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Sebastian Bähr

Gemeint sind nicht nur die vier

In dem Prozess gegen vier Antifaschisten in Dresden soll stellvertretend für eine – manchmal eben auch militante und unbequeme – Bewegung ein Exempel statuiert werden. Es wäre gerade in Sachsen nicht das erste Mal.

Martin Höfig

Erfolg für kampfbereite Belegschaft

Mit einem knapp vierwöchigen Streik konnten die Beschäftigten des Nudelherstellers Teigwaren Riesa einen Tarifabschluss erzwingen, mit dem die Löhne innerhalb der kommenden sieben Monate um einen Euro pro Arbeitsstunde steigen.

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Birger Schütz

Der Kampf auf den Nebenschauplätzen

Sie tragen sperrige Namen, werden von dubiosen Politikern geführt und sind politisch ziemlich bedeutungslos: Bei den Dumawahlen in der kommenden Woche treten auch vier linke Parteien an.

Ute Weinmann, Moskau

Von links in die Duma

Er kommt aus der Gewerkschaftsbewegung, setzt sich für die bürgerliche Selbstverwaltung ein und engagiert sich in der ökologischen Stadtplanung: Michail Lobanow ist wohl einer der ungewöhnlichsten Parlamentsanwärter.

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Wenn Die Linke fehlt, dann wird es unsozialer
Martin Kröger

Wenn Die Linke fehlt, dann wird es unsozialer

Die Linke-Bundestagsabgeordneten Petra Pau und Gesine Lötzsch befürchten für die Zeit nach der Bundestagswahl neue Verarmungsprogramme. 2002, als die beiden als Fraktionslose im Bundestag saßen, wurde die sogenannten Hartz-IV-Reformen verabschiedet.

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Hendrik Lasch

Zweifel an fairem Verfahren

In Dresden begann der Prozess gegen vier angebliche Linksextremisten, die Überfälle auf Nazis begangen haben sollen. Ihre Verteidiger bestreiten den Vorwurf einer kriminellen Vereinigung.

Felix Sassmannshausen, Chemnitz

Bewährungsstrafe für antisemitische Gewalt

Nach dem Angriff auf das jüdische Lokal »Schalom« in Chemnitz musste sich nun ein Mann vor Gericht verantworten. Der Angeklagte kam mit einer Bewährungsstrafe davon. Der Prozess brachte keinerlei Erkenntnisse über rechte Strukturen in der Stadt.

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Niklas Franzen

Bolsonaro putscht seine Anhänger auf

Am 7. September feiert Brasilien alljährlich seine Unabhängigkeit von Portugal. 2021 nutzt der ultrarechte Präsident Jair Bolsonaro den Tag, um Stärke zu demonstrieren. Gerade weil er und seine Regierung seit geraumer Zeit schwächeln.

Haidy Damm

Wiederaufbau von Megastall soll verhindert werden

Tierschützer wie Ilse Lenz wollen den Wiederaufbau einer im April abgebrannten riesigen Ferkelzuchtanlage in Alt Tellin verhindern. Sie hatten schon vor dem Bau des Megastalls Brandschutzmängel angezeigt - vergeblich.

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Karin Leukefeld

Strom und Gas für Libanon

Erstmals seit zehn Jahren besuchte eine Delegation der libanesischen Regierung Syriens Hauptstadt Damaskus. Ziel war, Strom und Gas aus Ägypten zu erhalten. Derweil scheint der Waffenstillstand in Deraa im Südwesten Syriens zu halten.

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Ulrike Henning

Der Ellenbogen in der Prioritätenliste

Ein HNO-Facharzt impft in seiner Praxis gegen Sars-CoV-2. Mit empathischen Patienten und »Kundenkönigen« macht er neue, aber nicht immer überraschende Erfahrungen in der Pandemie.

Angela Stoll

Wie ein Chamäleon

Es gibt viele Gründe, aus denen sich ein Blutpfropfen bilden und eine Vene verstopfen kann. Gefährlich wird es dann, wenn das Gerinnsel in die Lunge geschwemmt wird und dort eine Arterie verschließt.

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Sebastian Weiermann

Rechtswidrige Räumung

Die Räumung im Hambacher Forst war illegal. Das hat ein Gericht festgestellt. Wird das Konsequenzen haben? Nein, befürchtet Sebastian Weiermann. Laschet und Co. werden nicht zurücktreten.

Haidy Damm

Lobbyismus schadet dem Klima

Die Regierungsbilanz von Lobbycontrol zeigt: Die Idee einer gleichberechtigten Interessenvertretung bleibt eine Illusion. Und der Einfluss der Wirtschaft auf politische Entscheidungen verhindert eine ambitionierte Klimapolitik.

Jana Frielinghaus

Nur mit der Linken zu haben

Einer neuen Umfrage zufolge sind mehr als zwei Drittel der Bundesbürger für eine solidarische Krankenversicherung, in die alle einzahlen. Bei vielen passt dieser Wunsch nicht zu ihrer Parteienpräferenz.

Cyrus Salimi-Asl

Der Terrorist

Ein Terrorist wird neuer Innenminister in der afghanischen Übergangsregierung: Siradschuddin Haqqani. Die USA haben ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt, weil er als Anführer des Haqqani-Netzwerks für Anschläge verantwortlich gemacht wird.

Stefan Otto

Nicht regierungsfähig

Der jüngste Bericht des Weltklimarates hat es deutlich gemacht, wie schlecht es um die Umwelt bestellt ist. Obwohl Alarmstufe rot herrscht, hat die FDP kaum Konzepte für einen effektiven Klimaschutz.

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Claudia Krieg

Klinikkonzern hatte alle Zeit

Der Berliner Klinikkonzern Vivantes droht damit die Tarifverhandlungen abzubrechen, wenn gestreikt wird. Aber nur die Aussicht darauf hat ihn bewogen, überhaupt ein Angebot vorzulegen. Damit gibt sich das Unternehmen die Blöße gegenüber Gewerkschaft und Beschäftigten.

Tomas Morgenstern

Berlin arbeitet sich aus der Coronakrise

Nach den pandemiebedingten Einbrüchen befindet sich Berlins Wirtschaft insgesamt auf dem Weg der Genesung. Die Zahlen des aktuellen Konjunkturberichts der Senatsverwaltung versprechen für das erste Halbjahr stabiles Wachstum und mehr Beschäftigung.

Claudia Krieg

Streik findet statt, Vivantes ist sauer

Am Mittwoch verhandelt die Gewerkschaft Verdi mit den Kliniken Vivantes und Charité. Beide hatten angedroht, die Gespräche platzen zu lassen, wenn es zum unbefristeten Streik kommen sollte. Dieser ist nun für Donnerstag angekündigt.

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Rainer Rutz

Die Angst der CDU vor dem Volksentscheid

Wahlkampfdonner im Verfassungsschutzausschuss des Abgeordnetenhauses: Die Berliner CDU arbeitet sich erst an Deutsche Wohnen & Co enteignen ab, im Anschluss schießt sie aus allen Rohren gegen die Linke.

Martin Kröger

Schaulaufen mit Spitzen

Zum ersten Mal treffen am Mittwoch die Berliner Spitzenkandidaten der sechs im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien direkt aufeinander. Die Veranstaltung zeigt, dass sich Rot-Rot-Grün in Berlin weiter voneinander entfernt.

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Andreas Fritsche

Digedagsplatz in Berlin-Karlshorst eingeweiht

Wer in der DDR aufgewachsen ist, der dürfte Comic-Hefte der »Mosaik«-Reihe kennen. Nun gibt es eine Gedenktafel für den Schöpfer der Digedags und einen Platz, der nach seinen Figuren benannt ist.

Andreas Fritsche

Der Praxisschock im Pflegeheim

Mindestens 15,4 Prozent der Pflegeschüler in Brandenburg brechen ihre Ausbildung vorzeitig ab. Dabei wird in den Klinken und Pflegeheimen jede Hand gebraucht. Vorschläge, was die Politik gegen den Fachkräftemangel tun kann, gibt es.

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Fokke Joel

Hab ich das auch richtig gesagt?

Herta Müller veröffentlicht seit einigen Jahren Textmontagen Aus alten Zeitungen schneidet sie hierfür einzelne Wörter aus.Dass erinnert an die Cut-up-Technik der Beatniks.Jetzt hat sie so eine Geschichte aus der Bürokratie erzählt

Wolfgang Hübner

Zwölf Leben

»Corona in Buchenwald«: Der KZ-Überlebende Ivan Ivanji überlegt, was wäre, wenn eine Gruppe Buchenwald-Überlebender dem Virus trotzt und ungeachtet aller Einschränkungen nach Weimar fährt, um der Selbstbefreiung im April 1945 zu gedenken?

Michael Wolf

Die Satzzeichen starben als Erste

28 Monate hatte die Wehrmacht Leningrad eingeschlossen. Ziel war die völlige Zerstörung. Es starben über eine Million Zivilisten. Wie soll man ihrer gedenken? Polina Barskova will hierfür eine versehrte Sprache und den eigenen Wörtern Wunden zufügen.

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Thomas Grossman

»Eine magnetische Persönlichkeit«

Vom Kirchenchor auf die großen Bühnen: Der vor 80 Jahren in Georgia geborene Otis Redding begeisterte die Massen mit seiner Präsenz und seinem Talent als Songschreiber. Schon mit 26 starb der Star der Soul-Musik bei einem Flugzeugabsturz.

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Ulrike Henning

Vermeidbare Infektionen

Die Zahl der Krankenhausinfektionen in Deutschland ist in der Corona-Pandemie gestiegen. Der neue Barmer-Krankenhausreport berichtet allein für 2020 über deutschlandweit etwa 34 000 zusätzlich Infizierte und 1300 weitere Todesfälle.

Anjana Shrivastava, Buffalo

»Starker Kaffee, starke Gewerkschaften«

Bei der Kaffeehauskette Starbucks soll in der Stadt Buffalo eine Gewerkschaft gegründet werden. Es wäre die einzige in den USA bei dem Unternehmen.

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Jürgen Holz

Die Hallen öffnen wieder

Die Deutsche Eishockey-Liga startet in die neue Saison. Zunächst sind alle Klubs erleichtert, dass sie die Geistersaison überlebt haben. Nun dürfen wieder Fans 
in die Hallen. Insolvenz droht also nicht mehr, dafür neuerdings der Abstieg.