattform schaffen, auf der sich Kassen, Ärztevertreter, Wohlfahrtsverbände, Wissenschaftler und weitere Akteure zu Problemen der Gesundheitspolitik verständigen können. Im Mittelpunkt würden Gesundheitsförderung und vorbeugende Maßnahmen stehen...

Karin Nölte

Warten auf den rot-roten Ruck

Den hauptstädtischen Kulissenschiebern droht das Aus. Was sollen sie denn ins Licht der Öffentlichkeit rücken, wenn sieben Tage die Woche alles auf offener Bühne ausgetragen wird. Dazu von einem einzigen Mann, dem Regierenden Bürgermeister. Wenn nicht ein Ruck durch Rot-Rot geht, werden die Launen von Klaus Wowereit zum Langweiler. * Ja, Wowereit ist launisch. Noch am Montag behauptete er auf de...

Ausgezeichnete Kita vor dem Aus

(ND-Heinz). Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist diese Kindertagesstätte einzigartig. Erst vor zwei Jahren erhielt die integrative Kita »Paliluga« eine Auszeichnung der Freien Universität. Und nun soll gerade dieser gemeinsame tägliche Treffpunkt für kranke und gesunde Kinder im Sommer 2005 geschlossen werden. Weil die Kita nicht in den »Masterplan« der Senatsschulverwaltung passt. »Im Zuge der...

Bernd Kammer

Streit um Ausstellung im Palast

Neuer Streit um den Palast der Republik: Eine geplante Ausstellung zur Geschichte des Hauses steht auf der Kippe. Die von Kulturstaatsministerin Christina Weiss angeregte Exposition, die im kommenden Jahr im Palast stattfinden soll, stößt auf Bedenken im Hauptstadtkulturfonds. Die Jury dieser Einrichtung hat in einer Empfehlung eine »ideologische Ausrichtung« der Ausstellung moniert. Außerdem würd...