Jeder ist verdächtig

»Criminal Minds« - wie Penelope Garcia von Edward Snowden entzaubert wurde

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Die totale Erfassung – keine Science Fiction, Realität seit Jahrzehnten, doch erst mit Snowdens Enthüllungen zu einem Politikum geraten. Jahrelang unbekümmert angeschaute Filme wie die US-Fernsehserie »Criminal Minds«, werden plötzlich mit anderen Augen gesehen. Die dort ungeniert offen bekundete Ausspähung, Abhörung und Vorratsdatenspeicherung werden nun als Ungeheuerlichkeit wahrgenommen.

Die schöne Penelope, eine spartanische Prinzessin, treue Ehefrau des Odysseus und liebevolle Mutter des Telemachos, hat sich - nach langer Abwesenheit des bei Troja kämpfenden und anschließend irrfahrenden Gatten - die sie bedrängenden Freier mit einer Notlüge vom Leibe und Kleide gehalten: Sie gab vor, erst das Totentuch für ihren Schwiegervater weben zu müssen, ehe sie sich auf deren Begehr einließe. Was sie am Tag webte, trennte sie jedoch des Nachts wieder auf - und kam so nie zu einem Ende. Bis man ihr auf die Schliche kam, durch Verrat.

Penelope Garcia sitzt Tag und Nacht vor dem Computer. Immer einsatz- und auskunftsbereit. Für das Federal Bureau of Investigation (FBI). Sie fischt im Netz, strickt Daten zusammen, hackt sich in staatliche und private Server. Die Finger sausen über die Tastatur, Enter, und in Sekundenschnelle hat sie die gesuchte Person erfasst, Name, Geburtsdatum, Adresse, Schul- und Berufsabschlüsse respekt...


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