Ausgabe vom 14.01.2009

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Unten links

In der Diktatur müssen viele Menschen mit den bösen Wölfen heulen, in der Demokratie heulen sie dafür mit den dummen Schafen. Soll sich Letzteres ändern, muss immer der einzelne Bürger mutig Initiative ergreifen, Stimme erheben, sich einmischen. Dieser einzelne Bürger heißt Zumwinkel. Der Ex-Post-Chef, ein ertappter Steuerbetrüger, beweist Courage fürs Gemeinwesen, er nimmt nichts träge hin, nein,...

Gabriele Oertel

Rekord, Rekord

Ach, hätte die Kanzlerin unrecht – und die Bundesregierung sich lieber doch am Wettbewerb um das beste Krisenbekämpfungsprogramm beteiligt. Womöglich wäre nicht nur ein 50-Milliarden-Rekord dabei herausgekommen, sondern etwas Bindendes, mit dem in Zukunft rechnen muss, wer den real existierenden Kapitalismus in Banken und Unternehmen ohne Rücksicht auf Verluste zum Spielkasino umfunktioniert...

Wintersport: Wie sind Skiurlauber bei Unfällen abgesichert?

Bis zu 45 000 Deutsche verletzen sich Jahr für Jahr beim Ski- oder Snowboardfahren im Winterurlaub. Zwar kommt es nur selten zu ganz schweren Unfällen, aber dennoch ist es für Winterurlauber ratsam, sich vor Reiseantritt genau über ihren Versicherungsschutz zu informieren. Dies kann Ärger und Kosten ersparen. Welche Versicherung kommt bei einem Skiunfall für welchen Schaden auf? Kommt es zu einem ...

Kein Applaus für Konjunkturpaket

Kaum beschlossen und schon in der Kritik: So könnte man die Reaktionen auf das zweite Konjunkturpaket der Großen Koalition zusammenfassen. Linkspartei, Grüne, FDP, Sozialverbände und auch der DGB fordern Nachbesserungen. Die Liberalen drohten bereits, das Paket im Bundesrat scheitern zu lassen.

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Knieoperation: 4000 Euro Schmerzensgeld für falschen Draht

Ein Patient, der nach einer Knieoperation einen Draht in seinem Rücken entdeckt hat, bekommt 4000 Euro Schmerzensgeld. Das urteilte das Pfälzische Oberlandesgericht in Zweibrücken, wie kürzlich bekannt wurde. (Az.: 5 U 3/07) Der sogenannte Kirschnerdraht dient normalerweise als chirurgisches Hilfsmittel, mit dem beispielsweise Knochenfragmente stabilisiert werden. Das Landgericht Kaiserslautern ha...

ndPlusSilvia Ottow

Patient im Glück?

Die geplante Senkung der Krankenkassenbeiträge um 0,6 Prozentpunkte auf 14,9 Prozent durch erhöhte Steuerzuschüsse wird als Entlastung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bezeichnet. Sowohl die einen als auch die anderen sollen ab Juli 2009 0,3 Prozent weniger für die Kassen zahlen, als es für dieses Jahr eigentlich festgelegt worden war. Das finanzielle Glück für den Versicherten bleibt allerdings...

Gesundheitspolitik: Was bringt die Reform der gesetzlichen Unfallversicherung?

u Das Jahr 2009 hat auch eine Reihe von Veränderungen in der gesetzlichen Unfallversicherung gebracht. So müssen Arbeitgeber ab diesem Jahr für jeden einzelnen Angestellten Daten zur gesetzlichen Unfallversicherung melden. Bisher genügte eine Entgeltmeldung für das gesamte Unternehmen. Beiträge für das Insolvenzgeld sind ab jetzt an die Einzugstellen der Krankenkassen zu zahlen. In der gewerblichen Wirtschaft werden zudem die Altlasten der Berufsgenossenschaften neu verteilt. Je nach Branche müssen sich Arbeitgeber auf eine Ent- oder Belastung einstellen. Parteien können ihre ehrenamtlich tätigen Vorstände gegen Arbeits- und Wegeunfälle sowie Berufskrankheiten im Ehrenamt versichern.

Günter Frech

Freude bei verkaufter Redaktion

Notverkauf: Die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg kauft die »Berliner Zeitung«. »Jetzt in Menschen und Qualität investieren«, so die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zum Besitzerwechsel. Die verkaufte Redaktion freut sich.

Marian Krüger

Gewinner sind die Unternehmen

Das neue Programm zur Konjunktur-ankurbelung kennt Gewinner, aber auch Verlierer. Und es wirft ein grelles Licht auf die deutsche Staatsräson.

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Fußabtreter im Hausflur nicht zulässig?

In der Hausordnung heißt es, dass es laut einem BGH-Urteil verboten ist, Fußabtreter im Hausflur vor die Wohnungstür zu legen. Könnte der Ratgeber das Aktenzeichen des Urteils herausfinden? Günter B., Berlin Ein Urteil des BGH, das Vermieter verpflichten soll, die Ablage von Fußabtretern vor der Wohnungstür zu verbieten, haben wir nicht gefunden. Solche Fragen werden in den Hausordnungen, die Best...

Störende Leuchtreklame

Vor einigen Monaten wurde ein Getränkeshop mit Leuchtreklame versehen. Er wird vom Sohn des Vermieters betrieben. Seitdem flackert grelles Reklamelicht bis 22 Uhr in unser Schlafzimmer. Was können wir dagegen tun? Frank D., Freiberg Eine solche Störung kann als Verschlechterung des Wohnwertes angesehen werden. In einem ähnlichen Fall urteilte auch der Bundesgerichtshof so (Az. VIII 73/76). Anderer...

Abrechnung bald gerechter

Am 1. Januar 2009 ist eine novellierte Heizkostenverordnung in Kraft getreten. Die Verordnung regelt das Abrechnungsverfahren gegenüber Nutzern von zentralen Heizungs- und Warmwasserversorgungsanlagen.

Unklarheiten bei der Jahresabrechnung

Ich bin Ende März 2007 ausgezogen, bekam für Januar bis März eine Nachbelastung der Betriebskosten mit unerklärlichen Kostensprüngen. Obwohl beim Auszug alle Messgeräte abgelesen und die Zahlen von mir und dem Vermieter gemeinsam protokolliert wurden, sind beim Erdgas für die Heizung, diese Zwischenablesungen nicht berücksichtigt worden. Ganz neu sind sogenannte K-Werte in der Heizkostenabrechnung...

Sybille Gurack

Wird der Fuchsbau an Neonazis verhökert?

Der Bunker »Fuchsbau« war ein Lieblingsprojekt des SS-Reichsführers Heinrich Himmler. Die NVA unterhielt in der geheimen Anlage in der Nähe des brandenburgischen Fürstenwalde die Zentrale Luftverteidigungsstelle. Nun könnte die rechtsextreme NPD den Bunker übernehmen, befürchtet eine lokale Initiative.

Das Erbe des »geheimen Kriegs«
ndPlusLee Yu Kyung, Vientiane

Das Erbe des »geheimen Kriegs«

Im Dezember 2008 wurde in Oslo der internationale Vertrag zur Ächtung von Streubomben unterzeichnet. Laos gehörte zu den Staaten, die besonders an einem solchen Vertrag interessiert waren, denn kein anderes Land leidet so an Streubomben und Blindgängern wie der südostasiatische Binnenstaat. Die USA, die Laos während eines neunjährigen »geheimen Krieges« nahezu flächendeckend bombardiert hatten, traten dem Vertrag nicht bei.

Seite 4

491 000 Euro Strafe

Nach dem Diebstahl von Druckerpatronen beim Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) muss ein Ex- Mitarbeiter dem Bund knapp eine halbe Million Euro Schadenersatz zahlen. Das entschied das Verwaltungsgericht Koblenz. (Az.: 2 K 525/08.KO) Der Mann war vom Amtsgericht Koblenz wegen gewerbsmäßigen Diebstahls und Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten veru...

Kündigungsschreiben einfach übersehen

Eine Kündigung gilt auch dann als zugegangen, wenn der betroffene Mitarbeiter das Schreiben übersehen hat. Das geht aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Rheinland-Pfalz hervor. Daher beginnt mit dem Zugang auch die Frist für eine Kündigungsschutzklage. Nach deren Ablauf kann nicht mehr mit Erfolg geklagt werden. (Az.: 2 Sa 357/07) Das Gericht hob eine Entscheidung des Arbeitsgerichts T...

Befristeter Arbeitsvertrag trotz Betriebsratstätigkeit?

Auch bei Mitgliedschaft eines Arbeitnehmers im Betriebsrat ist ein befristetes Arbeitsverhältnis zulässig. So ein Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz. Der Arbeitgeber ist daher auch nicht verpflichtet, allein wegen der Betriebsratstätigkeit einen befristeten Arbeitsvertrag zu verlängern. (Az: 9 Sa 145/08) Das Gericht wies die Klage einer Krankenschwester ab, die eine Ve...

René Heilig

Opa reiste noch im Kübel

Wie stark Autokonzerne mit dem deutschen Staat verbandelt sind, kann man auf verschiedene Art zeigen. Die einen öffnen ihre Hand, um Staatsknete zu bekommen, andere, wie Volkswagen, bei dem es derzeit ja noch läuft, zeigen Anhänglichkeit, indem sie die 60 Jahre Bundesrepublik mit 60 Jahren VW-Geschichte verbinden. Und Volkswagen hätte den Namen nicht verdient, wenn der Konzern nicht das Volk einbe...

Olaf Standke

Hilflos in Gaza

Wenn sie auf den Gazastreifen schauen, werden die Sorgenfalten bei diversen UN-Organisationen jeden Tag größer. Nicht nur wegen der inzwischen über 900 Toten. Gestern warnte die Weltgesundheitsorganisation vor dem drohenden Ausbruch von Krankheiten. Von 58 Gesundheitszentren der palästinensischen Gesundheitsbehörde arbeitet nur noch die Hälfte. Sieben von zehn chronisch Kranken mussten ihre Behand...

ndPlusDieter Janke

Vordenker

Bisweilen versuchen sich parlamentarische Hinterbänkler gern auch einmal als Vordenker. Wenn sie zudem konjunkturpolitische Fliegengewichte sind, kommt es dabei mitunter auch zu solch kurios anmutenden Vorschlägen wie dem des Vorsitzenden des Haushaltsausschusses des Bundestages, Herrn Fricke. Mit besorgtem Blick auf die Generationengerechtigkeit will der Liberale zur Gegenfinanzierung des Konjunk...

ndPlusJirka Grahl

Allerallerbester

Als ihn der »Daily Telegraph« neulich fragte, wer denn der beste Fußballer der Welt sei, soll Cristiano Ronaldo nicht lange gezögert haben: »Ich bin der beste, der zweitbeste und der drittbeste Spieler der Welt.« Fußballerlogik, quasi ein Übersteiger in Worten: Der 23-Jährige ist noch immer von jenem sturen Ehrgeiz besessen, der ihn mit elf Jahren aus dem Armenviertel Sao Antonio auf der Insel Mad...

Was ist im Osten anders?

Was ist im Osten anders?

ND: Vor über zwei Jahren wurde vom Bund, von den Ländern und den Kommunen der erste Nationale Integrationsplan beschlossen. Sie haben jetzt in einer Zwischenbilanz kritisiert, dass das Vorhaben aus westdeutscher Perspektive geschrieben wurde. Möbbeck: Das versteht sich nicht als Vorwurf, aber ich denke, der ostdeutsche Blickwinkel darf nicht vergessen werden. Was ist fast 20 Jahre nach der Wende i...

Seite 5

Zeitarbeitsmindestlohn kommt

Nach langem, zähen Ringen haben die Spitzen der Großen Koalition einen Durchbruch beim Mindestlohn für die Zeitarbeitsbranche erzielt. Nur heißt der Kompromiss bislang »Lohnuntergrenze«.

Bank haftet für Schaden

Auf dem Grundstück wurden früher eine chemische Reinigung und eine Färberei betrieben. Als es zum Verkauf stand, ermittelte bereits das Ordnungsamt wegen des begründeten Verdachts, dass der Boden verunreinigt war. Davon wusste das Ehepaar nichts, das sich für das Grundstück interessierte, wohl aber die Bank, die das Ehepaar bei der Finanzierung beriet. Bei den Verhand-lungen über das Darlehen erwä...

Schwarzarbeit kann teuer werden

»Brauchen Sie eine Rechnung?« Kunde und Handwerker könnten doch direkt und in bar abrechnen, der eine spare dadurch Einkommen-, der andere Mehrwertsteuer. Die ARGE Baurecht im Deutschen Anwaltverein warnt vor diesen Geschäften. Dabei handelt es sich um so genannte Ohne-Rechnung-Abreden, also um Schwarzarbeit. Sie ist, so die ARGE Baurecht, verboten, weil Steuerhinterziehung. Wer dabei erwischt wir...

Mehrheit gegen Kraftwerk in Lubmin

Nach einer von nun an jährlichen Umfrage ist die Gegnerschaft gegen das bei Lubmin geplante Steinkohlekraftwerk ausgerechnet bei den Anhängern der CDU sehr groß. An ihrem Land lieben die Menschen die Natur – und hassen die Arbeitslosigkeit.

ndPlusHans-Gerd Öfinger

»Weg in den Abgrund stoppen«

Mit einer Klausurtagung in Frankfurt am Main und anschließenden Einsätzen der Abgeordneten in ganz Hessen mischte sich die Bundestagsfraktion der LINKEN am Dienstag in die Schlussphase des hessischen Landtagswahlkampfes ein.

Vorsicht bei Musterbauverträgen aus dem Internet

Runterladen, ankreuzen, unterschreiben, fertig – so leicht soll es mit seit kurzem online kursierenden Musterbauverträgen für die schlüsselfertige Errichtung eines Einfamilienhauses gehen. Was privaten Bauherren von verschiedenen Verbänden als das Nonplusultra eines unkomplizierten standardisierten Verbrauchervertrages für Bauleistungen offeriert wird, birgt erhebliche Gefahren. »Das sind keine verbraucherfreundlichen Vertragsmuster«, warnt auch Peter Mauel, 1. Vorsitzender des Bauherren-Schutzbundes e. V. »Sie folgen Unternehmerinteressen und bieten keine ausreichende Rechtssicherheit.«

Seite 6

Wenn dem Partner ein Insolvenzverfahren bevorsteht

Die Ehefrau zahlte die Vorauszahlungen, die das Finanzamt für sie und ihren Mann festgesetzt hatte, unter Angabe der gemeinsamen Steuernummer. Als Verwendungszweck gab die Frau Einkommensteuer/Soli an. Dass sie damit nur ihre eigene Steuerschuld begleichen wollte – davon erwähnte sie nichts. Das wäre allerdings ratsam gewesen, denn zu diesem Zeitpunkt wurde über das Vermögen ihres Mannes das...

Reimar Paul, Göttingen

Nazi-Aktivist als Schulassistent

Ein aktiver Neonazi hat zweieinhalb Jahre lang unbehelligt als Schulassistent an einem Göttinger Gymnasium gearbeitet. Der Fall flog erst diese Woche durch eine anonym an Journalisten verschickte E-Mail auf. Die Landesschulbehörde und das Gymnasium reagierten prompt: Der Rechtsextremist darf das Schulgelände nicht mehr betreten, das Arbeitsverhältnis soll »so schnell wie möglich« beendet werden. R...

ndPlusMax Eckart

Abschiebung trotz Suizid-Versuch

Ein aus Armenien stammender Mann versuchte sich umzubringen, als die Polizei kam. Das hielt die Beamten nicht davon ab, ihn in ein Flugzeug zu setzen und abzuschieben.

Hendrik Lasch, Dresden

»Brauchen die NPD nicht«

Die NPD ist nicht mehr im Kreistag Vogtland vertreten, nachdem zwei Abgeordnete ihren Austritt erklärten. Auslöser sind Zerwürfnisse zwischen NPD und Freien Kräften, die auch die Chancen bei der Landtagswahl Ende August beeinträchtigen könnten.

Abgeltungssteuer: Für »arme« Sparer wird es durch die Neuregelung komplizierter

Mit der neuen Abgeltungsteuer sollte alles einfacher werden. Jedenfalls versprach dies die Bundesregierung. In Zukunft soll die Bank einfach alle Sparerträge beim Finanzamt abgelten. Fertig. Tatsächlich wird das Versprechen nicht eingehalten. Besonders für Leute mit geringem Jahreseinkommen kann es sich weiterhin lohnen, alle Zinserträge in der Einkommensteuererklärung anzugeben. Die neue Abgeltun...

Seite 7

Abschleppen

Fährt ein Autofahrer seinen falsch geparkten Wagen kurz vor dem Abschleppen weg, muss er trotzdem Kosten für den Abschleppdienst tragen. Das entschied das Verwaltungsgericht Koblenz. Das Unternehmen könne die Hälfte dessen berechnen, was nach dem Abschleppen in Rechnung gestellt worden wäre. Das gelte auch, wenn das Abschleppen nicht erfolgte, ein anderes Fahrzeug abgeschleppt wurde und hierfür Ko...

Rücktritt vom Autokauf?

Bei der Probefahrt mit einem Wagen gleichen Typs war der Kunde ganz begeistert. Sofort hatte er das Auto bestellt – mit der Sonderausstattung »Getriebe Autotronic, stufenloses Automatikgetriebe«. Umso größer war dann die Enttäuschung, als der Käufer mit dem nagelneuen Fahrzeug losfuhr. Er fand, das Getriebe beschleunigte nicht richtig und überdrehte den Motor. Nun wollte er vom Kauf zurücktr...

US-Aufmarsch am Hindukusch

Der künftige US-Präsident Barack Obama will die derzeitige Stärke der US-amerikanischen Truppen in Afghanistan fast verdoppeln.

Bundesverfassungsgericht: »Dummschwätzer« ist keine Beleidigung

Wer einen anderen einen »Dummschwätzer« nennt, muss ihn damit nicht unbedingt beleidigt haben. Zwar sei die Wortwahl ehrverletzend, entschied das Bundesverfassungsgericht. Es müsse aber unterschieden werden, ob es sich um eine Meinungsäußerung handle oder um eine so genannte Schmähkritik. Entscheidend sei, ob die Auseinandersetzung in der Sache im Vordergrund stehe oder ob es lediglich darum gehe,...

Guantanamo bleibt auch Obamas Problem

Der künftige US-Präsident Barack Obama hat die Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo zu einer vordringlichen Aufgabe erklärt. Deren Realisierung ist allerdings offenbar eine schwierige Angelegenheit.

Brandschutz: »Fünf Atemzüge reichen zum Sterben«

»Fünf Atemzüge reichen zum Sterben«. Dieser alte Feuerwehrspruch gilt nicht nur für Feuerwehrleute im Einsatz, sondern für jeden Bürger, denn Wohnräume verrauchen auch bei scheinbar kleinen Bränden in der für den Laien unvorstellbar kurzen Zeitspanne von nur wenigen Minuten. In diesen Rauchgasen sind in erheblichem Umfang verschiedene Atemgifte – überwiegend Kohlenmonoxid, Dioxin oder Blausä...

»Ich bin hier, um über ein Massaker zu sprechen …«
Susann Witt-Stahl, Tel Aviv

»Ich bin hier, um über ein Massaker zu sprechen …«

Die israelischen Medien verkünden, es gebe eine breite Unterstützung in der jüdischen Bevölkerung Israels für den Krieg gegen Gaza. Selbst wenn das so sein sollte – es gibt Israelis, die den Krieg verurteilen und dies auch öffentlich artikulieren.

Seite 8

Borgen macht Sorgen

Viele junge Menschen haben einen Führerschein – und borgen sich gelegentlich ein Auto. Was den wenigsten bewusst ist – der Autobesitzer ist finanziell immer dabei, selbst wenn er nicht mitfährt. Denn wenn auf der Tour mit dem Wagen ein Unfall verursacht wird, haftet nicht nur der Fahrer, sondern auch der Eigner für die Folgen: Seine Haftpflicht begleicht die Forderungen des Unfallopfer...

Kostenübernahme für Klage auf Studienplatz?

Eine Rechtsschutzversicherung muss in einem bestimmten Rahmen auch die Kosten für Klagen auf einen Studienplatz übernehmen. So ein Urteil des Oberlandesgerichts Celle. (AZ: 8 U 179/06) Weil Noten und Wartezeiten nicht ausreichten, hatte die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen den Bewerber um einen Studienplatz für Humanmedizin abgelehnt. Mit der Begründung, die Hochschulen schöpften i...

Geldanlage: Woran kann man einen seriösen Bankberater erkennen?

Bank- und Finanzberater sind ins Gerede gekommen. Seit die Finanzkrise die Welt in Atem hält, mehren sich die Beschwerden über Anlageberater. Viele Kunden fühlen sich falsch informiert, nicht nur diejenigen, die Zertifikate der amerikanischen Pleitebank Lehman Brothers gekauft haben und nun den Verlust ihres eingesetzten Kapitals fürchten müssen. Gerade über die Risiken von bestimmten Anlagen wird...

Seite 9
ndPlusF.-B. Habel

Mein Papa, der Zauberer

Eine Jungfrau kann man zersägen, aber geht das auch mit einer Greisin? Eine rote Nase hervorzaubern ist kein Akt, aber wie lässt man ein Pferd durch die Diele traben? Kann ein elfjähriges Mädchen einfach schweben? Das alles versucht Raimund Balsam, der einmal der »große Balsamo« war, mit mehr oder weniger Erfolg. Sein Leben ist aus dem Tritt geraten, seitdem seine Frau bei einem Unglück ums Leben ...

Friedemann Kluge

Ertrunkene Geschichten

Nähern wir uns diesem Buch mit einem Märchen, ohne das die darin geschilderten Begebenheiten gar nicht denkbar wären: Es war einmal ein mächtiger, böser König, der eines üblen Tages den Entschluss fasste, rund um sein Reich herum eine Mauer zu errichten, die nur von einer Seite her durchlässig war. Die Menschen auf der anderen Seite hätten diese Mauer zwar auch gern überwunden, bezahlten aber oft ...

ndPlusEkkehart Krippendorff

Über die Klugheit der Musik und die Dummheit der Politik

Das Ereignis der beiden Konzerte von Daniel Barenboims West-östlichem Divan Orchester in der Berliner Staatsoper unter den Linden hat zwei Dimensionen: Eine politische und eine musikalische – wobei die musikalische Dimension politisch und die politische musikalisch ist. Das Politische des Ereignisses besteht im Projekt dieses einzigartigen israelisch-arabischen Orchesters: Dass hier Angehöri...

Seite 10
René Heilig

Alitalia – abgestürzt und neu gestartet

Nach jahrelangem erfolglosen Ringen um die Rettung der maroden italienischen Airline startet die früher staatliche Alitalia am Dienstag mal wieder neu durch. Diesmal privatisiert.

ndPlusPeter Nowak

»Hahn-Taler« gekippt

Für die Fluggäste eine finanzielle Erleichterung, für die rheinland-pfälzische Landesregierung eine Niederlage gegen Ryanair: die Rücknahme der Flughafengebühr »Hahn-Taler«.

Susanne Götze

Energiewende – dieses Jahr oder nie?

Die Deutsche Umwelthilfe und Branchenverbände erneuerbarer Energien warben am Dienstag in Berlin für eine konsequente Energiewende. Unzufrieden sind sie vor allem mit der Bundesregierung, die sich zwar zum Klimaschutz bekenne, aber nicht handle.

Seite 11

Post an Sarrazin

Die Probleme sind nicht neu: Zu wenig Personal, marode Schulgebäude, fehlendes Geld und eine Schülerklientel, die als »schwierig« zu bezeichnen untertrieben wäre. Was die Schulleiter aus dem Bezirk Mitte in ihrem Brief an die Verantwortlichen im Senat und Bezirk zusammengetragen haben, erinnert nicht zufällig an jene Alarmaktion der Lehrer der Neuköllner Rütli-Schule vor gut drei Jahren. Nicht all...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Zwei Drittel gehen in die Bildung

»Zwei bis drei Bier zusätzlich in der Kneipe ist ja auch Nachfrage. Das wollen wir jetzt nicht kleinreden«, quittierte Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) gewohnt bissig die Stärkung der Massenkaufkraft im Krisenpaket der Regierung. Das Investitionsprogramm selbst lobte er allerdings insofern als »weise konzipiert«, da es nicht nur ein »Strohfeuer anzünde«. Schon bald sollten die Berlin zustehenden...

Ronaldo und Marta geehrt

Ronaldo und Marta geehrt

Cristiano Ronaldo hat den vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere erreicht und ist zum Weltfußballer des Jahres 2008 gewählt worden. Der Portugiese in Diensten von Manchester United erhielt bei der FIFA-Gala im Opernhaus von Zürich 935 Punkte und setzte sich damit klar vor seinem argentinischen Kontrahenten und Olympiasieger Lionel Messi vom FC Barcelona durch, der wie 2007 mit Platz zwei vorlieb ne...

Schwerbehindert, doch am Markt behauptet
ndPlusAnja Sokolow

Schwerbehindert, doch am Markt behauptet

Schon für gesunde Menschen ist es mitunter schwierig, Arbeit zu finden. Schwerbehinderte wie Hakan Aylmiraz haben noch größere Probleme. Der halbseitig gelähmte gelernte Bürokaufmann fand nach der Ausbildung zwar Anstellung. »Aber meistens ging es nur in den zwei Jahren gut, in denen die Firma staatliche Fördermittel für mich bekam«, sagt der 34-Jährige. Nach Auslaufen der Unterstützung habe oft e...

Florian Gafert

Albatrosse träumen vom Weiterkommen

Man muss in den Geschichtsbüchern schon weit zurückblättern, um den letzten großen Erfolg von Alba Berlin in der europäischen Königsklasse zu finden. 1998, damals noch unter Trainer Svetislav Pesic, gelang den Berliner Basketballern das Überstehen der Vorrunde und später der Einzug ins Viertelfinale – bis heute der größte Erfolg eines deutschen Baskelballvereins in der Euroleague. Nach dem A...

Jürgen Holz

Loch rückt dem Olympiasieger auf die Pelle

Die deutschen Rennrodlerinnen können sich eigentlich nur selbst schlagen. Seit 86 Rennen sind sie unbezwungen. Und trotz wiederholter Kampfansagen der internationalen Konkurrenz, die deutsche Dominanz endlich brechen zu wollen, dürfte ihre Vorherrschaft nicht ausgerechnet auf der sechsten Weltcup-Station am Wochenende in Oberhof gestoppt werden.Der neue Bundestrainer Norbert Loch sieht in der Ankü...

Seite 12

Gedenken zum 27. Januar

(ND). An die Opfer der Nazi-Verbrechen erinnert das Museum im Stadthaus Lichtenberg am Dienstag, dem 27. Januar, mit einer 16-stündigen Lichtprojektion. Das teilte das Bezirksamt mit. Von 17 Uhr bis zum nächsten Morgen, 8 Uhr, werden die Namen von über 300 ermordeten jüdischen Kindern, Frauen und Männer aus Lichtenberg auf den Museumsgiebel an der Türrschmidtstraße 24 projiziert. Mit dem Projekt »...

ndPlusMartin Koch

Irgendwann geht alles schief

Es geschah in einem Forschungslabor der US Air Force. Hier war ein Ex-Bomberpilot des Zweiten Weltkriegs ab 1947 mit der Frage beschäftigt, ob eine zu große Beschleunigung für den menschlichen Körper schädlich sei. Nach längeren Vorbereitungen führte er dazu 1949 ein wichtiges Experiment durch, bei dem ausgerechnet das Beschleunigungsmessgerät versagte. Die Ursache fand sich rasch: Ein Mechaniker ...

Schlagabtausch mit 300 km/h
Stefan Otto

Schlagabtausch mit 300 km/h

Bill Brandes hat schon als Kind mit seinem Vater Badminton gespielt, mal mit Netz, mal ohne in der freien Variante. Als er später zur See fuhr, habe es auf dem Schiff zwar Platz zum Spielen gegeben, erzählt der 56-Jährige, »doch der Wind machte ein Spiel unmöglich. Badminton war eher was für die Häfen«. Irgendwann begann er, an den Federbällen herumzufrickeln und sie zu beschweren. So konnte er de...

Seite 13
Straßenkunst

Straßenkunst

(ND). Seinen neuesten Fotoband »Stencil Nation: Graffiti, Comunity and Art« mit hunderten Aufnahmen sogenannter Stencils – graffitihafte Schablonenbilder im Straßenbild – präsentiert Russell Howze heute um 21 Uhr in der Galerie Neurotitan im Haus Schwarzenberg in der Rosenthaler Straße 39 in Mitte. Ergänzt mit einem Diavortrag und anschließender Partie erläutert Howze das international...

ndPlusLucía Tirado

Komplott im Atelier

Wer kulturelle Bildung an den Nachwuchs vermitteln will, der muss sich wappnen. Solch eine Möglichkeit bietet sich am 15. Januar in der Berlinischen Galerie. Zum Abschluss des Projekts »Space Flummis« veranstaltet das Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur das Fachforum »Was kann Kunst – in der Schule?«. Die Schau »Space Flummis«, die bereits in Zusammenarbeit des Museums...

Die Last der Erinnerung
Karin Schmidt-Feister

Die Last der Erinnerung

In Großaufnahme besingt ein alter Mann von der Filmleinwand seine Hoffnung, »einmal von dir geliebt zu werden«. Dann stopft er sich seine Pfeife und schaut mit unbewegtem Gesicht in die Kamera. Seine unerfüllte Hoffnung richtet sich an den Sohn. Im Publikum ist es während dieser Schlusssequenz so still, als würde in jedem Zuschauer ein eigener Film ablaufen – denn der Tod der eigenen Väter i...

Seite 14
Wiedererwachen des jüdischen Lebens
ndPlusVeiko Kunkis

Wiedererwachen des jüdischen Lebens

Zaghaft erwacht wieder jüdisches Leben in Frankfurt (Oder). 220 Mitglieder zählt die 1998 neu gegründete Gemeinde. Und wo gelebt wird, da wird auch gestorben. Für Juden ist das ein Problem in der Oderstadt, denn einen jüdischen Friedhof gibt es nicht mehr. Im Dezember vergangenen Jahres hat die Gemeinde deshalb ein Grundstück von der Stadt gekauft. Dort soll der Friedhof entstehen. Doch noch fehlt...