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Regina Stötzel

Die Pointe mit der Systemrelevanz

Ob der Frieden bewaffnet sein sollte, darüber streitet die Linke – auch in nd.DieWoche. Weitere Themen: Impfstoff ist Macht, Chile auf dem Weg zur feministischen Verfassung und wie Katar den Sport für die Politik benutzt

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Stephan Kaufmann

Was ein Impfstoff alles leistet

»Wir werden die Welt mitimpfen«, hatte die EU-Kommission Ende 2020 beschlossen. Doch jetzt reicht es nicht mal für den Eigenbedarf. Auf dem Spiel stehen damit ihr Ruf, ihre Macht und und ihre globalen Interessen.

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Jana Frielinghaus und Aert van Riel

Bricht das weiche Wasser den Stein?

Kürzlich legte der Linke-Politiker Matthias Höhn ein Positionspapier zu »linker Sicherheitspolitik« vor. Seither wird in seiner Partei über seine Vorschläge gestritten. Die Europa-Abgeordnete Özlem Alev Demirel kritisiert sie scharf und diskutiert darüber mit Höhn.

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Alexander Isele

Drei Finger gegen den Putsch

Es klappert abends in Yangon und anderen Städten Myanmars. Die Zivilgesellschaft hat Angst vor der Repression der Putschisten. Trotzdem beginnen die Proteste, mit Topfschlagen und Gesang.

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Studie: Viele Kurzarbeiter haben Existenzängste

Kurzarbeit hat einer Studie zufolge seit Beginn der Corona-Pandemie zwar viele Arbeitsplätze gerettet, bringt für die Betroffenen aber zunehmend erhebliche Belastungen mit sich. Knapp die Hälfte der Kurzarbeiterinnen und Kurzarbeiter verzeichnete deutliche finanzielle Einschränkungen, etwas mehr als die Hälfte habe Existenzängste, heißt es in einer am Freitag in Düsseldorf veröffentlichten neuen S...

Neue US-Außenpolitik

Abkehr von Donald Trumps »America first« und enge Zusammenarbeit mit den westlichen Partnern: In seiner ersten außenpolitischen Grundsatzrede hat US-Präsident Joe Biden eine stärkere Führungsrolle seines Landes angekündigt und eine Rückkehr zu traditionellen Bündnissen. »Amerika ist zurück. Die Diplomatie ist zurück«, sagte Biden am Donnerstag bei einem Besuch im Außenministerium. Er wolle »Schulter an Schulter« mit den US-Verbündeten zusammenarbeiten und autoritären Staaten wie China und Russland...

Philipp Hedemann

So normal wie andere Frauen

Neyrus hat geschrien. Das hielt die alte Frau nicht davon ab, sie zu beschneiden. Fünf Jahre später wurde sie vergewaltigt. Bevor sie erneut zugenäht werden konnte, floh sie. In Berlin stellten Ärzte ihre Schamlippen und Klitoris wieder her.

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Cyrus Salimi-Asl

Nicht zimperlich

Der türkische Innenminister ist immer für eine Überraschung gut. Süleyman Soylu, Jahrgang 1969, ist nicht eben für diplomatische Töne bekannt. So hat er die Studierenden bei den Protesten an der Boğaziçi-Universität kurzerhand als »Terroristen« abgekanzelt. Und nun hat er sich die USA vorgeknöpft: Diese steckten nämlich in Wirklichkeit hinter dem fehlgeschlagenen Putsch von 2016. Seine Theorie erk...

Daniel Lücking

Lockerungen sind nicht dran

Weder das fehlende Wissen um die Übertragbarkeit der Viren bei geimpften Menschen, noch die unkalkulierbare Gefährlichkeit aktueller und zukünftiger Mutationen lassen derzeit Raum für Lockerungen.

Simon Poelchau

Kritik der reinen Rationalität

Der Lockdown verursacht Stress und schwerwiegende soziale Folgen. Deswegen ist es durchaus legitim und menschlich, angesichts einer sinkenden Infektionsrate zu fragen, wann vielleicht endlich wieder etwas mehr Kontakte möglich sind.

Leo Fischer

Urlaubsreisen nein, Abschiebungen ja

Der deutsche Arbeitsfetisch schlägt auch in einer Pandemie knallhart durch. Es wurde weitergearbeitet, in allen Branchen. Abschiebungen gab es weiterhin, noch mehr sogar - das Reisen wird dagegen eingeschränkt. Das ist Deutschland.

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ves

Schnee von gestern

»Wenn der Schnee schmilzt, sieht man, wo die Kacke liegt.« Recht hatte er, der alte Rudi Assauer. Diese von ihm in Dortmund, Bremen, Glasgow, Gelsenkirchen und was weiß ich in welchen noch von ihm während seiner Fußballer- und Managerkarriere durchstreiften Städten gemachte Beobachtung trifft auch auf Berlin zu. Wo es selten schneit. Und dennoch, kaum dass Frau Holle erste Flocken ausgeschüttelt h...

Tove Soiland

Alle Räder stehen still?

Zero Covid fordert eine solidarische Pause von mehreren Wochen. Doch leben wir längst nicht mehr in einer Industrie-, sondern Care-Dienstleistungsgesellschaft. Das ist eine der zentralen Erkenntnisse feministischer Kritik gewesen, die Zero Covid völlig vernachlässigt.

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Tom Wohlfarth

»Wir sind kein modernes Land«

In ihrem Podcast »Die Neuen Zwanziger« blicken Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz auf das kommende Jahrzehnt: Ein Gespräch über das erste Jahr der Dekade - und des Podcasts - in der Krise

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René Hamann

Mehr Bettgeschichten!

Das Klappbett war die Idee meiner Mutter. Ich bekam es als Zehnjähriger, und ich schlief sehr lange und sehr gut darin. Es war platzsparend, und es hatte mehrere Schränke gleich greifbar über und neben mir, es hatte innen logischerweise eine Ritze, in der man auch etwas abstellen konnte, aber was der gesparte Platz eigentlich bringen sollte, schließlich hatte ich auch so ein genügend großes Zimmer...

Benjamin Moldenhauer

Ein neues Jahrhundert

Mit »The White Tiger« gelingt dem Regisseur Ramin Bahrani sein nächstes Meisterwerk. Es ist zugleich das Manifest einer Epochenwende. Der Film zeigt treffend das heutige Indien zwischen Kastenwesen und Kapitalismus.

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Jeja Klein

Zwischen Heilen und Töten

Ich komme mit Evidenz in dein Heilpraktikergesetz: Jeja Klein über das Mobilisierungspotenzial der Corona-Leugner*innen unter Heilpraktiker*innen.

Jakob Hayner

Spieglein, sag mir

Im Theater wird immer neu verhandelt, was gezeigt wird. Und wie. Das führt teils zu heftigen Debatten und Kontroversen. Dabei geht es dieser Tage um Empowerment, Identitätspolitik und die Leerstelle der sozialen Klasse.

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Felix Lill

Der nette alte weiße Mann

Wenn Takanobu Nishimoto aus dem Haus geht, ist er frisch geduscht, trägt schicke Klamotten und versucht alles, damit er seiner Kundin gefällt. In Japan kann man ältere Männer fürs Zuhören mieten. Die Firma »Ossan rentanu« will so den gesellschaftlichen Ruf eines ramponierten Standes polieren.

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Andreas Meinzer

Für alle Merzads und Anetas

Was nun dem WDR mit seinem peinlichen Rassismus-Talk in der »Letzten Instanz« passiert ist, wäre im Privatfernsehen kaum möglich. Und das nicht nur, weil reine Diskussionssendungen dort ohnehin eher selten sind - zur Kritik der arrivierten Kulturkritik.

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Florian Schmid

Das Töten selbst ist nicht genug

Öffentlich inszenierte Brutalität, Methoden der organisierten Kriminalität im kapitalistischen Normalbetrieb, neoliberal fragmentierte Staatlichkeit: Der mexikanische »Drogenkrieg« ist ein Paradebeispiel eines Zustands, den man »Nekropolitik« nennen kann.

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Irmtraud Gutschke

Umgegrabene Welten

»Offenheit« wird oft als »Inklusion« buchstabiert. Der Soziologe Wolfgang Engler hinterfragt diesen Stehsatz liberaler Weltanschauung und arbeitet heraus, wie die »Öffnung« der ehemaligen Staaten des Ostens in Spaltung und Ausschlüsse mündete.

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Dirk Tegtmeyer

Sozialliberaler Urgroßvater

»Freier Markt« plus »unsichtbare Hand« - Neoliberale berufen sich heute gern auf Adam Smith. Doch zeigt ein genauerer Blick ins Werk des bürgerlichen Klassikers auch andere Seiten: Er war etwa ein früher Verfechter einer progressiven Einkommenssteuer.

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Michael Lenz

Auch bei uns kann’s krachen

Bei Erdbebengefahr haben wir meist andere Länder im Blick. Doch auch in Deutschland sind Erschütterungen mit einer Stärke von 6,5 durchaus im Bereich des Möglichen. Deswegen wird auch hier an verbesserten Vorhersagemethoden geforscht.

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Reinhard Renneberg

Jungbrunnen dank Crispr/cas9?

Statt Pubertät - Vergreisung: Die genetisch bedingte Hutchinson-Gilford-Progerie ist ein hartes Schicksal. Das griechische Adjektiv progéros bedeutet vorzeitig alt. Das Krankheitsbild wurde erstmals 1886 von Jonathan Hutchinson und Hastings Gilford beschrieben. Die Erkrankung ist mit Wachstumsstörungen verbunden und die Kinder verwandeln sich in junge Greise. Sie werden selten älter als 14 Jahre. ...

Ingrid Wenzl

Notwendigkeit oder Ablass?

Das EU-Ziel beim Klimaschutz sieht vor, binnen 30 Jahren unsere Treibhausgasemissionen auf Null zu reduzieren. Bei einigen Wirtschaftszweigen scheint das aussichtslos. Deren Treibhausausstoß sollen sogenannte Negativemissionen ausgleichen.

Seite 24

Radiowelle trifft Schokoriegel

Dr. Steffen Schmidt ist der Universalgelehrte der nd-Redaktion. Auf fast 
jede Frage weiß er eine Antwort – und wenn doch nicht, beantwortet er eine andere. Ines Wallrodt fragte ihn in der Samstagsausgabe nach Gurkenwasser als Ersatz für Streusalz.

Seite 25
Mascha Malburg

»Wir leben ständig in der Grauzone«

Die Corona-Regeln machen den eigenen Haushalt zum Maßstab. Doch was ist, wenn Menschen, die sich lieben, nicht in denselben vier Wänden leben? Zwei Menschen erzählen, warum die Maßnahmen jenseits von Vater-Mutter-Kind kaum einzuhalten sind.

Seite 26
Nicolas Šustr

Der Bund spekuliert weiter

«Bima auflösen», das fordert Linke-Stadtentwicklungspolitikerin Katalin Gennburg. Denn der Geburtsfehler, das die Behörde 2005 vom Bund zur Verwertung des Bodens gegründet worden ist, lasse sich nicht beheben. Auch weniger radikale Mitglieder der rot-rot-grünen Koalition sind unzufrieden mit der Bodenpolitik des Bundes.

Seite 27
Yannic Walther

Einfach laufen lassen

Falschparker, Raser, Ampelphasen: Der Alltag für Fußgänger in Berlin ist mitunter eine Zumutung. Das bundesweit erste Fußverkehrsgesetz soll es nun richten. Interessenverbände loben zwar das Gesetz an sich, sehen aber auch noch etliche Baustellen.

Seite 28
Leonie Ruhland (Text) und Leon Salner (Fotos)

»Ich habe sehr viele Spiegel zerschlagen«

Sasha Gold war mal die Szene-Anwältin Alexandra Wichmann. Sie vertrat 
Demonstranten, die nach dem G20-Gipfel angeklagt wurden. Jetzt steht sie nicht mehr im Gericht, sondern baut Skulpturen. Im Interview erzählt sie 
von ihrer Suche nach Anerkennung, dem Erwartungsdruck aus der linken Szene.

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Carsten Heinke

Soljanka auf der Gabel

Kein russisches Gericht ist bei uns so bekannt wie das, was in der DDR zumeist als scharfe rote Restesuppe auf keiner Speisekarte fehlte. Doch wer weiß schon, dass das Festtagsessen im Zarenreich gar nicht flüssig war? Bis heute kennen Russen es auch als Mischmasch aus der Pfanne - sogar vegan.

Seite 31
Kirsten Opitz

Die Strahlkraft einer Schiedsrichterin

Sarah Thomas kommt am Sonntag als erste Schiedsrichterin im Super Bowl zum Einsatz und schreibt damit erneut Geschichte. Die Pionierin liegt voll im Trend - denn in den großen amerikanischen Ligen tut sich viel.

Frank Hellmann

Heldinnen gesucht

Obwohl sich beim DFB mehr als eine Million Frauen und Mädchen sammeln, sind 97 Prozent der Positionen im Fußball von Männern besetzt. Die Gewissheit, dass Diversität ein Vorteil ist, hat sich hier noch nicht durchgesetzt. Ein Anfang ist immerhin gemacht.