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Irmtraud Gutschke

Irmtraud Gutschke
langjährige Literaturredakteurin im nd (47 Jahre) und jetzt weiterhin vornehmlich für die Ressorts Feuilleton und nd.Die Woche tätig, hat Slawistik und Anglistik studiert und über das Schaffen von Tschingis Aitmatow promoviert. Sie ist Autorin von Gesprächsbücher mit Hermann Kant, Eva Strittmatter und Gisela Steineckert sowie des Essaybandes "Das Versprechen der Kraniche. Reisen in Aitmatows Welt" und veranstaltet einen monatlichen "nd-Literatursalon" ( www.literatursalon.online ). 

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Aktuelle Beiträge von Irmtraud Gutschke
Luxus der Liebe

Was spürst du, wenn ein Kind nicht aufhört zu schreien? «Ich muss mich fragen: Was will dieses kleine Wesen?», sagt meine Tochter. «Auf den Arm will sie, du hörst es doch», entgegne ich. Die 68er hatten oft recht - Überlegungen zum Weltkindertag.

Klug, gewissenhaft, leise, sensibel

Von seiner Klugheit machte er kein Aufheben. Nachdenklich, gewissenhaft - und leise, so ist mir Professor Horst Haase in Erinnerung, der lange auch ein Autor dieser Zeitung war. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist er am 7. Mai gestorben. Und wie so oft kommt dann erst das...

Die zersägte Jungfrau

»Daheim« ist der schöne neue Roman von Judith Hermann. Die Heldin hat endlich das Haus, von dem in »Sommerhaus, später«, Hermanns Debüt von 1998, nur die Rede war. Aber sie ist immer noch am Suchen, nach Wahrheit und Ernsthaftigkeit.

Dieses Kunststück Leben

Eins mit sich und ihrer Biografie: Gisela Steineckert hat in ihrem Leben rund 4000 Liedtexte, über 40 Bücher, zu DDR-Zeiten noch zehn Filmszenarien und fünf Hörspiele verfasst. Am 13. Mai wird sie 90 Jahre alt.

Erwartungen und Enttäuschungen

Dass Deutschland sein Ansehen bei den Russen verspielt, tut Alexander Rahr besonders weh, der sich zwischen diesen beiden Völkern fühlt. Sein neues Buch »Anmaßung« ist ein Appell an die Vernunft, für entspannte deutsch-russische Beziehungen.

Vom Leben in zwei Staaten

Wer 1946 geboren wurde, hat immer noch die meiste Zeit in der DDR verbracht. 1990 fing dann etwas Neues an. Besser oder schlechter - für Antworten reicht ein Satz nicht aus. Es war einfach »anders« dieses damalige Dasein: bescheidener, aber trotzdem schön, weil man jung...

»Der Beobachter hat ein Herz«

Landolf Scherzer wird 80 Jahre alt: «Unterwegs bin ich der letzte Stromer», sagt der weltreisende Publizist. In einem Gesprächsband lässt ihn Hans-Dieter Schütt zu Wort kommen.

Der grüne Zweig

Ist Deutschland immer noch eine Ständegesellschaft? Aus dem »toten Winkel« der Gesellschaft kommen und schreiben: Maria Barankow und Christian Baron versammeln Texte von ziemlich etablierten Autor*innen über Armut, Scham und Stolz.

»Der Geschmack unserer Kindheit«

»Wie klingt das für dich: Buch-Verlag für die Frau?«, frage ich meine Tochter. - »Nicht nach einem neuen Verlag.« - »Stimmt, er wird dieses Jahr 75.« - »Heute müsste man bei einem Namen auf Genderfragen achten.« - »Wie meinst du das?« - »Nun, dass man Bücher nicht in so...

Es ist nicht immer Burn-out

Wer ständig erschöpft ist, hat Burn-out? Es kann auch was anderes sein. Die Medizinerin Anne Fleck weist Wege aus dem »Müdigkeitslabyrinth«.

Low-Budget-Hotel Abgrund

Slavoj Žižek liebt die intellektuelle Provokation. Nun versucht er es mit dem Plädoyer für einen neuen Kommunismus. Der aber werde nur durch eine Katastrophe kommen, orakelt der slowenische Philosoph letztlich.

Außerordentlich wundersam

Was ist wohl erstaunlicher? Dass man aus Kieselsteinen den aromatischsten Tee kochen kann, allerdings nur in Begleitung einer Ziehharmonika? Oder dass der Teekessel vier Kindern als bequeme Schlafgelegenheit dient, während eine Katze und ein sonderbarer Quangel-Wangel (...

Ein Baum läuft durch die Stadt

Viele Bücher gibt es, in denen hat ein Kind heimlich eine Katze mit nach Hause gebracht oder einen Hund. Auch an einen Bären kann ich mich erinnern und an ein Nilpferd, was schon schwieriger, also fantastischer, war. • Buch im nd-Shop bestellen Andrea Schomburg/ A...

Nachricht vom politischen Parkett

Der Titel klingt wie aus der Werbung: Kaufen Sie, sonst ist es zu spät. Und jetzt soll es gleich eine »neue Weltordnung« sein? Die lässt sich aber nicht herbeizitieren, wie die Autoren wohl wissen. Neulich las ich irgendwo im Internet, Gerhard Schröder könne doch eine n...

Der Rabe im Kofferraum

In Klausenburg geht es wundersam zu. Wobei zunächst gesagt werden muss, dass diese Stadt, einst zu Österreich-Ungarn gehörig, nach dem Ersten Weltkrieg zu Rumänien kam und heute unter dem Namen Cluj-Napoca die zweitgrößte Stadt dort ist. • Buch im nd-Shop bestellen...

Als ob man sie mundtot machen, vernichten wollte

Wir Frauen sterben wie die Fliegen. Ihr Männer besauft euch und tötet uns. Ihr wollt vögeln und tötet uns. Ihr seid wütend und tötet uns …« Die Ich-Erzählerin ist Anwältin, würde indes kaum je einen Mann verteidigen. Weil Frauen die Opfer sind, die noch beschuldigt werd...

»Alles soll mich erinnern«

Atme erst mal aus» - das sagt sie zu sich selbst, wenn es mal hastig zugeht. Nehmen wir es uns zu Herzen. Gisela Steineckert sorgt für eine liebevolle Ruhe, die befreiend wirkt. Deshalb hat Gisela Steineckert ja so ein riesiges Publikum - mit ihren jetzt 35 Büchern, mit...

Die Angstgemeinschaft

Das Thema treibt nachdenkliche Menschen um: »Die Welt nach Corona«. Wie wird sie aussehen? Werden wir überhaupt aus der Pandemie herauskommen, wird Covid-19 gar auf Dauer unser Begleiter sein, in immer neuer, mutierter Form? Aber der Lockdown wird doch bald aufgehoben w...

Umgegrabene Welten

»Offenheit« wird oft als »Inklusion« buchstabiert. Der Soziologe Wolfgang Engler hinterfragt diesen Stehsatz liberaler Weltanschauung und arbeitet heraus, wie die »Öffnung« der ehemaligen Staaten des Ostens in Spaltung und Ausschlüsse mündete.

Der Wunsch und die Wahrheit

Mit »Jüdin Hana«, erschienen 1963 in sorbischer Sprache, hat der literarische Weg von Jurij Koch begonnen. Dass er sich nach über 30 Büchern auf Deutsch noch einmal dem Text zuwandte, war einem Theologen aus Tübingen zu verdanken. Hilger Weisweiler hatte autodidaktisch ...