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Stephan Kaufmann

Impfstoff. Made in Geld

Lichter brennen auf Plätzen vieler Städte, um an die Toten der Pandemie zu erinnern. Im Dunkeln bleibt, welchen Anteil die Arbeit am Infektionsgeschehen hat. Lesen Sie auch: Housing First - so bekämpft man Obdachlosigkeit, Qual nach der Wahl - keine Lösung in Sicht für Venezuela, radikal-feministische Neuauflage - »Die Schwarze Botin«.

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Kurt Stenger

EU-Gipfel beschließt schwaches Klimaziel

Die EU nimmt sich vor, 55 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen. Doch Umweltschützer warnen: Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, wären mindestens minus 65 Prozent nötig.

Christian Mihatsch

Fünf Jahre Klima-Rorschachtest

Heute vor fünf Jahren wurde das Pariser Klimaschutzabkommen verabschiedet. Damals wurde insbesondere die Nennung des 1,5-Grad-Ziels gefeiert. Noch wirkmächtiger ist allerdings das Emissionsziel: netto null.

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Corona-Etat verabschiedet

Auch die abschließende Haushaltsdebatte des Bundestags stand im Zeichen der Corona-Pandemie. Am Freitag wurde nach viertägigen Beratungen der Einzeletats der Ministerien der Gesamthaushalt für das kommende Jahr mit einer Rekord-Neuverschuldung von fast 180 Milliarden Euro beschlossen. Um sie zu ermöglichen, hatte der Bundestag zuvor bereits zum zweiten Mal die »Schuldenbremse« im Grundgesetz außer...

Sebastian Weiermann

Schnell in den Lockdown

29.875 neue Corona-Infizierte meldete das Robert-Koch-Institut am Freitag. Hinzu kamen 598 Todesfälle. Zwei neue Höchststände. Die beunruhigenden Zahlen bewegten bundesweit Politiker dazu, neue Maßnahmen anzukündigen und sich für einen strikten Lockdown noch vor den Weihnachtsfeiertagen auszusprechen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) warnte, es gebe »Anzeichen für ...

Ines Wallrodt

Der hustende Mitarbeiter

Wir reden viel über die wirtschaftlichen Folgen von Corona. Gemeint sind Kurzarbeit, Pleiten, Gewinneinbrüche. Aber welche Folgen hat die Wirtschaft für Corona? Darüber wird weder geredet, noch werden Daten systematisch erfasst.

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Ulrike Henning

Koste es, was es wolle

Bald könnte es auch in Deutschland losgehen mit dem Impfen. Aber wer bezahlt eigentlich Impfstoff, Transport, Lagerung, Impfzentren, Personal und alles andere? Und warum entscheiden die Parlamente wieder nicht mit?

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Hermannus Pfeiffer

Wie man sich größer schrumpft

Das kennt man: Um global erfolgreicher zu werden, kaufen Unternehmen Konkurrenten auf und wachsen. Doch gleichzeitig bricht sich ein neuer Trend die Bahn. Konzerne spalten sich auf und schrumpfen. Wozu?

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Tobias Lambert

Eine Wahl, die nichts entschieden hat

Die Wahl hat die Sozialistische Partei Venezuelas zwar für sich entschieden. Doch damit ist nichts geklärt, die Opposition kämpft weiter um die Macht. Nun muss die Regierung versuchen, an Legitimität zu gewinnen.

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Daniel Lücking

Arbeitsverweigerer

Der Verfassungsschutzchef von Mecklenburg-Vorpommern, Reinhard Müller, schlug im Untersuchungsausschuss zum Attentat vom Breitscheidplatz reichlich Haken und überzeugte nicht durch Fachwissen.

Daniel Lücking

Impfen: Ja! Pflicht: Nein!

»Über eine Impfpflicht zu diskutieren, können wir uns sparen, meint Daniel Lücking. Er rechnet damit, dass schon die absehbare Priorisierung einzelner Gruppen viel auf dem Weg zur Herdenimmunität leisten wird.«

Christian Klemm

Freiwilligkeit kostet Leben

Freiwilligkeit und Appelle an die Vernunft besiegen das Corona-Virus nicht. In der aktuellen Lage müssen wir alles daran setzen, um Leben retten - auch mit einer Pflicht, sich gegen Covid-19 zu impfen.

Andreas Koristka

Frisst Scheuer Katzenbabys?

Andreas Scheuer hat magische Hände. Alles, was er anfasst, wird zu einem Prüffall für den Bundesrechnungshof. Atemberaubend, wie der CSU-Mann dennoch immer wieder durchkommt.

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Johannes Hauer

Die Stunde des Leviathan

Der Lockdown wird härter, der Staat aufmerksamer. Ein strenger Erzieher, ganz so, wie es Thomas Hobbes schon vor über 300 Jahren geschrieben hat. Nur: Es geht immer nur um die Freizeit, nie um die Arbeit.

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Gunnar Decker

Zerbrechlich, aber nicht zerbrochen

Jahrzehntelang stand sie auf der Bühne des Deutschen Theaters in Berlin, in dem Defa-Film »Die Verlobte« feierte sie ihren Durchbruch auf der Leinwand. Die Schauspielerin Jutta Wachowiak interpretierte große Frauenrollen wie kaum eine andere. Nun wird sie 80 Jahre alt.

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Jeja Klein

Lösch dich aus dem Internet, Polizeipresse!

Wenn Polizist*innen Fake News in Sozialen Medien verbreiten, entstehen dadurch Filterkammern, in denen sich Polizist*innen und Bürger*innen radikalisieren. Berlin sollte deswegen den Anfang machen und seiner Polizei den Betrieb eigener Accounts verbieten.

Tove Soiland

Enteignung der Negativität

Vor 100 Jahren erschien Sigmund Freuds »Jenseits des Lustprinzips«. Bis heute ist die Schrift, in der der Begründer der Psychoanalyse das Konzept des Todestriebes einführt, umstritten. Dabei ist der Text aktueller denn je, wie eine marxistische Lektüre zeigt.

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Inga Dreyer

Strukturen offenlegen und Machtverhältnisse durchbrechen

Wenn sich die bildende Kunst mit sozialen Bewegungen verbindet: Maria Eichhorn erhält den Käthe-Kollwitz-Preis 2021 der Akademie der Künste in Berlin. Ein Gespräch über die Kunst als Motor des kritischen Denkens.

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»Genossen, wir marschieren hier für alle«
Eleonora Roldán Mendívil

»Genossen, wir marschieren hier für alle«

In Peru gibt es seit Jahren verschiedene latente Konflikte, die sich mit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie verschärft haben. Bei den Novemberprotesten und den aktuellen Arbeitskämpfen in Peru sind Frauen sehr präsent.

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Olivier David

Da war es nur noch eins

Eine halbe Million Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Krebs. Olivier David ist einer von ihnen. In seinem Tagebuch schreibt er über die Behandlung seines Hodenkrebses und wundert sich über die weit verbreitete medizinische Unwissenheit vieler Männer.

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Andreas Meinzer

Rechtsdrehende Mogelpackung

Zu Platten gepresster Holzabfall ist so sehr ein Etikettenschwindel wie rechtskonservative Umweltideologie: Was eine ökosoziale Kreislaufwirtschaft aus aus oft unterschätzen Fernsehformaten wie »Bauer sucht Frau« und »Bares für Rares« lernen kann.

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Florian Wilde

Nomadische Weltaufwühlung

Im Zeitalter der Globalisierung ist die Linke darauf gefordert, transnationale, flexible und lernende Netzwerke zu bilden. Bei allen Schwächen ist die vor einem Jahrhundert entstandene Komintern der historische Prototyp eines solchen Zusammenschlusses.

Seite 19
Irmtraud Gutschke

Keine Rückkehr ins «Rote Kloster»

Vom vorletzten Jahrgang der DDR-Journalistenschule in Leipzig zur Professur in München: Michael Meyen hat einen Erinnerungsband vorgelegt, der auch eine Zeitgeschichte der Nachwendedynamiken ist - und Einstiege in die Medientheorie bietet.

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Andreas Meinzer

Leiden im Maskulinum

Der prügelnde Familienvater hatte zu viel davon, der «Neurastheniker» zu wenig: Wie sozial erwünschte Männlichkeitsbilder in der alten Bundesrepublik zu psychiatrischen Diagnose führten, was sich seit 1970 daran geändert hat - und was nicht.

Seite 21
Theodora Becker

Männer interessierten wenig

Man schrieb umstandslos im generischen Maskulinum, war aber politischer als vieles in Zeiten von Sternchen und Unterstrich: Eine Textedition der Zeitschrift »Schwarze Botin« aktualisiert den radikalen Feminismus der 1970er Jahre.

Seite 22

Menschenprodukte übertreffen bald globale Biomasse

Tiere, Pflanzen, Bakterien, Pilze: Die Masse an Leben auf der Erde scheint schier grenzenlos. Und doch wird sie wohl schon jetzt oder bald übertrumpft: von all den Dingen, die der Mensch baut und produziert. Die Menge pro Mensch und Woche ist schockierend groß.

Susanne Aigner

Tod im Winterquartier

Der Bestand der heimischen Weißstörche schrumpft seit einigen Jahren. Neben dem Klimawandel und hausgemachten Problemen wie den riesigen Monokulturen in der Landwirtschaft gibt es auch Gründe im afrikanischen Winterquartier der Vögel. Mit Hilfe von GPS-Sendern fanden Wissenschaftler, dass die Vögel dort immer wieder durch Giftköder zu Tode kamen und im Kochtopf enden.

Seite 23
Reinhard Renneberg, Merseburg

PCR-Blues

»Gelobt sei der Zweifel! Ich rate euch, begrüßt mir Heiter und mit Achtung den, Der euer Wort wie einen schlechten Pfennig prüft! Ich wollte, ihr wäret weise und gäbt Euer Wort nicht allzu zuversichtlich.« Das schrieb 1938 der Dichter und Dialektiker Bertolt Brecht. Derzeit zweifeln sehr viele Menschen, auch an der PCR, dem »Goldstandard« der Covid-19-Testung. Eine echte Herausforderung!...

Rudolf Stumberger

Messen für die Energiewende

Am Bedretto-Tal im schweizerischen Tessin fahren die meisten Menschen vorbei. Doch hier, tausend Meter unter dem Granit des Rotondo-Massivs, wird in einem Untergrundlabor an der Zukunft der Tiefengeothermie geforscht.

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Christin Odoj

»Farbenblind sind meistens Jungs«

Dr. Steffen Schmidt ist Wissenschaftsredakteur des »nd« und der Universalgelehrte der Redaktion. Auf fast jede Frage weiß er eine Antwort – und wenn doch nicht, beantwortet er eine andere. Christin Odoj fragte ihn danach, wie und warum Menschen Farben sehen können.

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Claudia Krieg

»Ich liebe den Beruf über alles«

Niemals zuvor standen Pflegekräfte in Krankenhäusern so im Fokus wie in der Corona-Pandemie. Der viel beklagte Personalmangel ist ein Ergebnis jahrelanger Sparmaßnahmen, kritisiert die Intensivpflegerin Jeannine Sturm. Aber es gebe auch eine Lösung dafür.

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Vincent Lindig

Erst mal runter von der Straße

Das Berliner Projekt Housing First ist eine Erfolgsgeschichte: Obdachlose Menschen bekommen erst eine Wohnung, dann werden Probleme wie Drogensucht oder psychische Krankheit angegangen. Denn die eigenen vier Wände machen den Weg in ein geregeltes Leben möglich.

Seite 27
Claudia Krieg

Schnapskirschen im »Thälmanns«

In Müncheberg im Landkreis Märkisch-Oderland gibt es viel Bedarf an kulturellen Angeboten. Trotzdem werden viele Ansätze politisch im Keim erstickt. Dem »Thälmanns« droht diese Erfahrung.

Seite 28
Olek Meyer

»Wir könnten problemlos Skifliegen«

Die Skispringer suchen schon früh im Winter ihren Weltmeister im Fliegen. Währenddessen müssen die Frauen immer noch auf ihren Saisonstart warten. Auch dass sie weiterhin nicht auf die großen Flugschanzen dürfen, verärgert Weltmeisterin Katharina Althaus.

Michael Wilkening

Von schlechten Witzen und Chancen

Trotz einer kurzfristigen Benachteiligung und bislang eher wenig zufriedenstellen Auftritten, haben die deutschen Handballerinnen bei der Europameisterschaft ein großes Ziel. Das Potenzial dafür ist durchaus gegeben, es muss nur abgerufen werden.

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Oliver Kern

Ein Pokalmärchen aus Brandenburg

Die Volleyballer aus Bestensee haben noch nie einen nationalen Titel gewonnen. Nach einem dramatischen Sieg im Pokalhalbfinale bietet sich Ende Februar erstmals die Gelegenheit dazu.

Alexander Ludewig

Die erste Chance verspielt

Der Profifußball macht auch in der Krise weiter wie bisher: Bei der Neuverteilung der Medienerlöse werden die DFL und ihre Klubs den Reformversprechen nicht gerecht. Und selbst in höchster Not wird das kranke System nicht geändert. Ob da eine Task Force helfen kann?

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Rasso Knoller

Das Auto als Corona-Gewinnler

Die Coronapandemie hat unser Reiseverhalten verändert. Auch im Urlaub ist Abstand das Gebot der Stunde. Entsprechend populär ist die Anreise mit dem eigenen Pkw. Am Zielort buchen sich die Urlauber dann häufig in ein Ferienhaus ein.

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Oliver Gerhard

Ein Hauch von Hollywood

Seit einem Jahr trägt Potsdam nun schon den Titel »Creative City of Film« der UNESCO. Ein Spaziergang durch Babelsberg führt vorbei an den Studios und zu den einstigen Villen der Stars. Auch ohne Besuch im Filmpark entdeckt man viele Spuren aus mehr als 100 Jahren Filmgeschichte.

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Michael Bonvalot

»Der Sturz des Kapitalismus ist eine absolute Notwendigkeit«

Sidal Keskin ist gerade in ein Wiener Bezirksparlament eingezogen. Mit ihrer kämpferischen Antrittsrede hob sich die Linkspolitikerin deutlich von den Abgeordneten anderer Parteien ab. Sie will »dieses ausbeuterische System« bekämpfen. Ein Gespräch.