Ausgabe vom 22.01.2009

Seite 1

Unten links

Ein letztes Wort zur Vereidigung Obamas ist nötig: Wegen der Katastrophe, die so nahe war. Sachkundige beschreiben immer wieder die Wirkung von Drogen. Farben, wunderbare Bilder, Sirenenklänge, und man schwebt mitten hindurch – wie Biene Maja über die Leinwand. Manchmal setzt dabei der Herzschlag sekundenlang aus, eine kleine Ewigkeit, weshalb die Sache nicht ungefährlich ist. Erst recht, we...

Martin Ling

Obamas Baustellen

Barack Obama hält, was er verspricht –.fürs Erste zumindest: Der »Schandfleck« (»New York Times«) für die USA, das allen menschenrechtlichen und rechtsstaatlichen Prinzipien zuwiderlaufende Gefangenenlager in Guantanamo, soll wie verkündet geschlossen werden, die laufenden Verfahren ausgesetzt. Das ist das Mindeste, was man von einem USA-Präsidenten erwarten muss, der angetreten ist, den von...

Arm bleibt arm – Reich wird reicher
Ina Beyer

Arm bleibt arm – Reich wird reicher

Die Kluft bei der Vermögensverteilung hat sich in Deutschland weiter vertieft. Während mehr als ein Viertel der Bevölkerung gar kein Vermögen besitzt oder gar verschuldet ist, konzentriert sich ebenfalls knapp ein Viertel am gesamten Vermögen in den Händen des reichsten Hundertstel.

Seite 2

BND drehte mal wieder »linkes Ding«

Der Bundesnachrichtendienst (BND) leistet sich viel. Manches davon wird als Skandal offenkundig und bisweilen untersucht. Im Fall Liechtenstein muss Pullach derartiges nicht fürchten. Bereits 1997 ließ der Dienst einiges über die Steuerfluchtoase Liechtenstein medial durchsickern. Die Wuppertaler Steuerfahndung übergab das aus dem Büro des Vaduzer Treuhänder Herbert Batliner stammende »BND-Materia...

Vaduz: Heimat heimlicher Millionen

Liechtenstein: Fläche: 160 km²; Einwohner: rund 35 000; Hauptort: Vaduz, die Bankenmetropole im Dorfformat; Währung: Schweizer Franken; Staatsform: konstitutionelle Erbmonarchie; Oberhaupt: Fürst Hans-Adam II., dem auch der Liechtenstein Global Trust (LGT) mit seinen Bankunternehmungen gehört. Kaum fällt der Name des Fürstentums, schon denken alle an versteckte Steuermillionen. Dabei ist Liechtens...

Jirka Grahl

Im Zirkus des Irrsinns

Kalt zog die Luft durch die ungeheizte Halle 2 des Ausstellungsgeländes am Zoo, Tausende Berliner tranken ohne Unterlass Bier und grölten dabei den Berufsradfahrern auf der 150 Meter langen Holzbahn hinterher. Dennoch soll am Abend des 16. März 1909 der Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen in seiner Loge von diesem neumodischen Spektakel genauso begeistert wie das »Fußvolk«: Das ersten Sechstag...

René Heilig

Der Deal mit einem »Manager des Jahres«

Heute beginnt in Bochum ein Prozess, der – ginge es gerecht zu – Maßstäbe setzen könnte. Angeklagt ist Ex-Postchef Klaus Zumwinkel. Man wirft ihm Steuerhinterziehung vor.

Seite 3

Eine starke und loyale Frau

Konstanze von Schulthess-Rechberg, die jüngste Stauffenberg-Tochter, sah »Operation Walküre« bereits vor dessen Premiere. Olaf Neumann sprach mit ihr über den Hollywoodfilm sowie über ihre Eltern.

ndPlusGunnar Decker

Unternehmen Seifenblase

Im Münchener Flughafenbus stehe ich zufällig neben Sebastian Koch. Er kommt gerade von der Filmpreisverleihung. Jemand fragt ihn, wie er denn die »Operation Walküre« finde. »Schöner Film« sagt er, mehr sagt er nicht. Klingt wie: schöne Bescherung. Koch war schließlich selbst – vor fünf Jahren in Jo Baiers »Stauffenberg«-Film – der Hitler-Attentäter, was soll er da schon sagen? Und er w...

Seite 4

Mit einer Landkarte für ein neues Verfahren

Berlin (ND-Klemm). Ein neues NPD-Verbotsverfahren ist umstritten – auch innerhalb des linken politischen Spektrums. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) streitet seit Jahren für ein Verbot der neofaschistischen Partei. Um ihrem Anliegen öffentlich Nachdruck zu verleihen, startet sie am 27. Januar eine neue Kampagne. Zi...

Peter Nowak

Die vergessenen Opfer

In Berlin soll in einer alten Villa, wo vor mehr als 60 Jahren der Mord an sogenannten Geisteskranken geplant wurde, eine neue Gedenkstätte entstehen. Mehr als 300 000 Menschen fielen diesem NS-Verbrechen zum Opfer.

Hendrik Lasch

Wanderer zwischen politischen Welten

Verwirrspiel um persönliche und politische Identitäten: Ein Ex-Genosse, der in der Leipziger LINKEN im Sommer als V-Mann verdächtigt wurde, soll jahrelang am äußersten rechten politischen Rand aktiv gewesen sein.

Seite 5
Ines Wallrodt

Der Handel mit der Strafe

Die Bundesregierung hat am Mittwoch die lange bestehende Praxis von Deals in Strafverfahren legalisiert. Das Kabinett beschloss einen Gesetzentwurf, der die umstrittenen Absprachen zwischen Verteidigung, Gericht und Staatsanwaltschaft möglich macht. Er soll noch in dieser Legislatur verabschiedet werden.

ndPlusUwe Kalbe

LINKE gerät in Erklärungsnot

Der Streit über den Krieg in Gaza fordert zur Stellungnahme heraus – Demonstrationen sind ein Teil dieser Reaktionen auch in Deutschland. Die LINKE gerät dabei in Konflikte.

Seite 6
ndPlusJulian Bartosz, Wroclaw

Der dritte Tote in der Einzelzelle

Am Dienstag entließ Polens Regierungschef Donald Tusk seinen Justizminister Zbigniew Cwiakalski. Zwei der Stellvertreter und der Chef des Strafvollzugs wurden ebenfalls ihrer Ämter enthoben.

Ralf Klingsieck, Paris

Fragwürdige Polizeidateien

Die französische Datenschutzkommission CNIL ist mit einem alarmierenden Bericht über die Personendatenbanken der Polizei an die Öffentlichkeit getreten.

Mit Obama gibt es keinen New Deal

Mit Obama gibt es keinen New Deal

Stanley Aronowitz, Dozent für Soziologie und Cultural Studies an der City University of New York, gehört zu den bekanntesten marxistischen Analytikern der US-amerikanischen Gesellschaft. Er hat zahlreiche Bücher über die ökonomischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte sowie die Perspektiven linker, sozialer und politischer Widerstandsbewegungen verfasst und zählte in den 1980er Jahren zu den kämpferischsten Gewerkschaftsführern in der Metallindustrie. Mit ihm sprach Raoul Rigault.

Seite 7
ndPlusSilvia Ottow

Drei Anträge und zig Meinungen

Gestern beriet der Bundestag über zwei Gesetzentwürfe zu Patientenverfügungen. Über einen Entwurf war schon im vergangenen Jahr debattiert worden. Ziel der Parlamentarier und Politiker ist es, sich noch vor Ostern zu einigen und ein Gesetz auf den Weg zu bringen.

Ralf Klingsieck, Paris

Auf dem »französischen Sonderweg«

Die Brüsseler Prognosen für das Krisenjahr 2009 haben Frankreich eine kalte Dusche beschert. Danach steigt die Arbeitslosenquote auf 9,8 Prozent, ein Prozent mehr als im europäischen Durchschnitt. Für Deutschland sind 7,7 Prozent vorausgesagt. Als Staatsdefizit werden für Frankreich 5,4 Prozent des Bruttosozialprodukts erwartet, der europäische Durchschnitt liegt bei 4,4 Prozent.

Seite 8
ndPlusHans-Dieter Schütt

Nebelwarnung

Im Laufe von dreißig Jahren hat sich der Nebel über Europa um die Hälfte gelichtet. Früher gab es zwanzig Nebeltage, an denen man lediglich zwei Kilometer weit sehen konnte. Jetzt sind es nur noch zehn. Das haben 342 Wetterstationen mehrerer Länder mühselig erforscht. EU-Regierungen wurden am Projekt nicht beteiligt. Obwohl auch in der Politik bestimmte Zusammenhänge, die vor Jahrzehnten noch im N...

ndPlusKurt Stenger

Das HRE-Desaster

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, lautet ein geflügeltes Wort aus der schlichten Welt des Fußballs. In der Welt der Banker geht es zwar komplexer zu, doch die jüngsten Erfahrungen mit der Hypo Real Estate (HRE) lassen sich ebenfalls leicht umschreiben: Nach der Rettung ist vor der Rettung. Schon zum dritten Mal gibt es für den Münchner Finanzkonzern milliardenschwere Garantien vom Staat. Und bei d...

Oliver Händler

Kultur des Misstrauens

Lidl, Telekom und nun die Bahn – die Liste der Spitzelunternehmen reißt nicht ab. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, dass Telefondaten, E-Mails und sogar Kontoumsätze von Mitarbeitern an Dritte heimlich weitergeleitet wurden, zeigt dies wieder einmal, wie tief die Hemmschwelle vor einem Eindringen in die Privatsphäre gesunken ist. Völlig ohne Verdachtsmomente ausgestattet, beauftragte das...

ndPlusDetlef D. Pries

Gibt Rätsel auf

Die Übernahme des Reiseveranstalters Öger Tours ist gerade geplatzt. Gemunkelt wird, Alexander Lebedjew habe das Geld nicht aufbringen können. Dafür kaufte er jetzt – für nur ein Pfund Sterling – die Mehrheit des britischen Boulevardblatts »Evening Standard«. Die Zeitung hat zwar im vergangenen Jahren Millionenverluste eingefahren, doch ein 1827 gegründetes Blatt verspricht Lebedjew Pr...

Wie ungleich macht Politik?

Wie ungleich macht Politik?

ND: Was sind die zentralen Ursachen für die sich weiter öffnende Schere bei der Vermögensverteilung? Grabka: Ein Hauptgrund ist sicher die zunehmende Bedeutung von Geld- und Betriebsvermögen. Obere Einkommensbezieher sind zudem stärker in der Lage, zu sparen. Auch das wirkt sich auf die Verteilung aus. Welche Gruppen profitieren am stärksten von der ungleichen Verteilung – und welche mussten...

Seite 9
Hans-Dieter Schütt

Die Traumspielerin

Das schreibt sich immer so schön hin: Sie kommt von irgendwo anders her – sie, die Stimme, der Blick, das Lächeln. Als wäre sie der Beweis: Es gibt betörende Wesen auf fremden Planeten, man kann sie sehen, und doch bleiben sie ein Geheimnis – und eines dieser Wesen, Winkler, ist mitunter zu Gast bei uns. Oder sie allein ist schon der ganze so ganz andere Stern. In Peter Zadeks oder Pet...

ndPlusOliver Händler

Menschlicher Präsident

Das Wort »menscheln« sollte zum Unwort des Jahrzehnts erklärt werden. Es menschelt hier, es menschelt da, nur weil sich mal zwei Personen umarmen oder etwas Nettes übereinander sagen, wenn man es nicht erwartet. Oliver Stone hat mit »W.« einen Film gemacht, der wahrhaft menschelt, weil er eine mediale Karikatur wieder zum Menschen macht: George W. Bush. Er zeigt den Weg des nun ehemaligen mächtigs...

Roberto Becker

Verloren im bunten Oberflächenglanz

Der neue Münchner Opernintendant Nikolaus Bachler wollte seiner bislang furiosen Auftaktspielzeit offenbar auch etwas extravagant Randständiges mit lokalem Bezug hinzufügen. Hans Pfitzners dreiaktiger »Palestrina« wurde immerhin 1917 in München uraufgeführt. Und der unüberhörbar urbayerische und sozusagen programmatisch in Oberammergau geborene Volkstheaterchef, Christian Stückl, schien dafür auch...

Seite 11
STARporträt

STARporträt

Von Clint Eastwood bekam Donovan die erste bedeutende Filmrolle in einer Großproduktion – den Polizeichef Jones in »Der fremde Sohn«, ein auf den ersten Blick sympathisch wirkender Mann, der sich dann jedoch wandelt und als arrogant, brutal und korrupt in Erscheinung tritt. Schon im Horrorstreifen »Blair Witch 2« (2000) zeigte er sich als skrupelloser Typ, der mit dem Verschwinden der Filmst...

www.tv-kult.de

www.tv-kult.de

Wenn man sich heutzutage das Kinderprogramm im Fernsehen anguckt, sieht man fast nur noch japanische Trickfilme, bei denen man schon nach einer Minute Kopfschmerzen und ein leichtes Zucken des rechten Auges vermerkt. Ach ja, wo sind sie nur geblieben, die guten alten Serien aus vergangenen Jahren?! Wenn ich meiner Nichte von der »Rappelkiste«, »Pan Tau«, oder von der »roten Zora« erzähle, kann sie...

Kira Taszman

Das Leben leben

Das Selbstverständnis eines Hundes ist simpel: Er existiert vor allem, um seinem Herrchen oder Frauchen zu dienen. Für das Mädchen Penny, »seinen Menschen«, macht der Superhund Bolt die Schurken dieser Welt unschädlich. Unter Einsatz seiner Superkräfte biegt er Eisenstangen auseinander und springt meterweit über steilste Hindernisse. Seine effektivsten Waffen, der Laserblick und der Turbo-Beller, ...

Dr. Goebbels' Copyright
Wolfgang Hübner

Dr. Goebbels' Copyright

Um das »Zeitungszeugen«-Projekt des britischen Verlegers Peter McGee, der Publikationen aus der NS-Zeit nachdruckt und mit historischen Kommentaren versieht, ist ein juristischer Streit entbrannt: Bayerns Regierung will die Einbeziehung von Nazizeitungen verbieten.Heute soll die zweite Ausgabe der »Zeitungszeugen« an den deutschen Kiosken liegen. Nach dem Start am 7. Januar sollen von nun an jeden...

Seite 12
Hannah Klein

Dunkle Wasser der Lagune

Venedig im Jahr 1521 mit den alten Palazzi, Tavernen und Klöstern, den ewig an die Mauern schwappenden schwarzen Wassern der Lagune. Dorthin hat uns Peter Dempf schon in früheren Romanen geführt. Nun aber werden wir mit kalter (mörderischer) Hand regelrecht hineingezogen ins dunkle Herz von Venedigs Klosterfinsternis. Sieben (oder waren es sechs?) Morde müssen geschehen, bis sich einiges klärt, ni...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Moral für Magier

Ursprünglich soll es von diesem Buch nur sieben Exemplare gegeben haben. Nachdem die Autorin von »Harry Potter« weltweit 450 Millionen Bücher verkaufte, soll sie Lust gehabt haben, einen Band mal ganz ohne Verlage in Handarbeit herzustellen – vom Text über die Zeichnungen bis hin zum kunstvollen Einband. Sechs Stück, so heißt es, schenkte sie Freunden. Das siebente gab sie zu einer Auktion, ...

ndPlusSabine Neubert

Kunst und Macht

Ein opulentes Werk. Ein großer Roman über Rom und seine Caesaren im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Ein Buch über Göttliche und Göttersöhne, die Throne usurpierten und von Thronen gestoßen wurden, Herrscher über das Imperium Romanum. Sie töteten und wurden getötet. Sie lebten in unermesslichem Luxus, »Bedenken galten ihnen nichts«. An Neros Hof war Jugend der »am meisten bewunderte aller ...

Seite 13
Gerd Fesser

Der letzte Kaiser

Am 27. Januar 1859 verkündeten 101 Kanonenschüsse den Berlinern die Geburt eines Prinzen der Hohenzollerndynastie. 29 Jahre später bestieg dieser als Wilhelm II. den Thron. Zeitgenossen fielen an dem jungen Kaiser zwei negative Charaktereigenschaften auf: eisige Gefühlskälte und maßlose Selbstüberhebung. 1890 entließ der Monarch den »Eisernen Kanzler« Otto von Bismarck. Er strebte fortan ein »pers...

Von den Brüdern eingeweiht
Armin Jähne

Von den Brüdern eingeweiht

Im 3. und 4. Semester hing das Bild von Claus Schenk von Stauffenberg über meinem Bett im Moskauer Studentenwohnheim. Es war die Zeit, als ich russischen Kommilitonen für die dunkelsten zwölf Jahre deutscher Geschichte in Permanenz Rede und Antwort zu stehen hatte. Damals war mir die Existenz der Zwillingsbrüder des Verschwörers gegen Hitler noch unbekannt. Wenig später, als ich das kleine Werk »K...

ndPlusUwe-Jens Heuer

Beredsame Rechtfertigung

Das Buch ist von einem inneren Widerspruch geprägt. Einerseits werden die bekannten, den Staatsrechtler Carl Schmitt kompromittierenden Äußerungen fast lückenlos angeführt. Andererseits wird ein nicht unbedingt unsympathisches Gesamtbild gezeichnet. Das ist möglich, weil die Verbindungen zur jeweiligen Politik weitgehend gekappt sind. Es beginnt bereits in der Einleitung. Dort ist von einem »Ungeh...

Seite 14
Der Einzelgänger
ndPlusPeter H. Feist

Der Einzelgänger

Ein etwas verborgener Ort, eine kleine Auswahl, aber ein starkes Erlebnis. Von Theo Balden sind nach zehn Jahren endlich wieder einmal Plastik, Zeichnungen, Lithografien und Fotografien in Berlin zu sehen. Die vormalige Galeristin Hintersdorf und andere Enthusiasten sorgten für eine Wiederbegegnung und geben Jüngeren vielleicht die erste Gelegenheit, einen kraftvollen und fantasiereichen Bildhauer...

Besatzung. Nicht Heimat
Hans-Dieter Schütt

Besatzung. Nicht Heimat

Er kam mit seinen Eltern aus dem Westen in die DDR. Er ging in die zweite Klasse. Ein Mitschüler stellte fest, Lothar sei wohl ein ziemlicher Idiot, denn nur Idioten kämen auf die Idee, in den Osten zu kommen.So fing das an, und es hörte nicht auf: Lothar Trolle blieb sein DDR-Leben lang ein Halblegaler, ein schief Beäugter, ein Draußengelassener, ein bunter Hund, ein merkwürdiges Subjekt. Ein fet...

Seite 15

Ackermann ringt um Topform

Überhöhte Pulswerte und Absprungsorgen plagen den vierfachen Weltmeister in der Nordischen Kombination, Ronny Ackermann, der vier Wochen vor Beginn der Nordischen Ski-WM in Liberec (18. Februar bis 1. März) nur schwer in Topform kommt. »Ich hoffe darauf, dass ich mir in den letzten drei Weltcups noch die nötige Tempohärte beim Laufen hole und wir beim Springen den richtigen Weg finden«, sagte er.A...

ndPlusJürgen Holz

Blamage der Eisbären: die Fans pfiffen sie aus

»So kann es nicht weitergehen«, wetterte Eisbären-Trainer Don Jackson nach der sechsten Heimniederlage der Berliner Eisbären mit 2:4 (0:1, 0:0, 2:3) ausgerechnet gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Füchse Duisburg. »Uns fehlt ein bisschen der Rhythmus. Außerdem haben wir viele Verletzte«, suchte der US-amerikanische Coach nach einer Erklärung und verwies schließlich auf vier verletzte Stammsp...

Christian Heinig

Zabels letzte Wettfahrt

Heute um 19 Uhr beginnt für Erik Zabel die letzte Wettfahrt überhaupt. Der 38 Jahre alte Sprinter tritt beim 98. Sechstagerennen im Berliner Velodrom an. Fünf Minuten vor acht, nach der traditionellen Fahrerparade, fällt der Startschuss. »Stunden der Leidenschaft« werden das, gesteht Zabel, der einst als zehnjähriger Bub aus Berlin-Lichtenberg für die Betriebssportgemeinschaft Rotation das erste M...

Britta Körber

Bangen nach dem Sturz um Titel-Hattrick

Das Chemnitzer Weltmeister-Paar Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy muss um den Titel-Hattrick bei den Eiskunstlauf-EM in Helsinki, wo gestern Abend (nach Redaktionsschluss) mit der Kür die Entscheidung fiel, bangen. Nach einem Sturz im Kurzprogramm liegen die sechsmaligen deutschen Meister und Titelverteidiger an zweiter Stelle hinter den Russen Maria Muchortowa/Maxim Trankow (69,62) und vor Yu...

Seite 17

Offener Brief an Klaus Lederer

(ND). Mit einem offenem Brief an den Landesvorsitzenden der Berliner LINKEN, Klaus Lederer, haben sich mehrere Vertreter der Linkspartei an die Öffentlichkeit gewandt. Gegenstand der öffentlich geäußerten Kritik ist die Teilnahme Lederers an einer israelsolidarischen Kundgebung am 11. Januar.»Durch Deinen demonstrativen Auftritt als Landesvorsitzender«, kritisieren die Unterzeichner, »hast Du die ...

Ganzheitlich

Der Bericht zur Berliner Kulturwirtschaft sei eine »Landkarte« für eine wichtige Wachstumsbranche Berlins, so Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD). Positiv zu vermerken ist hier schon das Erstellen der laut Senat »ganzheitlichen« Untersuchung an sich – vor allen Interpretationen der Ergebnisse. Denn allzu oft wird vergessen, bei der stolzen Verkündung neuer Rekorde, die die ...

Antifaschisten rufen zur Solidarität auf

(ND-Kröger). Die ersten Strafbefehle liegen bereits im Briefkasten. Nicht wenige antifaschistische Blockierer des Neonazi-Aufmarsches in Lichtenberg vom 6. Dezember 2008 erhalten in diesen Tagen Post. »Es wurden 36 Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, wegen einfachen und schweren Landfriedensbruchs, Nötigung und gefährlicher und einfacher Körperverletzung und Beleidigung ei...

Staat bezahlt Lohndrückerei

(ND-Herrmann). Immer mehr Beschäftigte in Berlin und Brandenburg verdienen so wenig, dass sie ihren Lohn mit Hartz IV aufstocken müssen, informierte gestern der DGB. Mitte 2008 seien davon 184 667 Beschäftigte betroffen gewesen, davon 111 725 in Berlin und 72 942 in Brandenburg.Die Lohndrückerei von Unternehmen gleiche der Staat mit Steuergeldern aus, hieß es in einer Mitteilung des Gewerkschaftsb...

ndPlusSarah Liebigt

Trotz Krise mehr Jobs in der Kultur

Die Temporäre Kunsthalle auf dem Schlossplatz ist mit dem Bus gut zu erreichen und liegt in Laufweite von Alexanderplatz und Hackeschem Markt. Die Initiative Kulturwirtschaft fand somit einen passenden Ort für ihre gestrige Pressekonferenz zur Veröffentlichung des zweiten Kulturwirtschaftsberichtes. »Ein Plus unserer Stadt ist die hervorragende Infrastruktur des ÖPNV«, so Stadtentwicklungssenatori...

Seite 18

Keine Kohle im Bezirk

(ND). Die BVV-Fraktionen von LINKE und Grüne in Lichtenberg fordern in einer gemeinsamen Mitteilung den sofortigen Beginn des Bebauungsplanverfahrens für die Industriebrache Köpenicker Chaussee/ Blockdammweg. Damit würden die bereits beschlossenen Beschränkungen für den Bau des umstrittenen Vattenfall-Kohlekraftwerks wirksam. Der zuständige Stadtrat wolle den Plan indes erst in Gang setzen, wenn V...

»Es geht um unsere Rechte«
Jörg Meyer

»Es geht um unsere Rechte«

Im Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte hängt der Haussegen schief. In einer Mitteilung kritisierte der im November erstmalig gewählte Betriebsrat am Montag die Arbeitsbedingungen. Es ist die Rede von »miserablen Löhnen, unbegründeten Kündigungen und einer Atmosphäre, in der keiner, der seinen Job behalten will, es wagt, um Urlaub zu bitten«. Auch Gerichtsverfahren und kritische Nachfrage...

Im Labor des Avantgarde-Kochs
ndPlusJana Findeisen

Im Labor des Avantgarde-Kochs

Cristiano Rienzner liebt Kontraste in der Küche und im Leben. Deshalb betreibt der Avantgarde-Koch und Schüler des weltberühmten spanischen Kochmeisters Ferran Adrià seine Experimentalküche Taller nicht in Mitte, sondern am Kreuzberger Oranienplatz. Hier testet Rienzner seit zwei Jahren neue Kochverfahren und verkauft spezielle Zutaten und Werkzeuge für die ausgefallene »metaphorische Küche« à la ...

Seite 23
Schlaglichter aus dem Alltag
Uta Herrmann

Schlaglichter aus dem Alltag

Mit der Ausstellung »Nicaragua heute« eröffnet die Botschaft der Republik Nicaragua ihre Aktivitäten im Jubiläumsjahr. Im Juli 1979 siegte in dem lateinamerikanischen Land die sandinistische Revolution und befreite das Volk von der Somoza-Diktatur. Die Berliner Fotojournalistin Gabriele Senft besuchte im Sommer vergangenen Jahres das Land. Impressionen der Reise werden nun in den Räumen der Botsch...

ndPlusVolkmar Draeger

Hexenkessel der Liebe

Schon die Bühne im Haus der Berliner Festspiele sieht wie ein technisches Gestrüpp aus. Weit hinten ein weiß gedeckter Tisch, zu beiden Seiten Stühle, Kameras, Mikrofone, ein Verstärker, der später zur Videoleinwand mutiert. Eine Frau beginnt mit quietschiger Stimme von Vertrauen und Verteidigung zu reden, ein Mann, der sich in alle Richtungen verrenkt, übersetzt das echohaft ins Deutsche. Klavier...

Seite 24
ndPlusWilfried Neiße

Schulterschluss gegen Rechts

Einen politischen Schulterschluss von SPD und LINKE erlebte gestern der Potsdamer Landtag. Auf Antrag der Links-Opposition wurde darüber debattiert, welche Ergebnisse das Handlungskonzept »Tolerantes Brandenburg« aufzuweisen hat. Tenor: Das braune Image ist nicht mehr kennzeichnend für das Bundesland.Ausdrücklich dankte SPD-Fraktionschef Günter Baaske der Linkspartei für die Wahl dieses Themas. Er...