Fräulein Schmetterling

Nach dem Tod ihres Vaters sind die 17-jährige Helene Raupe und ihre kleine Schwester Asta Vollwaisen. Der Zigarettenladen des Vaters wird geschlossen, die kleine Asta der Vormundschaft ihrer Tante unterstellt. Helene, die davon träumt, Stewardess oder Mannequin zu werden, wird von den Behörden an verschiedene Arbeitsplätze vermittelt: als Verkäuferin am Fischstand der Berliner Markthalle und in einem Exquisitgeschäft, als Busschaffnerin und als Straßenbahnschaffnerin. Sie scheitert jedoch an den Erwartungshaltungen ihrer reglementierten Umwelt. Erst als sie es schafft, ihren Träumen Ausdruck zu verleihen, kann sie sich gegenüber den Bevormundungen der anderen behaupten.

»Fräulein Schmetterling« ist ein poetisches Gegenwartsmärchen über das Lebensgefühl junger Leute, eine Parabel über den Ausbruch aus Enge und Normalität und über den Traum vom Glück. Neben pantomimisch gestalteten Traum-Sequenzen sind authentische, dokumentarische Alltagsbilder aus dem Berlin der 1960er Jahre zu entdecken.
»Fräulein Schmetterling« wurde 1965/66 im Zuge des 11. Plenums verboten und nicht vollendet.
2002-2004 gab es einen ersten Versuch der Rekonstruktion von Seiten der DEFA-Stiftung und des Bundesarchivs. Da Töne fehlten bzw. unbrauchbar waren, konnte nur eine dokumentarische Montage der überlieferten Einstellungen nach dem Originaldrehbuch hergestellt werden. 2019/20 unternahm die DEFA-Stiftung mithilfe des Förderprogramms Filmerbe eine erneute Rekonstruktion. Entstanden ist der vorliegende endmontierte Film, der die Intention des Regisseurs Kurt Barthel widerspiegelt.

Preis: 13.00 Euro

  • Laufzeit: 65 Minuten
  • Produktionsjahr: 2021