Rote Ampeln als unverbindliche Empfehlung

Die Zahl der registrierten Rotlichtverstöße steigt drastisch, trotzdem sollen keine neuen Blitzer kommen

  • Nicolas Šustr
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Für Fußgänger und Radfahrer ist es lebensgefährlich, wenn Autofahrer mehr nach persönlichem Gusto als nach Regeln fahren.

Gut, dass die Mutter ihr Kind zurückgehalten hatte, als die Fußgängerampel auf Grün sprang. Wäre es nämlich losgerannt, wie kleine Kinder das gerne machen, läge es jetzt unter dem ansonsten unauffälligen Golf, der noch über die Kreuzung fuhr, als er es schon lange nicht mehr durfte. Eine Szene, die stadtweit, zumindest gefühlt, immer häufiger zu beobachten ist.

33 087 mal blitzten die berlinweit 19 stationären Blitzer im Jahr 2015 Rotfahrer, vermeldet der Verkehrssicherheitsbericht der Polizei. Das sind 13 Prozent Steigerung gegenüber 2014 und sogar 34 Prozent mehr als 2013. Noch deutlicher ist der Anstieg bei den sogenannten qualifizierten Verstößen, bei denen die Ampel schon mindestens eine Sekunde rot zeigt. Mit 6292 Fällen 2015 wurden 21 Prozent mehr als im Vorjahr und sogar 61 Prozent mehr als 2013 dokumentiert. Absolut vergleichbar sind die Jahreszahlen nicht, da im verga...


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