Ausgabe vom 03.03.2009

Seite 1

Unten links

Eine Studie förderte die alarmierende Nachricht zutage: Jugendliche würden eher auf Partner oder Partnerin verzichten (nur für 43 Prozent war dies unvorstellbar) als auf ihr Handy (für 97 Prozent unerträglich). Der angeblich so vergnügungssüchtigen, hemmungslos lebenden Generation bis 30 geht es offenbar nur noch um das Eine: ums Telefonieren. Von der Libido zum Klingelton, vom Herzweh zum Display...

Iran: USA setzen auf Diplomatie

Washington (Agenturen/ND). US-Verteidigungsminister Robert Gates hat Spekulationen widersprochen, Iran könne bald über eine Atombombe verfügen. Die Iraner seien derzeit »nicht nah dran«, eine Atombombe zu besitzen, sagte Gates in einem Interview. Dazu fehlten Teheran die notwendigen Ressourcen. »Also haben wir Zeit«, fügte der Minister hinzu. Angesichts deutlich gesunkener Ölpreise habe die intern...

ndPlusRoland Etzel

Realitäten ignoriert

Gaza ist in seiner ebenso langen wie leidvollen Geschichte schon mehrmals wiederaufgebaut worden, so zu Beginn der Zeitrechnung von den Römern und vor 15 Jahren von potenten arabischen bzw. westeuropäischen Staaten, die das auch diesmal wieder tun wollen. An Zusagen dafür mangelt es jedenfalls nicht. Probleme haben die »Geber« trotzdem, allerdings ganz anderer Art. Sie ähneln ein bisschen denen na...

Gaza-Konferenz sendet Hoffnung aus

Die internationale Staatengemeinschaft will den Palästinensern in den kommenden zwei Jahren mit insgesamt 4,481 Milliarden US-Dollar beim Wiederaufbau des Gaza-Streifens helfen. Dies gab der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit am Montag zum Abschluss der Geberkonferenz in Scharm el Scheich bekannt. Die Konferenz forderte zudem, die von Israel blockierten Gaza-Zugänge zu öffnen.

Milliarden in ein Fass ohne Boden

Mit einem Rekordverlust von fast 100 Milliarden Dollar bei dem schwer angeschlagenen US-Versicherer AIG hat die Finanzkrise einen neuen Höhepunkt erreicht.

Seite 2

VDSL für die Konkurrenz

Hannover (dpa/ND). Die Deutsche Telekom will nach einem jahrelangen Streit ihr schnelles DSL-Netz (VDSL) ab Frühsommer 2009 für Wettbewerber öffnen. Das kündigte der scheidende Chef der Festnetz- Sparte T-Home, Timotheus Höttges, am Montag auf der Computermesse CeBIT in Hannover an. Der Konzern bietet dies nach seinen Worten freiwillig und ohne regulatorische Vorgaben an. Der Einstiegspreis für di...

Rüstungstransfer im Fokus
ndPlusWolfgang Kötter

Rüstungstransfer im Fokus

In New York berät seit gestern eine UNO-Arbeitsgruppe über ein Abkommen zur Eindämmung der internationalen Rüstungstransfers. Das allen 192 Mitgliedstaaten offenstehende Gremium wird von Roberto García Moritán aus Argentinien geleitet.

ndPlusLorenz Matzat

Durchhalteparolen in Hannover

Weniger Aussteller und düstere Prognosen – viel Neues gibt es auf der Computermesse nicht zu sehen. Dafür setzt man auf Trends wie grüne Technologie und wieder einmal die Internetwirtschaft.

Seite 3
ndPlusAnna Maldini, Rom

Bürgerwehren für die »rechte Sicherheit«

Die italienische Regierung hat die Bildung von Bürgerwehren legalisiert. Für »mehr Sicherheit« und zum »Schutz gegen Vergewaltigungen« – so heißt es in der Verordnung – können sich Bürger zusammentun und durch die Straßen patrouillieren. Einzige Bedingung: Sie dürfen nicht bewaffnet sein und müssen ihre Tätigkeit der Polizei melden.

Töne im Tunnel
Jana Findeisen

Töne im Tunnel

In der Hauptstadt ist das Musizieren in der U-Bahn streng geregelt. Nur an festgelegten Plätzen in den Stationen darf gespielt werden, einmal pro Woche vergeben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) dafür Genehmigungen. Wer lieber mobil ist, muss mit Ärger rechnen: In fahrenden Zügen ist das Musizieren verboten.

Seite 4
Hendrik Lasch, Dresden

Die »losgerissene Kanone« geht über Bord

Mit der Spaltung der Linksfraktion im Dresdner Stadtrat haben einige populäre Urgesteine der PDS ihre politische Heimat verloren. Jetzt hat sich die erste Politikerin eine neue gesucht: Barbara Lässig geht zur FDP.

Fabian Lambeck

Streumunition aus Nürnberg

Ein Regensburger Journalist muss sich seit gestern vor Gericht verantworten. Er hatte in einer Kolumne geschrieben, der bayerische Rüstungskonzern Diehl produziere Streumunition.

Seite 5

30 Prozent der Pflanzen und Tiere bedroht

Berlin (dpa/ND). Der Klimawandel treibt den Artenschwund bei vielen Pflanzen- und Tierarten in Deutschland gefährlich voran. »Rund 30 Prozent unserer Pflanzen- und Tierarten sind bis 2100 vom Aussterben bedroht«, warnt die Artenschutzreferentin des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Bayern, Christine Margraf, zum Internationalen Tag des Artenschutzes. Auswirkungen seien bereits heute zu spür...

Matthias Hoenig

Bischofskonferenz über Finanzkrise und Pius-Brüder

Die katholischen Bischöfe in Deutschland beraten seit gestern auf ihrer Frühjahrsvollversammlung in Hamburg über die Wirtschaftskrise. Zudem wird erwartet, dass die Bischöfe über den Umgang mit Traditionalisten wie den Pius-Brüdern sprechen.

Seite 6
ndPlusManfred Maurer, Wien

Haiders letzter Triumph

Jörg Haider hat es noch einmal geschafft: Das BZÖ des toten Landeshauptmanns feierte am Sonntag bei der Landtagswahl in Kärnten einen Triumph. Die SPÖ verlor sowohl in Kärnten als auch in Salzburg stark.

Seite 7
Julian Bartosz, Wroclaw

Polens Rechte übt Rache

Warschauer Medien berichteten am letzten Wochenende über eine Pressekonferenz, die von linken und demokratischen Abgeordneten im Sejm zur Frage der kollektiven Schuld und Verantwortung ehemaliger hauptberuflich tätiger Funktionäre der Sicherheitsorgane in der Volksrepublik Polen anberaumt wurde.

ndPlusMarc Engelhardt, Nairobi

Staatskrise in Guinea-Bissau

Soldaten ermordeten den Präsidenten des westafrikanischen Staates Guinea-Bissau, um sich am gewaltsamen Tod ihres Generalstabschefs zu rächen.

Seite 8
Grit Gernhardt

Kommt Zeit, kommt Rad?

Keinen Zeitdruck wolle er sich machen, das Rettungspaket für den nach Milliarden dürstenden Autobauer Opel »plausibel prüfen«, so Bundeswirtschaftsminister von und zu Guttenberg. Bei der Bankenrettung war die Koalition – allerdings noch ohne adlige Beteiligung – schneller mit Milliardenhilfen zur Stelle. Schwindelerregende Beträge wurden ohne lange Bedenkzeit zugesichert, so dass sich ...

Uwe Sattler

Nachgeburtswehen

Gysis Mahnung kam zu spät. In seiner Abschlussrede auf dem Essener Parteitag hatte der Fraktionschef der LINKEN im Bundestag zu einem fairen Umgang zwischen Ost- und Westverbänden der vor zwei Jahren geborenen Partei aufgerufen und gewarnt, bisher Erreichtes in der Europapolitik zu verspielen. Da war die Kandidatenliste, die ausgewogen zwischen beiden Landesteilen besetzt sein sollte, schon beschl...

ndPlusSilvia Ottow

Au, Backe!

Die Vergütung der Mediziner scheint ein Dauerthema des Wahljahres zu werden. Noch ist keine Einigung über die Honorare der Ärzte in Aussicht, da kündigen die Zahnärzte an, dass auch sie entschieden mehr Geld benötigen, als die Politik herausrücken will. Au, Backe, woher nehmen? Sicher ist mehr Geld überall wünschenswert. Allerdings wäre es auch toll zu wissen, wo genau es fehlt. Das aber können di...

Ausgetreten
ndPlusAndreas Fritsche

Ausgetreten

In seiner Zeit als Landtagsabgeordneter rief Stefan Sarrach von sich aus Journalisten an. Mit Themen, die ihm wichtig waren, wollte der justizpolitische Sprecher der brandenburgischen Linksfraktion in die Blätter kommen. Doch das ist vorbei, seit er Ende vergangenen Jahres sein Mandat abgab und eine Stelle als Richter am Sozialgericht in Frankfurt (Oder) annahm. »Ich bin überhaupt nicht an Öffentl...

Die seltsamen Krisenbilder
ndPlusBrigitte Zimmermann

Die seltsamen Krisenbilder

Wir haben Krise. Das schneidet ein. Deutschland ist ein Pflegefall. Schmerzpatienten in Unternehmen und Banken kreischen Mitleid erregend, Kurzarbeit verbreitet sich epidemisch, Töchter (Opel) sagen sich von ihrer kranken Mutter (General Motors) los, Rettungspakete schwirren durch die Gegend. Es kommt zu seltsamen Notgemeinschaften. Die Belegschaft von Autozulieferer Schaeffler in Herzogenaurach, ...

Seite 9
So oder gar nicht!
ndPlusRoberto Becker

So oder gar nicht!

Es gab Zeiten und Gegenden, da war die Sache glasklar: Auf der Opernbühne, und da möglichst vorne an der Rampe und im opulenten Kostüm, stand die Primadonna oder ein Kastrat, jedenfalls ein funkelnder Star. Als Mittelpunkt. Der sorgte mit artistischen Höhenflügen für eine Begeisterung beim Publikum. Psychologisch nachvollziehbare Akteure, selbst eine einigermaßen stimmige Handlung waren Nebensache...

Einbruch der Dunkelheit
Christoph Funke

Einbruch der Dunkelheit

Wie ein politischer Vorgang, die Übernahme der Macht in Deutschland durch die Nationalsozialisten, die durchgreifende Veränderung des Alltags zur Folge hat, beschrieb Bertolt Brecht in seiner Szenenfolge »Furcht und Elend des Dritten Reiches«. Diese entstand schon während der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, sie folgte den Ereignissen auf dem Fuß, mit hellsichtiger Klarheit und dem ah...

Schwarz-weiß-roter Pudding
Armin Jähne

Schwarz-weiß-roter Pudding

Wer als ostdeutscher Leser die Seite 149 dieser lebendig geschriebenen, kleinen Kulturgeschichte erreicht hat, möchte an dieser Stelle die Lektüre am liebsten abbrechen und das Buch in die Ecke stellen. Er würde damit aber dem Autor und dem Anliegen seines Buches Unrecht tun, großenteils wenigstens.Die Idee, über das »Was ist deutsch?« nachzudenken und den Zustand des kulturellen wie politischen S...

Seite 10
ndPlusJürgen Amendt

Schulbücher bleiben deutschtümelnd

Haben Sie schon ihren nächsten Urlaub geplant? Nein? Wie wäre es mit einem Ausflug nach Preßburg oder einem Abstecher nach Laibach? Sie sollten allerdings damit rechnen, dass die nette Dame im Tourismusbüro ungläubig dreinschaut. Herausreden können sie sich dann nur mit dem Hinweis, sie hätten diese Städte- namen in den Schulbüchern ihrer Kinder oder Enkelkinder gelesen.Immer noch werden nämlich i...

Werner Jung

Was ist das Schöne am Putzen?

Linda Maria Zapatek, genannt Lynn, heißt die Protagonistin aus dem neuen Roman von Markus Orths: »1975 geboren, eins fünfundsechzig groß, Haarfarbe braun, Augenfarbe grün.« Und sie hat ein Problem – nein: sie ist ein Problem. Vor allem für sich selbst. Zurückgekehrt von einem sechsmonatigen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik – man erfährt nicht genau weshalb, möglicherweise abe...

Traumtänzerisches
ndPlusHarald Kretzschmar

Traumtänzerisches

Burg Beeskow möchte manch einer als Bewahranstalt für brave Auftragskünstelei aus Diktaturzeiten abqualifizieren. Nur weil im Depot Malerei, Grafik und Plastik aus Staatsaufträgen der DDR-Zeit lagern, scheint der Ort kontaminiert. Ewig nur mit den gewiss achtbaren Beständen als Pfund zu wuchern, ist zu wenig. Das nunmehr zunehmend erkannt zu haben, ehrt den rührigen Sammlungsdirektor Tilman Schlad...

Seite 11
Tobias Müller, Amsterdam

Das große Zittern bei Opel in Belgien

Die Unsicherheit über die Zukunft der europäischen General-Motors-Niederlassungen hält an. Während international über eine Teilselbstständigkeit der Tochter Opel verhandelt wird, erwägt die flämische Regionalregierung einen Notplan für den Standort Antwerpen.

Andreas Hoenig und Stephan Maurer

Rückabwicklung des Schaeffler-Conti-Deals?

Die Zukunft von Schaeffler hängt am seidenen Faden. Die Lage des schwer angeschlagenen Autozulieferers, der sich mit der auf Pump finanzierten Übernahme von Continental verhoben hat, ist dramatisch.

ndPlusAndreas Knudsen, Kopenhagen

Dänisches Konjunkturpaket

Die Ökonomen sind nicht begeistert, die Wirtschaft teilweise dagegen schon und die bürgerlichen Regierungsparteien sind zufrieden. So wird die Steuerreform der dänischen Regierung bewertet, die eigentlich der große Wurf werden sollte, um die Abgabenbelastung von Arbeit auf Verbrauch umzulegen. Doch es blieb bei einigen Justierungen.

Seite 12

Neue Medikamente nötig

Berlin (Agenturen/ND). Die Molekularbiologin Leena Bruckner-Tuderman hat am Montag in Berlin den Eva Luise und Horst Köhler Preis für Seltene Erkrankungen erhalten. Der mit 50 000 Euro dotierte Preis soll ein Forschungsprojekt der Freiburger Universitäts-Hautklinik unterstützen. Darin suchen Mediziner und Naturwissenschaftler gemeinsam nach einer Therapie für die Hautkrankheit Dystrophe Epidermysi...

Hans-Gerd Öfinger

Bayerns Brauereien kämpfen

Mit Warnstreiks in vier bayerischen Brauereien hat die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststäten zum Wochenbeginn den Druck in der aktuellen Tarifrunde erhöht.

Weiter Sorge um den Fisch

Rund 80 Prozent der Fischbestände in den Weltmeeren sind überfischt oder bis an die Grenzen ausgebeutet. Tendenz steigend. Zugleich sind die Fischereinationen nur ungenügend auf die Folgen des Klimawandels für die Meerestiere vorbereitet. Das geht aus dem neuen Fischereireport der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) hervor.

ndPlusBenjamin Beutler

Verlierer der Krise

Die Wirtschaftskrise trifft Arbeitsimmigranten in den USA und Europa schwer. Besonders Lateinamerika leidet unter dem Rückgang von Geldsendungen.

Seite 13

Nord-Süd - Tipps

HAITI – »Haiti nach fünf Jahren Besatzung und einem Jahr nach der Hungerrevolte. Welche Perspektiven gibt es für eine soziale und friedliche Entwicklung?« Referent: Dr. Yves Polynice, Moderation: Dr. Alexander King, 5. März, 19 Uhr, Helle Panke. Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin. Eintritt: 1,50 Euro.FRIEDEN – »Gandhi versus Rambo? Was schafft zivile Friedensarbeit, was militärische Ein...

EU kennt im Handel keine Fairness
ndPlusMartin Ling

EU kennt im Handel keine Fairness

Fairness ist für die Europäische Union (EU) im Handel ein Fremdwort: Um die Milchpreise in der EU zu stabilisieren, ist ihr jedes Mittel recht. Am 1. März hat die EU-Kommission mit dem Aufkauf von Butter und Magermilchpulver begonnen, und bereits Ende Januar wurden die Exportsubventionen für Milchprodukte wieder eingeführt. Ein Skandal, denn die EU-Kommission weiß aus Erfahrung um die Folgen diese...

Gleichstellung bis dato bloße Rhetorik

Von Thalif Deen, New YorkDie Vereinten Nationen stehen im Kreuzfeuer für eine Gleichstellungspolitik, die sich mit schönen Worten begnügt, aber weder in finanziellen Mitteln noch in angemessenen Strukturen ausdrückt. Angesichts der Sitzung der Kommission zum Status der Frau (CSW) vom 2. bis zum 13. März erhebt sich laute Kritik an diesem Missstand. »Die Frauenstellen bei den UN sind zersplittert, ...

Zwischen Engagement und Übermotivation
Kai Walter

Zwischen Engagement und Übermotivation

Mit Einführung des staatlich geförderten »weltwärts«-Programms, haben sich vor gut einem Jahr die Möglichkeiten eines Engagements im Freiwilligendienst schlagartig geändert. Die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste und die Stiftung Nord-Süd-Brücken zogen im Rahmen ihrer kritischen Begleitung der Pilotphase in Berlin eine Zwischenbilanz.

Seite 14

Rat für Sonnenanbeter

Den ultravioletten Anteil der Sonnenstrahlen könne der Mensch leider nicht wahrnehmen, sagt der Berliner Dermatologe Professor Hans Meffert. In der Fachzeitschrift »Aktuelle Dermatologie« stellt er ein Verfahren vor, mit dem die UV-Intensität überall geschätzt werden kann.

Guter Ruf täuscht

Die Verbraucherzentralen warnen. Immer mehr Lebensmitteln wird Fruchtzucker zugesetzt. Dadurch nehmen die Beschwerden zu.

Die Rezension - Wort und Messer
ndPlusElfi Schramm

Die Rezension - Wort und Messer

»Nur wenn Hinsehen, Zuhören und Mitfühlen mit moderner Medizin und Technik zusammengebracht werden, bekommen wir die beste medizinische Versorgung, die wir jemals hatten«, ist die Maxime des Buchautors Walter Möbius, der 40 Jahre im Krankenhaus gearbeitet hat. Immer wieder stellte er sich die Frage, wie man die moderne Medizin menschlicher machen kann. Tasten und Berühren, Fragen und Zuhören &ndas...

Bruder mit Abschlusszeugnis
Hendrik Lasch, Magdeburg

Bruder mit Abschlusszeugnis

Wenn Kinder einen Bruder oder eine Schwester bekommen, ist das ein Einschnitt: Die Großen stehen nicht mehr im Zentrum. Geschwisterschulen sollen darauf vorbereiten und Eifersucht vorbeugen.

Seite 15
Belebender Zweikampf

Belebender Zweikampf

Seit 2006 steht PETR STOCHL (Foto: AFP) bei den Handballern der Füchse Berlin zwischen den Pfosten. Vor dem heutigen Duell gegen SC Magdeburg sprach CHRISTIAN HEINIG für ND mit dem 32-Jährigen, der mehr als 100 Mal das Tor der tschechischen Nationalmannschaft hütete.

Reimar Paul

Bayern enttäuscht: »Wir sind zu lieb«

»Heute hat uns die Geilheit auf das Tor gefehlt«, fand Tim Borowski. Der frühere Bremer und jetzige Bayern-Spieler war enttäuscht, dass seine Mannschaft mit einem Mann mehr auf dem Platz nur einen Punkt mit nach Hause nahm. Werder-Innenverteidiger Naldo hatte schon nach 15 Minuten die Rote Karte gesehen. Doch die Münchner, die furios begonnen hatten, konnten die Überzahl nicht nutzen. Die Partie z...

Christian Heinig

Den Liebling reizt die Hauptstadt

Bislang kennt er Berlin nur von Kurzbesuchen. Mit Stefan Kretzschmar war er einmal im »Due forni« in der Schönhauser Allee, der Rockpizzeria, in der zahlreiche Stars vorbeischauen und ihre Autogramme an die Wand pinseln. »Berlin besitzt viele Reize«, sagt Silvio Heinevetter. Dabei denkt er natürlich an Musik, die Klubszene, die reichhaltige Kultur und natürlich an das neue optische Flagschiff: die...

ndPlusJürgen Holz

Eisbären Titelfavorit

»Die lange Pause ist nicht gut. Denn wir haben momentan einen guten Lauf«, meinte Eisbären-Stürmer Sven Felski. Mit dem 4:3-Auswärtssieg gegen Straubing zum Vorrundenschluss am Sonntag gab es den sechsten Sieg in Folge für den Titelverteidiger aus Berlin, der nun erst wieder am 13. März zum Start in die Play-off-Viertelfinals auf das Eis muss – dann in der heimischen O2 World. Als Gegner kom...

Seite 17
890 Quadratkilometer und 500 000 Gebäude in der dritten Dimension

890 Quadratkilometer und 500 000 Gebäude in der dritten Dimension

(ND-Herrmann). Über eine neue Dimension freute sich gemeinsam mit Wirtschaftssenator Harald Wolf (LINKE) gestern René Gurka, Geschäftsführer des Wirtschaftsdienstleisters Berlin Partner. Präsentiert wurden 890 Quadratkilometer dreidimensionales virtuelles Berlin mit 50 000 Gebäuden. Präsentiert wurde zwei Jahre nach dem Start die neue Version 2.0 des realitätsnahen Stadtmodells. Damit ist Berlin d...

Professionell statt martialisch

Zusammenkünfte mit Berliner Polizisten können durchaus sehr unterschiedlich sein. Eher positiv ein Erlebnis kurz vor Weihnachten. Ein ziviler Einsatztrupp stürmt die Unterkunft des Autors, weil die Nachbarin eine offene Wohnungstür bei ihrer Rückkehr vorgefunden hat – und Alarm schlug. Die Zivilbeamten, die den Reporter im Dunkeln bei einer Recherche vor dem PC ertappen, verhalten sich trotz...

ndPlusRainer Funke

Einmarsch in den Problemkiez

Solche Fälle sind spektakulär und machen deshalb immer mal wieder Schlagzeilen: Ein Kind gerät in einen Unfall, weshalb ein Rettungswagen der Feuerwehr anrückt. Arzt und Sanitäter werden von der Mutter und einer rasch anwachsenden jugendlichen Menge an erster und weiterer Hilfe gehindert, bis Polizei kommt. Oder: Ein Dieb soll festgenommen werden. Auch hier entwickelt eine Gruppe Jugendlicher rasc...

Seite 18
ndPlusMartin Koch

Preiswertes Volksnahrungsmittel

In der Amrumer Straße in Wedding steht ein Haus, das selbst viele eingesessene Berliner nicht kennen: das Zuckermuseum, welches zugleich das älteste seiner Art in der Welt ist. Dass es gerade hier seinen Standort gefunden hat, ist wiederum kein Zufall. Denn in Berlin wurde 1747 der Zucker in der Runkelrübe entdeckt – von Andreas Sigismund Marggraf, der heute vor 300 Jahren in Preußens Haupts...

Spinnweben und Gärfliegenbefall
Sarah Liebigt

Spinnweben und Gärfliegenbefall

Die Liste der schmutzigen Restaurants und Backstuben in Pankow ist lang. Seit Montagmittag stehen jene Geschäfte im Internet, die bei Routinekontrollen der amtlichen Lebensmittelprüfung aufgefallen sind. Kontrolliert wurden die Hygiene in Umgang und Zubereitung von Lebensmitteln sowie die allgemeine Sauberkeit. Aufgetretene Mängel sind beispielsweise »Rattenbefall der Lagerräume im Keller«, »Mause...

Seite 19
Elegantes Doppelspiel
ndPlusAndreja Andrisevic

Elegantes Doppelspiel

Wer kennt das nicht: Man kommt in der voll gestopften Arztpraxis an und sitzt sich im Wartezimmer die Beine in den Bauch. Wie ein nicht enden wollendes, einschläferndes Mantra geht die »tür auf / einer raus / einer rein«. Bis es dann endlich heißt: »selber rein / tagherrdoktor«. Ernst Jandl hat diese Szenerie in dem Gedicht »Fünfter sein« wundervoll lakonisch dargestellt. Dass Warten aber auch all...

Tobias Riegel

Mit links durch die Krise

Die einst hochmütigen Banken fallen reihenweise oder werden zu Bittstellern, gestandene Industrie-Ikonen geraten ins Wanken, »Enteignung« ist kein sozialistisches Unwort mehr: lange war die Zeit nicht mehr so reif, waren die Menschen so empfänglich für linke Argumentationen wie im Moment. Zugleich macht die »Krise« aber auch vor linken Zeitungen nicht halt – deren ohnehin dünne Finanzdecken ...

Seite 20
ndPlusWilfried Neiße

Dunkle Wolken über der Landpartie

Die Finanzierung liebgewordener folkloristischer Höhepunkte in Brandenburg ist nach den Worten von Agrarminister Dietmar Woidke (SPD) »nicht gesichert«. Ursache sei das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes in Sachen Centrale Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA).Das Gericht hatte entschieden, dass die Landwirte in Deutschland keine Zwangsabgaben dafür entrichten müssen, dass d...

SPD holt Schwung in der Ostkurve

SPD holt Schwung in der Ostkurve

Potsdam (dpa). Die brandenburgische SPD startete am Montag offiziell in den Wahlkampf. Die Partei habe für das Superwahljahr eine gute Ausgangsposition, sagte der Landesvorsitzende und Ministerpräsident Matthias Platzeck bei der Vorstellung der Wahlkampfzentrale in Potsdam. Sie trägt den Namen »Ostkurve«, nach der Himmelsrichtung, in der der Arbeitsraum im Regine-Hildebrandt-Haus liegt. Ihr Budget...