nd-aktuell.de / 23.06.2017 / Wirtschaft und Umwelt / Seite 12

Bauern entzünden Mahnfeuer

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es immer mehr Wölfe

Steesow. Mit einem Mahnfeuer haben Bauern am Mittwoch auf die zunehmende Zahl von Wolfsattacken auf Weidetiere aufmerksam gemacht. Sie trafen sich dazu mit Tierhaltern aus Brandenburg in einem der am häufigsten von Wolfsangriffen betroffenen Regionen in Steesow im Kreis Ludwigslust-Parchim. Der Vizepräsident des Bauernverbandes MV, Manfred Leberecht, stellte vor etwa 150 Bauern ein Positionspapier der Weidetierhalter vor. Darin heißt es, der nationale und internationale Schutzstatus des Wolfes werde nicht in Frage gestellt. Jedoch dürfe die Präsenz des Wolfes nicht über das Sicherheitsbedürfnis von Mensch und Nutztieren gestellt werden. »Eine nachhaltige Akzeptanz des Wolfes kann nur durch eine stärkere Berücksichtigung der Interessen aller erreicht werden.«

Weidetiere seien in der offenen Landschaft kaum wolfssicher zu schützen. Weiden als wertvolle Bestandteile der Kulturlandschaft seien nur zukunftsfähig, wenn Tiere wie Rinder und Schafe dort gehalten werden können, heißt es. Die Unterzeichner fordern unter anderem eine Überarbeitung des Managementplanes und der Förderrichtlinie Wolf, finanziell abgesicherte und praxisnahe Schutzmaßnahmen und einen angemessenen Schadensausgleich.

Das Agrar- und Umweltministerium in Schwerin sagte den Bauern Unterstützung zu. Zum Umgang mit der wachsenden Zahl an Wölfen in mehreren Bundesländern forderte Staatssekretär Jürgen Buchwald jedoch »bundesweit abgestimmte Lösungen«. So sollte eine Populationsgröße definiert werden. Die Landschaft im Nordosten Deutschlands sei für Wölfe ein nahezu idealer Lebensraum. Daher müssten Maßnahmen festgelegt werden, um verschiedene Interessen in der Kulturlandschaft unter einen Hut zu bringen. Er bat Tierhalter darum, nicht generell Stimmung gegen den Wolf zu machen. »Die Gefahr für den Menschen ist erwiesenermaßen gering. Über Jahrzehnte sind keine Fälle aus Europa bekannt geworden, in denen ein Mensch von einem Wolf angegriffen wurde.« dpa/nd