Über uns

Das nd-Gebäude am Franz-Mehring-Platz 2021
Das nd-Gebäude am Franz-Mehring-Platz 2021

Seit 2022 gehört das »nd« sich selbst - als Genossenschaft der Mitarbeiter*innen und Leser*innen, die die Tageszeitung »nd.DerTag« und die Wochenzeitung »nd.DieWoche« herausgibt. Es hat ein linkspluralistisches Profil als Teil der kritischen Öffentlichkeit. Das »nd« verteidigt die Menschenrechte, vertritt die Interessen der Marginalisierten und kämpft gegen Rassismus, Klassismus, Antisemitismus, Sexismus und Faschismus. Es analysiert den Kapitalismus in all seinen Formen und die damit zusammenhängende Klimakatastrophe. Es ist Informationsmedium und Diskussionsforum, in dem die vielfältigen gesellschaftlichen Prozesse im In- und Ausland berichtet, beleuchtet und bewertet werden.

Auf unserer Themenseite zur nd.Genossenschaft finden Sie Aktuelles rund um die Genossenschaft.

Redaktionsgebäude um 1966
Redaktionsgebäude um 1966

Das »nd« war nie eine normale Zeitung: Vom antifaschistischen Flugblatt zur neuen Zeitung mit großen Idealen 1946, aus der in der DDR ein trockenes Partei- und Staatsblatt wurde, das sich nach 1990 im kapitalistischen Deutschland neu erfinden musste. Während die meisten Zeitungen der DDR von mächtigen westdeutschen Verlagen aufgekauft wurden, ging das »nd« einen anderen, unabhängigen Weg. Es war keine Parteizeitung mehr, wurde aber von der PDS und der Linkspartei unterstützt. Seit dem 1. Januar 2022 werden die Zeitungen »nd.DerTag« und »nd.DieWoche« von der nd.Genossenschaft eG herausgegeben.

Wie alles begann:

ND-Gebäude am Franz-Mehring-Platz 1976
ND-Gebäude am Franz-Mehring-Platz 1976

23. April 1946: In Berlin erscheint die erste Ausgabe der Tageszeitung »Neues Deutschland«. Tags zuvor war der Vereinigungsparteitag von KPD und SPD zur SED zu Ende gegangen, deren Zentralorgan - später Organ des Zentralkomitees der SED - das ND bis zum Dezember 1989 blieb. Der Zeitungsname geht auf eine kommunistische Exil-Zeitung in Mexiko zurück, die 1942/43 zunächst als »Alemania Libre« (Freies Deutschland) und ab Januar 1945 als »Nueva Alemania« (»Neues Deutschland«) erschien. Wie die herausgebende Partei wurde auch das ND anfangs paritätisch geleitet: Die ersten Chefredakteure waren Max Nierich (SPD) und Sepp Schwab (KPD). Erstes Domizil des ND war der »Pfefferberg« an der Schönhauser Allee, gedruckt wurden die ersten Ausgaben in der Druckerei des Magistrats von Groß-Berlin in der Linienstraße in Berlin-Mitte. In der Lizenz der Sowjetischen Militärverwaltung wurde eine Auflage von 400.000 Exemplaren mit einem Umfang von 4 Seiten genehmigt - tatsächlich hatte die erste Ausgabe 6 Seiten.

Solidaritätsdemonstration Anfang der 1990er Jahre
Solidaritätsdemonstration Anfang der 1990er Jahre

Auf Unbotmäßigkeit ließ dies nicht schließen. »Neues Deutschland« entwickelte sich zu einem für die Führung der SED verlässlichen und von ihr auch direkt gelenkten Medium, das dafür sorgen sollte, dass »das Panier der Partei sauber und blank ist«, wie Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl in ihrem Geleitwort zur ersten Ausgabe formulierten. Die Chefredakteure Lex Ende (der Sepp Schwab schon im August 1946 folgte) und Rudolf Herrnstadt (Mai 1949 bis Juli 1953), die sich den Vorgaben der SED-Führung nicht so eilfertig unterwarfen und neue Weichenstellungen versuchten, zahlten mit Absetzung und Parteiausschluss. Der antifaschistische Impuls, der die Gründung und ersten Jahre der Zeitung begleitet hatte, wurde mehr und mehr davon überdeckt, Sprachrohr der Mächtigen in der DDR zu sein - ungeachtet eines hochwertigen Sport- und Kulturteils und für den Alltag nützlicher Serviceinformationen, die in der Zeitung zu finden waren. Mit einer Auflage von 1,1 Millionen Exemplaren war ND 1989 zwar "nur" die zweitgrößte Tageszeitung der DDR (die »junge welt« erschien mit 1,5 Millionen Exemplaren), materiell aber bestens ausgestattet. Im neuen ND-Gebäude am Franz-Mehring-Platz, das die Zeitung 1972 bezog, arbeiteten über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; die ND-Druckerei war zu damaliger Zeit eine der modernsten in Europa.

Mit der Maueröffnung wandelte sich auch »Neues Deutschland« - zunächst nicht aus freien Stücken und eigenem Antrieb, sondern der beginnenden politischen und gesellschaftlichen Wende in der DDR gehorchend. Im Dezember 1989 wurde ND zur »Sozialistischen Tageszeitung«, blieb über eine GmbH zunächst im Eigentum der Linkspartei, wurde aber Anfang 2007 aus dem parteilichen Besitz entlassen.

Die Redaktion arbeitet seit 1990 ohne redaktionelle Einflussnahme der Eigentümer. Trotz eines erheblichen Auflageverlustes, gravierender Personalkürzungen und existenzieller Auseinandersetzungen mit der Treuhand-Gesellschaft, die das ND zu Beginn der 90er Jahre finanziell zu liquidieren versuchte, konnte die Zeitung sich behaupten. Seit Ende 2005 hat die Zeitung ihren Sitz wieder im (nunmehr alten) »nd-Gebäude«, dem Bürohaus am Franz-Mehring-Platz genommen - auf einer Etage, in guter Nachbarschaft mit vielen anderen Mietern.

Lesen Sie auch: Zwischen den Zeilen. Geschichte der Zeitung »Neues Deutschland«

Seit 2011 unterzog sich die Zeitung mehrfach einem Relaunch (auch unter Veränderung der Grundschrift), zuletzt im Oktober 2018 mit Schaffung der Labe »nd.DerTag« für die Ausgaben Montag-Freitag und »nd.DieWoche« für die Samstagausgabe. Die Titelzeile »neues deutschland« wird seit 2013 klein geschrieben.

Neben dem Hauptgeschäft Erstellung und Vertrieb der Zeitung engagiert die Neues Deutschland Druckerei und Verlag GmbH sich seit Jahren mit leserorientierten Serviceangeboten, wie Leserreisen, Buch-, Video-/DVD- und CD-Handel, seit 2006 auch in Form eines nd-Shop im Verlagshaus. Für den Umsatz sind dies - wie der Anzeigenmarkt - wichtige Zutaten, die das tägliche Erscheinen und Überleben in einem erbittert umkämpften Medienmarkt mit garantieren helfen. Vor allem aber sieht nd den »Markt« nicht erschöpft für eine professionell gemachte Tageszeitung, die mit linkem Ideengut über den Tellerrand des journalistischen Alltags hinaus denkt.

2021 gaben die Gesellschafter des »nd« bekannt, die Neues Deutschland Druckerei und Verlag GmbH auflösen zu wollen. In der Not nutzten die Mitarbeiter*innen des »nd« die Chance zur Gründung einer Genossenschaft. Seit dem 1. Januar 2022 werden die Zeitungen »nd.DerTag« und »nd.DieWoche« von der nd.Genossenschaft eG herausgegeben.

»nd« (nd.DerTag / nd.DieWoche) in Zahlen und Fakten:

Verbreitete Auflage:
(IVW IV/2021, inkl. E-Paper)
Montag-Freitag 17.612
Samstag 21.802

Online-Zugriffszahlen: 2021 monatlich: PI 1.157.416; Visits 666.591; Unique User: 197.246

Mitarbeiter*innen:
80

Tägliche Seiten (Mo-Fr nd.DerTag):
Politik, Wirtschaft und Soziales, Feuilleton, Sport, Meinung, Hauptstadtregion, TV-Programm

Regelmäßige Sonderseiten:
Dokumentation (dienstags), Ratgeber (jeweils am 2. Freitag im Monat / Beilage 16 halbrheinische Seiten), Gesund Leben (donnerstags)

nd.DieWoche:
Politik, Kunst+Kritik (Feuilleton), Mikroskop (Wissenschaft), Metropole (Region Berlin-Brandenburg), Rätsel, TV, Reise, Begegnungen

Sonstige Beilagen:
OXI – Wirtschaft anders denken (monatlich, jeweils am 2. Samstag)
Literaturbeilagen (2x jährlich)
Regelmäßige Beilagen zu aktuellen Sonderthemen


Digitale Ausgabe:
nd-epaper

Digitales Archiv 1946 bis 1990
nd-Archiv

Facebook-Seite seit 2011

Instagram-Seite seit 2021

Twitter-Seite seit 2009

Youtube-Auftritt seit 2009

Gesellschafter:
100 Prozent nd.Genossenschaft eG (Vorstände Birthe Berghöfer, Ulrike Kumpe, Christof Meueler, Rouzbeh Taheri - geschäftsführend)

Verlagsleiter:
Rouzbeh Taheri

Redaktionsleitung:
Wolfgang Hübner (V.i.S.d.P.), Uwe Sattler, Regina Stötzel, Ines Wallrodt

Veranstaltungsreihe:
»nd im Club« seit 2006 monatlich im Verlagshaus am Franz-Mehring-Platz
»nd.Filmclub« seit 2012 monatlich in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Wolf-Gesellschaft, der DEFA-Stiftung und dem Kino TONI in Berlin