Ausgabe vom 23.12.2004

Heinz Knobbe

Netzwerke des Terrors

Nach der Wiederwahl von George W. Bush und der Benennung von Condoleezza Rice als Außenministerin stellt sich die Frage, was können wir von der neuen US-Administration auf dem Gebiete der Außenpolitik gegenüber dem Nahen und Mittleren Osten, bei der Fortführung des »Krieges gegen den Terror«, in der Auseinandersetzung mit dem Islamismus erwarten? Wer auf solche Fragen Antworten sucht, sollte das B...

ndPlusKlaus Jaschinski

Dumme fördern nie Schlaue!

Wie gern triebe ich mit Dir Arabisch.« Dies schrieb Leopold von Ranke, der spätere Begründer der quellenkritischen Geschichtswissenschaft, 1826 an seinen Bruder - gleichsam voller Bewunderung für das, was die arabische Welt einige Jahrhunderte zuvor an zivilisatorischer Leistung hervorgebracht hatte. Ranke gehörte zu jenen nicht wenigen Gelehrten und Dichtern des 18. und 19. Jahrhunderts, die an d...

Julius Waldschmidt

Soll das Schwert auf ewig walten?

Der Besucher von Jerusalem denkt an ein Lied: »Seit hundert Generationen träumte ich von dir, oh Jerusalem«. Er findet »eine zwar exotische, aber ziemlich heruntergekommene hässliche Stadt« vor und durchwandert, mit Erinnerungen im Gepäck, Straßen und Gassen, trifft Freunde, sieht Altes und Neues, sicher auch das Grab der biblischen Rachel am Stadtrand. Wenn er im einst attraktivsten, teueren Stad...

Jesus und Tiberius

Die Geschichte des Galiläers Jesus entstand nicht in einem historischen Vakuum. Sie gehört in die antike Geschichte ebenso wie das Leben des Augustus, unter dem er geboren wurde, und des Tiberius, unter dem er öffentlich auftrat und getötet wurde. Darum geht es in diesem Buch: das Panorama einer parallelen Geschichte zu entwickeln, in der Jesus von Nazareth nicht anders behandelt wird als der römi...

Kai Agthe

... bin jetzo so an dich gebunden

Ihren »Kinder- und Hausmärchen« war bei ihrem Ersterscheinen 1812 kein Erfolg beschieden. Heute aber gelten sie, wie bei Hans-Georg Schede nachzulesen, als das am weitesten verbreitete Buch deutschen Ursprungs. Ein anderes wichtiges Werk, das sie gemeinsam auf den Weg brachten, aber nicht abschließen konnten, ist das etymologische »Deutsche Wörterbuch«, ein unverzichtbares Standardwerk, wenn man s...

ndPlusKlaus Bellin

Liebe auf den ersten Blick

Sie war zwölf oder dreizehn, als der »fremde Mann« erschien »mit seiner blendenden Stirne« und dem schwarzen, dichten, weichen Haar. Er gefiel ihr außerordentlich. Sie warf rasch ihre alte Puppe unter den Tisch, er setzte sich auf einen Stuhl, nahm sie in die Arme und fragte: »Weißt du, wer ich bin?« Sie hatte keine Ahnung. Er war Clemens, ihr Bruder, sieben Jahre älter als sie, ein stattlicher ju...

Irmtraud Gutschke

»Wo ist das Meer?«

Auf den einen Band ist ein rotes Kreuz gedruckt. Achtung, Notarztwagen! Vielleicht reagieren Buchhändler ja auf Sondersignal. Viel Rot auch auf den anderen Bänden. Sie rufen geradezu: Schaut mich an! Man merkt: Lektoren und Gestalter haben diesen Büchern besonders viel Liebe mit auf den Weg gegeben. Und haben doch insgeheim die Achseln gezuckt: Wer weiß, obs hilft. Bei Lyrik kann man nun mal keine...

Das Porträt

Im Thriller »Anatomie einer Entführung« ist der US-amerikanische Schauspieler sardischer Abstammung jetzt als besorgter Sohn des entführten Robert Redford zu sehen. 1997 machte er erstmals im Kinofilm (seinem zweiten) von sich reden - in John Woos »Im Körper des Feindes«. Da stand er auf der Seite der Bösen, als psychopathischer Bruder eines Top-Terroristen (Nicolas Cage). In der Zwischenzeit hat ...

Hanno Harnisch

Hollywoods Welteroberer

Oliver Stone ist bekannt für historische Verfilmungen aus der jüngeren Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika: »Geboren am 4. Juli«, »JFK - Tatort Dallas«, »Nixon« oder »Comandante«. Warum nur hat er sich jetzt filmisch aus Amerika entfernt und sich zu allem Überfluss auch noch 2300 Jahre in die Vergangenheit begeben? Vielleicht, weil er seit seinen Studienjahren an der Filmhochschule davo...

Internetradio

Schon lange bevor findige Techniker die Idee hatten, die Telekom und ihresgleichen auszutricksen, indem sie ihre Telefonate ins Internet verlegten, waren einige Enthusiasten darauf gekommen, das weltweite Netz für das Radio zu nutzen. Dank Komprimierung der Tondateien funktioniert das - mit mäßiger Tonqualität - sogar ohne Breitbandanschluss. Mit modernen DSL-Anschlüssen und anderen schnellen Verb...

»Sehnsucht Sibirien« im ZDF

Sehnsucht Sibirien« heißt die erste Folge von »Sternflüstern - Jenseits des Polarkreises«, mit der am Dienstag, 28. Dezember, 20.15 Uhr das neue Sibirien-Abenteuer im ZDF startet. Fast vier Monate lang erlebten zwei deutsche Familien den Alltag der Menschen des Nordens, auch das harte Leben in der Tundra bei minus 40 Grad Celsius. Karl und Katrin Rabe aus Schleswig-Holstein mit ihren fünf Kindern...

ndPlusTom Mustroph

China zwischen Boom und Borke

Die chinesische Kunstszene ist seit gut einer Dekade im Blick des zeitgenössischen westlichen Kunstmarkts. Das ist einerseits der Neugierde der internationalen Kunstmittler und der ewigen Gier des Marktes, sich Neues einzuverleiben, geschuldet, anderseits aber auch der Westorientierung chinesischer Künstler. Der mit der sukzessiven Öffnung der Gesellschaft einhergehende Technologieschub hat vor al...

Katrin Lange

Sehnsucht, schöne Ewigkeit

Theater liefert Gegenentwürfe zur real existierenden Wirklichkeit: Veränderung wird denkbar - herzliche Grüße aus Niemandsland, woher die Träume kommen und manchmal auch Zündfunken für Rebellion. Weil Staatskunst im Frack unter dieser hoch liegenden Messlatte meist ganz unten durchkriecht, kommt den Bühnen der off-Szene besondere Verantwortung zu. Seit 1999 hat sich die Shakespeare-Company zu eine...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Lust, Lähmung

In Arthur Schnitzlers »Liebelei« verfällt Dragoner Fritz in die schwere Melancholie - einer Affäre mit einer Verheirateten. Freund Theo (Timo Dierkes: ein hoch gewachsener Dirk Bach als Salon-Mephisto) wiegt ihn und sich in Zerstreuungen. Er hat die Mizi, und der Fritz könnte die Christine haben. Nur liebt die Christine den Fritz wirklich. Alles so kompliziert. Da lässt sich der Fritz lieber vom g...

Schindhelm designierter Generaldirektor

Der designierte Generaldirektor der Berliner Opernstiftung, Michael Schindhelm, will die drei Berliner Opernhäuser zu großen Erfolgen führen. »Ich komme nicht nach Berlin, um mitzuhelfen, eine Oper zu schließen«, sagte der Basler Intendant am Mittwoch, einen Tag nach seiner Berufung durch den Stiftungsrat. Dabei erläuterte der von Kultursenator Thomas Flierl (PDS) beauftragte Ehrenrat auch seinen ...

ndPlusPeter H. Feist

Der Künstler ist verantwortlich

Der Bildhauer und Grafiker Fritz Cremer war und ist jedem, der auch nur das geringste Interesse für bildende Kunst in der DDR aufbringt, zumindest durch einige seiner Werke, allen voran das Buchenwald-Denkmal, bekannt. Die Geschichte des Kunstschaffens in der DDR ließe sich nicht beschreiben und noch weniger verstehen, ohne ihn zu berücksichtigen. Das liegt außer an seinen Skulpturen fast ebenso s...

Erich Preuß

Knirschen bei der Deutschen Bahn

Kein schönes Weihnachten für die Deutsche Bahn (DB) AG. Der Aufsichtsrat hat bei seiner Sitzung in dieser Woche das Budget für 2005 genehmigt und die reduzierten Gewinnziele abgesegnet.

ndPlusJürgen Seidel, Schwerin

Das Häusle schneller bauen

Nach einem von der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern in dieser Woche beschlossenen Gesetzesvorhaben sollen Bauwillige künftig einfacher an die Baugenehmigung kommen.

ndPlusManfred Horn

Extra-Aspirin für Kinder

Die deutsche Pharmaindustrie gehört zu den größten Arzneimittelanbietern in der Dritten Welt. Eine Studie der Pharmakampagne der Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) kratzt am positiven Image. Vier von zehn Medikamenten deutscher Firmen werden negativ bewertet.

Jürgen Amendt

Pädagogischer Unsinn

An Hessens Schulen wird es künftig ein völliges Rauchverbot geben. Ab Januar gehören Raucherecken und Raucherzimmer für Lehrer wie Schüler gleichermaßen der Vergangenheit an. Radikale und gegenüber Rauchern unnachgiebige Nichtraucher wie dem Schreiber dieser Zeilen müsste bei dieser Nachricht das Herz im Leibe hüpfen. Tut es auch, allerdings nur aus gesundheitlichen Gründen. Man muss kein Prophet...

ndPlusKurt Stenger

Krankheit Defizit

In schöner Regelmäßigkeit werden Zahlen über die miserable Finanzlage der verschiedenen Sparten der Sozialversicherung in die Welt gepustet. Die Horrormeldungen verfolgen dabei nur ein Ziel: den Sozialstaat weiter reformreif zu schießen. Gestern war die Pflegeversicherung wieder an der Reihe. Natürlich ist nicht daran zu deuteln, dass das Defizit in diesem Jahr weiter zugenommen hat. Und auch der...

Olaf Standke

Heißer Boden in Irak

Dem US-Unternehmen Contrack International ist der irakische Boden zu heiß geworden. Als erster großer Vertragsnehmer der Washingtoner Regierung zieht sich nun ein Konsortium aus Sicherheitsgründen zurück, das sich vor allem mit Bau- und Straßenprojekten ein erkleckliches Stück vom Bagdader Nachkriegskuchen einverleiben wollte. Während der Präsident Irak weiter auf dem Weg in eine lichte Zukunft wä...

Gibbons im Schnee

Es waren die Werke des großen chinesischen Poeten Li Po (701-762), die uns in der Vergangenheit die langen Winterabende verkürzten. Besonders sein Gedicht über Gibbons in der Provinz Anhui schien wie geschaffen, uns vorweihnachtlicher Heimeligkeit hinzugeben: »Die Pracht der Berge erschaudert unter dem angehäuften Schnee, / Wie Schatten hängen die Gibbons von den kalten Ästen.« Gibbons statt Weihn...

Matthias Gärtner, Tallinn

Neuanfang der Linken Estlands

Die Estnische Sozialdemokratische Arbeiterpartei (ESDTP) hat sich in Estnische Linkspartei (EVP) umbenannt und Sirje Kingsepp zu ihrer neuen Vorsitzenden gewählt.

Jaroslav Polivka, Prag

Entlassungschein für den Gefreiten Grund

Der tschechische Gefreite Jaroslav Grund wird in die Geschichte eingehen. Nicht wegen außergewöhnlicher Leistungen, sondern wegen einer Ehre, die ihm zufällig zuteil wurde.

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Paris erleichtert über Geiselbefreiung

Großer Bahnhof für die französischen Journalisten Christian Chesnot und Georges Malbrunot: Erst wurden sie gestern von Außenminister Barnier in Zypern in Empfang genommen, dann wollte sie Präsident Chirac auf dem Luftwaffenstützpunkt Villacoublay begrüßen.

Berlin-TIPPS

Kinder »Das vergnügte Weihnachtsengelchen« - Poetisches Clownstheater mit Estell La Lott für Kinder von 2 bis 102. Am 24.12., 15 Uhr, »Zimmer 16 - camera dell ´ arte«, Florastraße 16, Pankow. Eintritt für Kinder 3 Euro/Erwachsene 4 Euro. »Die Weihnachtsgans Auguste« (ab 5 Jahre). Am 25.12., 14.30 und 16.30 Uhr, Hackesches Hof-Theater, Rosenthaler Straße 40/41. Frauen »Scheinheiliger Weihnachtsaben...

ndPlusHermannus Pfeiffer

Traum von der Dritten Bundesliga

Der geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger traf sich gestern in der Verbandszentrale in Frankfurt am Main mit Vertretern aller Regionalligavereine: »Ich möchte mir einmal alle Sorgen und Nöte anhören.« Davon gibt es viele, die bis in den Abend hinein debattiert wurden. Gelöst werden konnten die Probleme gestern noch nicht. Tief greifende Veränderungen wären nötig.

Peter Liebers, Erfurt

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern

Dem PDS-nahen Jugendverband »solid« ist zum wiederholten Mal die Aufnahme in den »Ring der politischen Jugend Thüringens« (RPJ) verweigert worden.

ndPlusReimar Paul

Pace-Fahnen und Pfiffe gegen Bush

Im Mediendienst »Indymedia« diskutieren Kriegsgegner und Linke schon seit Wochen über Demonstrationen gegen den bevorstehenden Besuch von US-Präsident George W. Bush. Seit gestern gibt es auch einen Aufruf aus der Friedensbewegung zu »europaweiten Protesten«. Bush wird am 23. Februar in Deutschland erwartet. Gesucht wird noch nach einer möglichst symbolträchtigen Stadt für das Treffen mit Gerhard Schröder (SPD).

Hendrik Lasch, Dresden

»Armutsgewöhnungszuschlag« und andere Lücken

Die Bescheide zum ALG II wimmeln von Fehlern. Sachsens PDS ruft daher zum »Monat des Widerspruchs« und bietet Beratung an. Verlangt werden zudem Initiativen zur Nachbesserung bei Hartz IV.

ndPlusHilmar König, Delhi

»Auferstehung« und Mission des Paters Marianus

Der 29. April 1945 ist unauslöschbar eingebrannt ins Gedächtnis von Pater Marianus. »Es war exakt 17 Uhr, als die Amerikaner das Konzentrationslager erreichten und uns befreiten. Es war der Tag meiner und der meiner zehn Leidensgefährten Auferstehung«, erinnert sich der heute 87-Jährige. Wir sitzen in seiner Küche in der ostindischen Stadt Puri. Kurz zuvor haben wir den Pater, der in seinem Büro a...

Rainer Rupp

Gefechtslärm unterm Weihnachtsbaum

Auch bei den Einkäufen zum Fest des Friedens wird der US-Bürger derzeit auf Schritt und Tritt mit Präsident Bushs »globalem Krieg gegen den Terror« konfrontiert.

ndPlusMichaela von der Heydt

Patient zwischen Lotse und Schutzengel

Das erste bundesweit gültige Hausarzt-Hausapotheken-Modell stellten gestern in Berlin die Barmer Ersatzkasse, Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt gemeinsam mit dem Deutschen Hausärzteverband und dem Apothekerverband vor.

Tom Strohschneider

Ein weiterer Missgriff

Knapp zwei Wochen nach ersten Vorwürfen in der RWE-Gehaltsaffäre und zwei Tage nach Angela Merkels Versuch, seinen Stuhl zu retten, musste CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer gestern dann doch zurückgetreten.

Merkel abgemeyert

CDU-Generalsekretär Meyer ist wegen der RWE-Gehaltsaffäre zurückgetreten. Sein Nachfolger wird der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder. Während in der CDU Erleichterung vorherrschte, kritisierte die Konkurrenz den Schritt als überfällig.

Bernd Baumann

Höhere Zuweisungen von Null Cent

Die Kommunen in Brandenburg schlagen Alarm. In den Kassen werden die Finanzlöcher immer größer. Die jüngst von der Landesregierung verkündete Hiobsbotschaft, wonach sich die Städte und Gemeinden mit dem neuen Doppelhaushalt für die kommenden beiden Jahre auf neue Kürzungen einstellen müssen, sorgt für heftige Proteste. Zwar sollen 2005 die Zuweisungen noch in voller Höhe erfolgen, doch bereits 200...

ndPlusWilfried Neiße

Flughafen-Finanzen nicht rechtssicher

Die brandenburgische PDS fordert die SPD-CDU-Regierung auf, in der Flughafenpolitik ihre Scheuklappen abzulegen und nicht länger Wunschdenken nachzuhängen. Für das im November vorgelegte Flughafen-Finanzierungskonzept fehle jede Rechtssicherheit. »Wir kennen die leidvolle Geschichte der Großprojekte in Brandenburg, und ich fordere die Landesregierung auf, nicht ein weiteres Kapitel hinzuzufügen«,...

Anouk Meyer

Um den berühmten Säugling versammelt

Die biblische Geschichte von der Geburt Jesu kennt man vor allem als Krippenspiel aus Kindergärten, Kitas und natürlich Kirchen. Nun hat sich das Galli Theater der Story angenommen, um sie »in zauberhaften Bildern voller Sinn, Freude und Liebe« (Eigenwerbung) als Stück für die ganze Familie zu präsentieren. Ein Anspruch, dem das hauptsächlich aus Laien bestehende Ensemble leider nicht gerecht zu ...

ndPlusNino Ketschagmadse

So als Politikverdrossenheitspille

Hat eigentlich noch niemand entdeckt, wie gastfreundlich der Ruf »Ausländer raus!« ist? Statt weiter zu Hause im selbst gewählten Getto zu hocken und nicht integriert zu sein, sollen Fremde animiert werden, unter uns zu leben, frotzelt Martin Buchholz. Für seine nicht deutschen Zuschauer verlost der Kabarettist gleich mal eine Woche Abenteuerurlaub in der Sächsischen Schweiz. Dann zitiert er - da...

So fahren Bus und Bahn an den Feiertagen

Weihnachten S-Bahn: Von Donnerstag bis Montag, 27. Dezember, 1.30 Uhr, fahren die Züge auf nahezu allen Verbindungen rund um die Uhr - im Citybereich alle 15 Minuten und auf den Außenstrecken im 30- bis 60-Minuten-Abstand. Am 23. Dezember fahren die Bahnen tagsüber nach dem üblichen Werktagsfahrplan, allerdings ohne zusätzliche Züge während des Berufsverkehrs auf den Linien S1 und S5. Wegen der er...

Wenn das Bürgertelefon klingelt

(ND). Vier Monate existiert das »Bürgertelefon bei der Polizei«. Das zusätzliche Service-Angebot werde intensiv genutzt. Das teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Zahl der Anrufe lag im August bei 3706. Im September klingelten 3059 Ratsuchende, im Oktober 2854 und im November 2669. Das Bürgertelefon ist montags bis freitags zwischen 6 und 22 Uhr am stärksten gefragt, so dass oft ein zweiter Mita...

Bernd Kammer

Berlin zahlt nicht für Eigentum 2000

Die Wohnungsbaugenossenschaft »Eigentum 2000« in Marzahn erhält vom Land Berlin keine Finanzhilfen mehr. Darüber waren sich die Abgeordneten im Hauptausschuss, der gestern zu einer Sondersitzung zusammen kam, weitgehend einig. Damit droht dem Wohnungsunternehmen die Insolvenz. Über die Rettungsaktion wurde nicht mehr abgestimmt, da bereits Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) seine Unterstützung für...

ndPlusPeter Kirschey

Nun also auch Landowsky

Erneut erhebt die Berliner Staatsanwaltschaft Anklage im Zusammenhang mit dem Bankenskandal. 750 Seiten umfasst das gigantische Dokument. Und endlich, werden viele sagen, ist auch der einstige mächtige Mann der Berliner CDU, Klaus-Rüdiger Landowsky, dabei. Allzu lange konnte er sich als freiheitlich-demokratischer Unschuldsengel präsentieren. Zurückhaltung gegenüber den Erfolgsaussichten ist jedo...

Peter Kirschey

Triumphiert in Berlin das Kruzifix?

Seit die Islamische Föderation in Berlin - nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen - sich das Recht erstritten hatte, Islamunterricht an Schulen durchzuführen, gibt es im Senat Gedankenspiele, das bisherige System der Werteerziehung zu verändern. Bei den Überlegungen allerdings, die aus dem Schulsenat nach außen dringen, würden nicht nur für die Islamische Föderation die Schultore gesc...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Ärzte-Chef: Bessere Versorgung für alle

»Wettbewerb« sei die Begründung dafür, am Ende die bislang »einheitliche flächendeckende Versorgung und die freie Arztwahl - eine der größten sozialpolitischen Errungenschaften - dem freien Spiel der Kräfte zu opfern«. Diese Befürchtung äußerte gestern der nach zwölf Jahren aus dem Amt scheidende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin (KV), Dr. Manfred Richter-Reichhelm. Die KV werde...

Jürgen Reents

Lange Schatten

Mit dem Rücktritt des CDU-Generalsekretärs Laurenz Meyer wird keine Affäre beendet, sondern nur eine Seite in einem dicken Fragenkatalog umgeblättert. Welche »Nebeneinkünfte« sollen Parlamentariern erlaubt sein? Wie kann das Dunkel wirtschaftlicher Abhängigkeiten von Abgeordneten gelichtet werden? Ist hinzunehmen, dass RWE und andere gepflegte Unternehmensseilschaften als Parallelparteien und in F...