Ausgabe vom 18.10.2008

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Unten links

Dem Ressentiment, das Fernsehen sei die Heimstatt des Blödsinns, soll an dieser Stelle nachdrücklich gewehrt werden. Bringt es doch auch Lichtgestalten hervor, deren Lobpreis selten so adäquat gelingt wie hier: »Bisweilen erweckt er den Eindruck, als sei er im Besitz des Ringes, der die geheime Kraft hat, jenen, der ihn trägt, vor Gott und Menschen angenehm zu machen.« – »Und das mag das tie...

Dieter Janke

Bankenrettung im Blitzverfahren

Nach nur fünf Tagen parlamentarischer Beratung passierte das Gesetz zur Finanzmarktstabilisierung am Freitag Bundestag und Bundesrat.

Otto Köhler

In den Abgrund

Im Jahr Eins nach dem Ereignis, das manche immer noch »Wiedervereinigung« nennen, nahm »Deutschlands klügster Kopf« (»Bild«), der Westberliner Professor Arnulf Baring, Stellung zu den Menschen, die da neu hinzu gekommen waren: Nichts als »Schönfärberei« betreibe, wer da meine, wir könnten »doch nicht Hunderttausenden von Leuten sagen, sie seien nichts wert«. Man dürfe ihnen nicht verschweigen, das...

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ndPlusSteffen Twardowski

Kein Blankoscheck für Steinbrück

Die Ignoranz der Bundesregierung treibt Deutschland in die Rezession – so argumentierten die Linksabgeordneten Oskar Lafontaine und Ulla Lötzer am Donnerstag vor der entscheidenden Abstimmung über das Finanzmarktstabilisierungsgesetz der Regierung. Sie betonten, angesichts von abgeschwächter Wirtschaftsprognose und neuerlicher DAX-Talfahrt müsse nach der Bankenrettung der drohende Einbruch b...

Ordnungsrahmen für Finanzmärkte
Dierk Hirschel

Ordnungsrahmen für Finanzmärkte

Das Nothilfepaket ist geschnürt. Mit Garantien, Verstaatlichungen und dem Aufkauf von Schrottpapieren soll der Kollaps der Finanzmärkte verhindert werden. Der Staat soll das verlorengegangene Vertrauen der Banken wiederherstellen. Jetzt hoffen alle, dass die Medizin auch wirkt.

Seite 3
»Datenströme müssen reguliert werden«

»Datenströme müssen reguliert werden«

In Straßburg ist am Freitag die 30. Internationale Datenschutzkonferenz zu Ende gegangen. Über die Tagung im Europarat, bei der rund 600 Fachleute aus 70 Ländern anwesend waren, sprach Ines Wallrodt mit dem Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar.

»Euer Reich-Tun kotzt uns an«
Rudolf Stumberger

»Euer Reich-Tun kotzt uns an«

In der U-Bahn, die zum Münchner Messegelände führt, liegen lose Zeitungen herum. »Spartage«, ist auf den Werbeseiten zu lesen, und »Jedes Teil 5 Euro«. Ein Möbelhaus wirbt gar mit der »größten Spar-Party aller Zeiten«. Auch in München, bislang die Bastion der Besserverdiener und der Bussi-Gesellschaft, haben die Leute anscheinend weniger Geld in Tasche. Die kleinen Leute jedenfalls. Die Anderen tr...

Seite 4

SPD-Linke will Programm für Konjunktur

In der SPD-Linken mehren sich die Rufe nach staatlichen Maßnahmen zur Konjunkturförderung, um eine drohende Rezession abzuwenden. Die Forderung nach einem Konjunkturprogramm könnte auch Thema beim SPD-Sonderparteitag sein.

Guido Sprügel

Aus für Thor-Steinar-Laden in Hamburg

Die Hamburger HSH Nordbank fühlt sich »arglistig« getäuscht und trennt sich zum Monatsende von einem rechten Ladengeschäft in seiner Shopping Passage in der Innenstadt, das erst vor Wochen eröffnet worden war. Zuvor hatte es Proteste von Antifa-Gruppen gegeben.

Velten Schäfer, Schwerin

Stühlerücken im Nordosten

Bei der LINKEN im Nordosten dreht sich das Personalkarussell. Möglicherweise wird Wolfgang Methling als Fraktionschef abgelöst. Und Landeschef Peter Ritter kündigte seinen Rückzug an. Sein Nachfolger soll der Rostocker Fraktionschef Steffen Bockhahn werden.

Seite 5
ndPlusFabian Lambeck

Bildungsgipfel wirft seine Schatten voraus

Die Kanzlerin ruft am kommenden Mittwoch zum »nationalen Bildungsgipfel« nach Dresden. Kritik an diesem öffenlichkeitswirksamen Spektakel kam gestern nicht nur von der LINKEN. Auch die Kultusministerkonferenz warnte vor einem Scheitern.

Edelbert Richter

»Organisierter Kapitalismus«

»Die Besitzergreifung von sechs Berliner Großbanken würde ja heute schon die Besitzergreifung der wichtigsten Sphären der Großindustrien bedeuten und … die Politik des Sozialismus in ihren Anfängen außerordentlich erleichtern.« So Rudolf Hilferding, der große Theoretiker der Sozialdemokratie in seinem Buch »Das Finanzkapital« vor rund 100 Jahren! Selbst wenn ihn in der heutigen SPD noch jem...

Seite 6
Martin Ling

Ende der Eiszeit mit Kuba

Die Eiszeit ist vorbei. Kuba und die Europäische Union reden wieder offiziell miteinander. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Der Schritt war folgerichtig, nachdem die EU im Juni ihre 2003 verhängten und 2005 ausgesetzten Sanktionen endgültig aufhob. Ohne harte Bedingungen, jedoch mit weichen, die Kuba laut EU-Kommission nun zu akzeptieren scheint: offene Gespräche »ohne Tabus« über die...

Velten Schäfer

Der Kandidat

Gerade hat sich die Rostocker Bürgerschaft einstimmig auf den Anwalt verständigt, der die Klage gegen Oberbürgermeister Roland Methling betreuen soll. Methling wollte zur kurzfristigen Kassensanierung das Tafelsilber der Hansestadt verkaufen, die Bürger sprachen sich in einer Volksinitiative dagegen aus, das Rathaus will das nicht anerkennen – jetzt kommt es zum Show-Down vor Gericht. In Ros...

ndPlusKurt Stenger

Die Banalität der Weltenrettung

Was werden seit Wochen nicht alles für Abgesänge auf den Kapitalismus angestimmt – doch sehr ernst kann es um das herrschende System nicht bestellt sein, wenn in Talkshows die üblichen Männer in dunklen Anzügen dem staunenden Publikum die Antworten vorkauen. Und nach der Weltuntergangsstimmung (der Börsianer) heißt es nun, nachdem Parlamentarier den Arm gehoben haben: Welt gerettet! Beides i...

Ist der Profiradsport am Ende?

ND: Am Donnerstagabend haben Sie die Deutschland-Tour 2009 abgesagt. Was war der Grund dafür? Rapp: Hauptsächlich die Entscheidung, die kurz zuvor gefällt wurde: dass die öffentlich-rechtlichen Sender beschlossen haben, aus der Tour-de-France-Berichterstattung auszusteigen. Der Ausstieg betraf aber gar nicht die Deutschland-Tour, oder? Nein. Aber es ist doch logisch, dass beides zusammenhängt. Man...

Seite 7
Thomas Berger, Bangkok

Thailands Armeechef zeigt Premier die Rote Karte

Nach der deutlichen Rücktrittsforderung von Thailands Armeechef Anupong Paochinda an Premierminister Somchai Wongsawat wegen des gewaltsamen Polizeieinsatzes am 7. Oktober bröckelt die Loyalität innerhalb der Sechs-Parteien-Koalition. Somchai erklärte am Freitag jedoch, sich dem wachsenden Druck auch aus der Armee nicht beugen und weiter im Amt bleiben zu wollen.

Seite 8
ndPlusAnna Maldini, Rom

»Italiens Weg zur Apartheid«

Weit über 300 000 Menschen protestierten am Freitag in Rom gegen die Schul- und Bildungspolitik der rechten Regierung von Silvio Berlusconi. Im Mittelpunkt der Demonstrationen auch in anderen Städten standen die Reform der Grundschule und die Reduzierung der Mittel für Universitäten und Forschung. Auf den schärfsten Protest aber stößt ein Gesetz, das »Sonderklassen« für nicht-italienische Kinder vorsieht.

ndPlusGábor Kerényi, Budapest

Ungarns Parteien zerstritten in der Krise

In der Vorwoche noch hatte Regierungschef Ferenc Gyurcsány das Land mit Erklärungen zu beruhigen versucht, dass die Finanzkrise Ungarn nicht oder kaum treffen werde. Dieser offensichtliche Nonsens musste angesichts der Spekulantenangriffe auf den Forint und des darauf folgenden Tiefflugs der ungarischen Börse und Währung innerhalb weniger Tage revidiert werden.

Seite 9
Rudolf Dreßler

Das Problem der Glaubwürdigkeit

Die deutsche Sozialdemokratie steht vor einem Bundesparteitag »sui generis«. Dieser Parteitag der »besonderen Art« muss einen neuen Vorsitzenden wählen, weil der bisherige weggemobbt wurde. Jene, die ihn zur Aufgabe gezwungen haben, wollen selbst die Führung übernehmen. Das wäre auch durch eine Gegenkandidatur möglich gewesen. So offen, so klar sollte es denn doch nicht ablaufen. Die Art und Weise...

Seite 10
Hans-Gerd Öfinger

Ungeliebte Verwandte

Als der hessische SPD-Landesparteitag jüngst mit sagenhaften 98 Prozent grünes Licht für eine von der LINKEN tolerierte Minderheitsregierung mit den Grünen gab, hielt es Delegierte und Vorstandsmitglieder nicht mehr auf den Stühlen. Vielen fiel ein Stein vom Herzen. Zuvor hatte Andrea Ypsilanti, Landeschefin und Ministerpräsidentin in spe, der hessischen Weichenstellung eine historische Dimension ...

Man hätte heulen können

Man hätte heulen können

ND: Die SPD wählt mal wieder einen neuen Chef. Ist sie damit nach all den Turbulenzen wieder in ruhigem Fahrwasser? Müller: Wir sind auf dem Weg dahin. Die Führungsfrage eindeutig zu klären, war überfällig. Natürlich erwarten wir mit Spannung die Rede des Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier, weil inhaltliche Orientierung genauso wichtig ist. Sieht man die Mitgliederentwicklung in den letzten...

Seite 11

Ich hätte früher gehen sollen

ND: Sie haben im September nach 36-jähriger Mitgliedschaft die SPD verlassen und sind der LINKEN beigetreten. Warum dieser Schritt? Wendl: Ausschlaggebend war die Ablösung von Kurt Beck an der Parteispitze. Ich fand den Vorgang von der Form her nicht mehr akzeptabel, aber auch die damit ausgelöste politische Richtungsänderung fand ich persönlich nicht mehr tragbar. Ich hätte eigentlich schon gehen...

»Totgesagte leben länger«
ndPlusSusann Witt-Stahl

»Totgesagte leben länger«

Das Glücksrad am Stand der SPD auf dem Flottbeker Flohmarkt im Bezirk Hamburg-Altona steht gar nicht mehr still. »Ich will auch!«, ist immer wieder aus der Schar sichtlich vergnügter Youngster zu hören, die sich anstellen, um einen der Hauptgewinne zu ergattern: Eine rote Brotdose mit SPD-Logo, aber ohne Inhalt – ein symbolträchtiger Preis. Die Erwachsenen zu so engagiertem Mitmachen zu bewe...

Seite 12
Dem Zeitgeist angepasst

Dem Zeitgeist angepasst

Als der in Ostmitteleuropa real nicht mehr existierende Sozialismus gegen Ende der 80er-/Anfang der 90er-Jahre zusammenbrach, erlebte der Neoliberalismus hierzulande seinen Durchbruch als herrschende Wirtschaftstheorie, Sozialphilosophie und Schlüsselideologie unserer Tage. Nach dem Bankrott des »Ostblocks« war jeder Sozialismus, auch der »Demokratische«, wie ihn das am 20. Dezember 1989 verabschi...

Seite 13
ndPlusThomas Biskupek, Leipzig

Wirtschaft, Moral und ein linker Erfolg

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen zum Thema »Wirtschaft und Moral« dieser Tage in Leipzig erhielt durch die Finanzkrise besondere Brisanz.

Susanne Götze

Neues Image für Bioenergie

Um das angekratztes Image der Biokraftstoffe wieder aufzupolieren, haben die Deutsche Umwelthilfe, das Bundesumweltministerium und der Konzern BP auf einer Veranstaltung dieser Tage in Berlin strengere Rahmenbedingungen und mehr Forschung für die junge Technologie gefordert.

Sebastian Maslow, Tokio

Finanzkrise kommt nach Japan

Die Entwicklungen auf dem japanischen Aktienmarkt sind ein weiteres Kapitel der globalen Finanzkrise.

Seite 14
ndPlusMartin Koch

Reichtum hält gesund

In Deutschland darf ein Mann nur mit einer Frau verheiratet sein. Wer hingegen mehrere Ehen parallel führt, dem droht laut Gesetz eine Haftstrafe bis zu drei Jahren. Es gibt jedoch auch Kulturen, in denen die Vielehe eine ganz normale Lebensform ist. Man denke nur an die sogenannten Mormonen, deren Gründer Joseph Smith (1805-1844) mit insgesamt 33 Frauen verheiratet war – nicht nacheinander,...

Mit reinem Gewissen auf die Piste
Heidi Diehl

Mit reinem Gewissen auf die Piste

Der Winter steht vor der Tür, viele freuen sich schon auf Ski-Urlaub in den Bergen. Und dann steht da plötzlich der böse – oder neidische? – Nachbar und erklärt einem, wie sehr man doch mit seiner Reise die Umwelt verpestet: durch die Anreise, egal mit welchem Verkehrsmittel, durch den Aufenthalt im Hotel, durch jeden Restaurantbesuch ... Ein bisschen hat er ja auch Recht, meldet sich ...

Seite 15
BRD und DDR
Karlen Vesper

BRD und DDR

Vor Kurzem hat er noch mit mir »geschimpft«. Er war nicht glücklich über das Foto, das ich seiner Rezension im ND zu den neuen Kriegen und dem angeblichen »Clash of cultures« beigesellt hatte. Er wolle doch, so gab er mir kund, vor militärischen Abenteuern warnen und für ein friedliches Zusammenleben der Religionen und Kulturen werben. Ja, und eben darum hatte ich ein Foto gewählt, das schwerbewaf...

ndPlusRainer Braun

Überfälliger Schritt

Der Schritt war überfällig, überraschend war allenfalls der Zeitpunkt. Denn noch in der Vorwoche hatten sich der Fernsehrat des ZDF in Erfurt darauf verständigt, dass über die Zukunft der live-Übertragungen der Tour de France erst im Frühjahr endgültig befunden werde. Am Donnerstag war diese Absicht längst Makulatur, weil die ARD-Intendanten in Köln einen Ausstieg aus dem fragwürdigen Radsport-Spe...

Caroline M. Buck

Russische Meisterleistung

Er suchte nach einem präzisen Notationssystem für seine Choreografien und erfand ganz nebenbei den Puppentrickfilm: die Stummfilmtage in Pordenone sind zu Ende, und die Filmgeschichte hat einen neuen Helden. Die Filme, die Alexander Shiryaev (1867-1941), Solotänzer, Ballettmeister, Tanzlehrer und Choreograf unter dem legendären Marius Petipa am St. Petersburger Mariinski-Theater, im ersten Jahrzeh...

Seite 16
Karlen Vesper

Das Weibliche

JENNY MARX. Wer war diese Jenny Baronesse von Westphalen, Tochter eines Landrates, verheiratete Frau Dr. Karl Marx, (Foto: ND-Archiv), die – glaubt man ihrer jüngsten Tochter – das Werk ihres Mannes erst ermöglichte? Dies fragte sich Dr. Jörn Schütrumpf, Leiter des Karl Dietz Verlages, und schrieb ein Buch. Der Historiker begeht ein Sakrileg, entzaubert den großen Philosophen aus Trier...

PLATTENBAU
ndPlusSebastian Blottner

PLATTENBAU

Im Grunde ist Patrice ein Landei, in einem Nest bei Köln aufgewachsen und in einem anderen Nest ins Internat gegangen. Weit vor seinem 30. Geburtstag hat er mit nur drei Alben und auf wahren Gewalt-Touren allerdings schon die Welt erobert und gesehen. Ruhephasen gab es in seiner Musikerkarriere bislang nicht, momentan ist er mit seinem neuen, vierten Studio-Album »Free-Patri-Ation« auf Tour. Seine...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Was ist Mut, wer ist »Er«?

ENDLICH! Bei den französischen Verlagen kann man eine aufschlussreiche soziologische Studie begutachten. Es ist da zu lesen, dass ein junger europäischer Schriftsteller vor seinem großen Durchbruch durchschnittlich ein Vierteljahr als Beleuchter, zwei Monate als Totengräber, sechs Wochen als Bote und acht Monate als Lagerarbeiter tätig war. Er verdingte sich einige Zeit im Call-Center, kellnerte s...

Seite 17

»Eine Demütigung«

Nach der Verbannung auf die Ersatzbank in den letzten beiden WM-Qualifikationsspielen erwägt Torsten Frings seinen Abschied aus der Nationalmannschaft. »Klar, ich denke an einen Rücktritt« so der 31-jährige.Allerdings brauche eine derartige Entscheidung Zeit. Das könne ein paar Tagen oder Wochen dauern. »Da bitte ich alle Beteiligten um Verständnis«, meinte der Bremer Mittelfeldspieler, der sich v...

Jörg Meyer

Markige Worte

Seinen Antrag mit der Rücktrittsforderung in Richtung Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hatte der LINKE Kreuzberger LINKE-Bezirksvorstand Mark Seibert auf dem Landesparteitag am vorigen Wochenende zurückgezogen. Er unterstützte nun den Antrag des Landesvorstandes, der eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Sarrazin forderte. Am Ende seiner Rede bekräftigte Seibert jedoch: »Ich bin nach wie vor d...

Drei Helden in historischem Ambiente
ndPlusBernd Kammer

Drei Helden in historischem Ambiente

Seine bauliche Fassung ist noch sehr lückenhaft, aber als Gartenanlage ist der Schinkelplatz jetzt wieder hergestellt. Berlins historische Mitte erhalte damit ein »städtebauliches und denkmalpflegerisches Kleinod zurück«, sagte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) gestern bei der Einweihung.Zwischen der Kulisse von Bauakademie und der neu errichteten Kommandantur Unter den Linden ...

Niederländer haben im Ostderby das Sagen

Der FC Carl Zeiss Jena ist für das Ostderby mit Dynamo Dresden am Sonntag (14 Uhr) gerüstet. »Alle unsere Spieler sind einsatzbereit, wir können aus dem Vollen schöpfen«, sagte Jenas Trainer René van Eck am Freitag. »Wir konnten uns zuletzt ein bisschen befreien und wollen gegen Dresden nachlegen«, erklärte Mittelfeldspieler Torsten Ziegner nach zuletzt zwei Siegen in Wuppertal (1:0) und im Landes...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Rettung zwischen Pro und Kontra

Mit dem Hinweis auf eine erfolgreiche Begrenzung der Risiken für Berlin kommentierte Landesvorsitzender Klaus Lederer (LINKE) gestern die Verabschiedung des Rettungspaketes der Bundesregierung. Staatliches Eingreifen, wie es mit dem Finanzmarkstabilitätsgesetz versucht werde, sei dringend geboten. Es seien ein »unkontrollierbares Übergreifen« der Krise auf die Wirtschaft zu verhindern und Beschäft...

»Nicht immer Traumfußball«

ARTUR WICHNIAREK kam 1999 in die Bundesliga. Von Widzew Lodz wechselte der polnische Angreifer zu Arminia Bielefeld. Zur Saison 2003/2004 lockte Hertha BSC den 1,83 Meter großen Mittelstürmer in die Hauptstadt. In zweieinhalb Jahren traf er nur fünfmal ins Tor und wurde in Berlin nie heimisch. Im Januar 2006 holten ihn die Ostwestfalen zurück. Seitdem erzielte er 29 Treffer für die Bielefelder. In dieser Saison läuft es für ihn besonders gut: In acht Pflichtspielen konnte er bereits siebenmal jubeln. ALEXANDER LUDEWIG sprach für ND mit dem 31-Jährigen über Abstiegssorgen, seine Schwierigkeiten in Berlin, Unterschiede zwischen großen und kleinen Vereinen und die polnische Nationalelf.

Seite 18
Jürgen Holz

Erfolgsfrau aus dem Osten

Kaum zu glauben: Am 13. Dezember wird Jutta Müller 80 Jahre alt. Rechtzeitig vor diesem Jubiläum hat der Verlag Das Neue Berlin die Memoiren der erfolgreichsten Eiskunstlauftrainerin der Welt herausgebracht. Keine Biografie, wie allgemein Sitte, sondern ein 224-seitiger Bild-Text-Band, der einen tiefen Blick ins persönliche Fotoalbum der Jubilarin gewährt und auch mit überwiegend Schwarz-Weiß-Foto...

Per Rad von Dahlem nach Biesdorf

(ND). Mit dem Rad geht es nun von Dahlem bis nach Biesdorf. Wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mitteilte, wurde die neu ausgeschilderte »Südspange« fertig gestellt. Sie erschließt die südlichen Stadtbezirke und verbindet die alten Dorfkerne von Dahlem Dorf im Westen und Biesdorf im Osten der Stadt. Mit der 23 Kilometer langen Route wurde die erste der vier »Spangen« des Radroutennetzes ...

Ewig grüßt das Dopingmonster
ndPlusThomas Wieczorek

Ewig grüßt das Dopingmonster

Der Radrennstall Gerolsteiner gibt auf, nachdem Zeitfahr-As Stefan Schumacher und Bergkönig Bernhard Kohl aufgeflogen sind. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA prangert Kontrollmängel bei den Olympischen Spielen in Peking an und lässt uns rätseln, wie viele Goldmedaillen unsauber erworben wurden. Und Lance Armstrongs Androhung von Starts beim Giro d'Italia und bei der Tour de France ruft bei vielen ...

Jirka Grahl

Die größte Sorge gilt Bafana Bafana

Am Sonntag begibt sich Teammanager Oliver Bierhoff für den Deutschen Fußball-Bund in Südafrika auf die Suche nach einem möglichen Quartier für den Fall, dass Deutschland die erste WM-Endrunde auf dem afrikanischen Kontinent erreicht. Geeignete Quartiere seien dort knapp, sagt Bierhoff, der sich in einer Woche zehn Hotels anschauen will. Derweil ist der Geschäftsführer des Organisationskomitees Südafrika 2010, Danny Jordaan, auf Werbetour durch Europa. Vergangene Woche machte Jordaan mit Maskottchen Zakumi Station in Berlin, kommende Woche reist er nach Zürich zum Fußballweltverband FIFA. Er muss eine Menge schwieriger Fragen beantworten.

ndPlusJürgen Holz

Das Ende der Luckenwalder Krise in Sicht

»In den Laden soll endlich Ruhe kommen«, sagt Dr. Ulrich Engelmann etwas salopp. Er ist seit Jahren Präsident des 1. Luckenwalder SC, der 2006 als erster ostdeutscher Verein nach der Wende im Ringen deutscher Mannschaftsmeister wurde, sich aber dreimal mit der Rolle als Vize (2005, 2007 und 2008) zufrieden geben musste.In der Tat hat es in den letzten Monaten viel Unruhe im Verein gegeben. Mit neu...

Ein Geruch von Zelluloid
Jörg Meyer

Ein Geruch von Zelluloid

Auf dem schweren Metallteller läuft ein 35 Millimeter breiter Streifen ab, legt über kleine Rollen einen verwinkelten Weg von fast zwei Metern durch den halben Raum zurück und verschwindet in einer 1,80 Meter hohen Maschine, die so aussieht als könnte man sie zu sechst kaum heben. Der Streifen läuft vor einer Lampe vorbei, wieder aus der Maschine heraus und verwinkelte zwei Meter zurück auf einen ...

Seite 19
Das »Worpswede« auf den 61. Breitengrad
Heidi Diehl

Das »Worpswede« auf den 61. Breitengrad

Das Nordland-Virus ist extrem ansteckend, seine Inkubationszeit beträgt in der Regel nur wenige Tage. Und glaubt man Apo Schamp, gibt es weder ein Mittel dagegen noch Heilung. Er selbst trägt das Virus seit Jahrzehnten in sich, hat alles versucht, davon loszukommen, selbst eine Überwinterung in monatelanger Dunkelheit half nichts. Vor zwölf Jahren gab der jetzt 75-Jährige den Kampf auf. Er brach i...

Seite 20
Testspiel

Testspiel

Wer schrieb es? Das weiße Licht in seinem Haupte, das der Mensch Verstand nennt, wächst ebenfalls mit ihm von Jahr zu Jahr, bis er es schließlich für Vernunft oder Einsicht in die Notwendigkeit hält. Was wurde erstmals sichtbar? Wohin ermöglichte die Sonde Venera 4 am 18. Oktober 1967 erstmals einen Blick? Welche Krankheit? Unter welchem Namen ist die Krankheit Hydrophobia besser bekannt? Wo ist e...

Computerweltmeister
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Computerweltmeister

Mittlerweile lässt man auch die Computerprogramme ihre WM ausspielen. Wie im letzten Jahr gewann auch in Peking 2008 das Programm »Rybka« die Computer-WM. Rybka erlangte acht von neun möglichen Punkten. Während das Programm gegen die dritt- und viertplatzierten Junior und Cluster Toga immerhin Remis erreichte, konnte es gegen Hiarcs, den Computer auf dem zweiten Platz, sogar einen Sieg erringen. D...

ndPlusBrigitte Müller, Hobbygärtnerin und Umweltautorin

Kein Schneckenalarm

Ein frostiger Blitzbesuch ist ihm bislang erspart geblieben; deshalb zeigt sich der Garten neben blätter- noch besonders blütenbunt. Unermüdlich strahlen Dahlie, Kapuzinerkresse, Ringelblume, Cosmea, die oft von einem frühen eisigen Hauch hinweggerafft werden. Nicht nur mir macht der bunte milde Herbst Vergnügen, auch eine verirrte Märzveilchenblüte bestaunt aus ihrer bodennahen Perspektive den Ok...

Mit Karacho ins Gemüsebeet

Mit Karacho ins Gemüsebeet: Kleine Rampen verleihen Schnecken in Kreisform den notwendigen Schwung, um möglichst viele Salatköpfe abzurasieren. Über »Curli Kuller« spricht ND-Autor RENÉ GRALLA mit dem Erfinder, dem 36-jährigen Kulturwissenschaftler MARCO TEUBNER, der mit seiner Familie im oberbayerischen Antdorf lebt.

Seite 21
ndPlusJan Keetman, Istanbul

Zoff in Erdoganistan

»Kommen Sie in einem Monat wieder«, vertröstet der Metzgergehilfe hinter der Theke. Genau das hatte sein Kollege vor sechs Wochen auch schon gesagt. Schweinefleisch bekommt man zwar in Istanbul, wenn man sich gut auskennt und diesen Laden zwischen einer orthodoxen Kirche und einer Tankstelle findet, aber berichten soll man offenbar nicht darüber. Diesmal aber erfährt der Reporter, dass das damals ...

Seite 22

»Die Türkei ist eine Mischung aus Schweiz und Bangladesch«

Seit drei Jahren verhandelt die Europäische Union mit der Türkei über einen Beitritt des Landes zur Gemeinschaft. Der anfänglich von Ankara an den Tag gelegte Reformeifer hat sich jedoch stark abgeschwächt, meint Cem Özdemir. Mit dem Europaabgeordneten der deutschen Grünen und außenpolitischen Sprecher seiner Fraktion (Grüne / Freie Europäische Allianz) im EU-Parlament sprach für ND Uwe Sattler.

Seite 23
ndPlusLucía Tirado

Für alle ohne Geliophobie

Seine Mutter Marnie hat ewig keiner mehr gesehen. Auch sonst scheint in Norman Mords Motel im Wedding der 50er Jahre einiges nebulös. Der skurrile, Tiere und Gegenstände ausstopfende junge Mann rechnet nicht mit Gästen. Seine Einsamkeit torpedierend stellen sich plötzlich welche ein. Marion, die ihr Gepäck hütet, das türkische Gangsterpaar Ayla und Tayfun, der vermeintlich seinen Wahlkampf vorbere...

Afrikanisch-deutsches Requiem
Volkmar Draeger

Afrikanisch-deutsches Requiem

»Eigentlich leisten wir keine sozialpädagogische Arbeit, sondern operieren mit Profis«, erzählt Oliver Schruoffeneger, »Managing Director« der in den Josetti Höfen angesiedelten »partners berlin-windhoek GmbH«. Im Fall dieses Tanzprojekts sei das jedoch anders. Seit 2000 pflegt das Land Berlin eine Städtepartnerschaft mit dem namibischen Windhoek und rief dazu 2007 »partners« ins Leben, die den Ku...

Was macht Shermin L. in der Naunynstraße?
Christina Matte

Was macht Shermin L. in der Naunynstraße?

Berlin-Kreuzberg, Naunynstraße. Das »Ballhaus« im Haus Nummer siebenundzwanzig, schmalbrüstig und schrundig vom Alter und vom kalten Odem der Zigaretten, die junge Türkinnen, barhäuptig, auf offener Straße rauchen, unterscheidet sich, schlendert man nur vorbei, kaum von seinen verlebten Nachbarn. Tritt man aber durch das Holztor, durchquert den Hof zum Hinterhaus und wirft einen Blick hinein, erle...

Seite 24
ndPlusAndreas Fritsche

Satellit meldet Zugverspätung

Freitag, 12.21 Uhr auf dem Potsdamer Hauptbahnhof. Die Deutsche Bahn möchte Journalisten modernste Technik vorführen: ein satellitengestütztes Informationssystem für Fahrgäste. Doch der Termin verzögert sich ein bisschen. Der Regionalexpress aus Magdeburg verspäte sich um voraussichtlich fünf Minuten, tönt es aus dem Lautsprecher am Bahnsteig. Es sind dann aber nur drei Minuten.Am ersten Wagen ste...

Ronald Sprafke

Sagalassos

Zuerst war ein riesiger Fuß, mit einer Schuh- größe von 130 Zentimetern! Als dann ein Bein und ein Riesenkopf hinzukamen, war das Staunen groß. Doch es sollte noch kolossaler kommen.Tatort ist Sagalassos, einst eine blühende Stadt, 100 Kilometer nördlich der heutigen Urlauberhochburg Antalya. Späthethitische Quellen erwähnen eine Siedlung schon im 12. Jahrhundert v. Chr. Der gute Boden und die Lag...

Bernd Baumann

Esther Schröder verlässt den Landtag

Die Landtagsabgeordnete Esther Schröder (SPD) will ihre politische Karriere im Landtag im Herbst nächsten Jahres beenden. »Für eine Nominierung zur Landtagswahl 2009 stehe ich nicht zur Verfügung«, sagte die 39-Jährige promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin gestern. Ihre Ankündigung sorgte in der eigenen Partei, aber auch in den anderen Fraktionen für große Überraschung.Es gab Bitten und Anfrage...

Gerd Fesser

Finanziert von der Deutschen Bank

Vor 100 Jahren war für die deutschen Bildungsbürger der Name »Bagdad« von einem romantischen Zauber umweht. Dort hatte der legendäre Kalif Harun ar-Raschid (786-809) residiert, hier spielten zahlreiche der Märchen aus »Tausendundeiner Nacht«. Bagdad galt als Symbol für die geheimnisvolle Welt des Orients und für märchenhafte Reichtümer. So erregte denn auch das Projekt einer Eisenbahnlinie, die vo...

ndPlusArmin Jähne

»Hic Troia est!«

Am 11. Oktober 1871 stieß Heinrich Schliemann den Spaten des Ausgräbers in die Erde des Hügels Hissarlik unweit der Dardanellen. Was andere nur vage vermuteten, war für ihn zur Gewissheit: »Hic Troia est!« Der Geschäftsmann bemerkte sehr wohl, dass zwischen dem Anspruch, Troja gefunden zu haben, und dem tatsächlichen archäologischen Befund ein tiefer Widerspruch klaffte. Es fehlte der schlagende B...

ndPlusKlaus Jaschinski

Friede daheim, Friede in der Welt

»Vater werden ist nicht schwer, Vater sein, dagegen sehr!« Ein in Deutschland hinlänglich bekannter Spruch, der sicherlich im übertragenen Sinne bei der Betrachtung von »Helden der Neuzeit« mit Verwendung finden könnte. Für Mustafa Kemal war indes schon der Aufstieg zum »Vater der Türken« mit reichlich Mühsal gepflastert, auch wenn ihm hier und da manch günstiger Umstand in die Hände gespielt habe...

Seite 25
ndPlusKarin Leukefeld

»Die Region« findet ihr Selbstbewusstsein

Die Geschichte der Kurden ist leidvoll. Auch heute noch ist die Bevölkerungsgruppe in der Türkei Repressionen, Drohungen mit Mord und Vertreibung, Inhaftierungen und Ausgrenzung ausgesetzt. Trotzdem organisieren sich die Kurden und übernehmen politische Verantwortung für ihre Heimat.

Seite 26
ndPlusLilian-Astrid Geese

Zärtliche Vignetten

Quirlig ist das Leben unterm Galataturm in Istanbul. Hier, kurz hinter dem Eingang zur ersten U-Bahn der Stadt, dem Furnicular, das den Stadtteil Tünel und den Schiffsanleger Kadiköy miteinander verbindet, zieht sich heute die Linie, die das trendige, hippe Beyoglu mit seinen Szenecafés und Kneipen links und rechts der Einkaufsstraße Isticlal Caddesi vom immer noch eher heruntergekommenen Viertel ...

Irmtraud Gutschke

Erziehung der Gefühle

»… zu leben und zu wissen, dass man bewusster und intensiver lebte als alle anderen; zu leben, indem man die Fülle eines ganzen Lebens in einen Augenblick komprimierte …« Wie ein junger Mann sich verändert, der erfolglos auf Arbeitssuche ist, welche Kluft sich auftut, zwischen ihm und seinen erfolgreichen Freunden – gleich auf den ersten Seiten wirkt das Buch so heutig, so hies...

Matthias Biskupek

Das Dunkle, das Helle

» ... mit dreißig sollte ich aufgehängt werden / mit achtundvierzig die Friedensmedaille verliehen bekommen / und bekam sie dann auch / mit sechsunddreißig querte ich ein hal-bes Jahr lang vier Quadratmeter Beton / mit neunundfünfzig flog ich in achtzehn Stunden von Paris nach Havanna ...« Es gibt Dichter, deren Namen kennt man, doch wenig weiß man von deren Werk. Nâzim Hikmet war für meine Genera...

Seite 27
Filiz Gümüsoglu, Istanbul

Spannungen unter dem Goldenen Horn

Noch ist Istanbul eine lebendige und anziehende Stadt. Das kann sich jederzeit ändern. Denn 95 Prozent der Türkei sind ständig erdbebengefährdet. Besonders betroffen ist inzwischen die stolze Stadt am Goldenen Horn. Sie wird von gigantischen Reibereien der Kontinentalplatten Euroasiens, Afrikas und Arabiens bedroht. Die schwere Katastrophe in Izmit war für die Behörden Istanbuls ein Menetekel. Den...

ndPlusMartin Koch

Exil am Bosporus

Schon kurz nach ihrem Machtantritt vertrieben die Nazis viele jüdische Gelehrte aus ihren Ämtern. Diese sahen oft nur einen Ausweg, die Flucht aus Deutschland. Für die meisten lag das Exil im Westen – in England, in Lateinamerika und vor allem in den USA, wo man mithalf, die kommende Weltmacht der Wissenschaften zu formen. Das alles ist hinlänglich dokumentiert. Weniger bekannt dürfte sein, ...

Seite 28
Bummel durch eine andere Welt
Ulrike Katrin Peters

Bummel durch eine andere Welt

Vor dem Eingang tummeln sich scharenweise Gästeführer. Neben exzellenten Ortskenntnissen haben sie noch ein weiteres gemeinsam: Sie verdienen alle ihre Brötchen vornehmlich als Teppich- oder Krimskramshändler, bieten entsprechend ihre Dienste mit dem Hinweis auf den eigenen Souvenirladen an. Dort verkaufen sie »echte« antike Münzen, Vasen und Säulenreste moderner Machart.Doch nicht deshalb sind di...

Unterirdische Städte, aufragende Schlote
ndPlusKarsten-Thilo Raab

Unterirdische Städte, aufragende Schlote

Auf den ersten Blick gemahnt Kappadokien im Herzen Anatoliens an eine Landschaft aus »1000 und einer Nacht«. Die fast surrealistisch anmutende Tuffsteinregion leuchtet in der Abenddämmerung in den unterschiedlichsten Pastellfarben: Rosa, gelb, bläulich, hellgrau oder weiß zeichnen sich Canyons, Türmchen, Pyramiden, Kamine, Kegel und merkwürdige Gesteinsformen am Horizont ab. Es fehlen eigentlich n...