Der Thüringer und sein Geldvermögen

Selbstständige und Beamte im Durchschnitt ganz vorn

  • Von Sebastian Haak, Erfurt
  • Lesedauer: 2 Min.

In Thüringen verfügen die Haushalte von Selbstständigen und Beamten über deutlich mehr Geld als Haushalte, in denen Angestellte oder Arbeiter den Großteil des Einkommens verdienen. Das ergeben Erhebungen des Statistischen Landesamtes. Danach besitzen die Haushalte von Selbstständigen den jüngsten verfügbaren Daten zufolge im Durchschnitt ein Bruttogeldvermögen von etwa 65 400 Euro. Die Haushalte von Beamten kommen auf ein durchschnittliches Bruttogeldvermögen von etwa 64 300 Euro.

Nach Angaben der Statistiker ist damit tatsächlich nur Vermögen gemeint, das in Form von zum Beispiel Sparguthaben, Bausparguthaben oder Wertpapieren in den jeweiligen Haushalten vorhanden ist. Sachwerte wie Häuser oder Wohnungen sind nicht in diese Zahlen eingerechnet.

Die Haushalte von Angestellten kommen den offiziellen Zahlen nach nur auf ein durchschnittliches Bruttogeldvermögen von etwa 43 200 Euro. Bei Arbeitern liegt dieser Wert noch einmal deutlich darunter und damit in etwa auf dem Niveau eines Haushaltes von Rentnern: 32 200 Euro. Rentner können den Angaben nach im Durchschnitt über ein Bruttogeldvermögen in Höhe von etwa 31 100 Euro verfügen.

Die Zuordnung eines Haushaltstyps in das statistische Muster sei danach erfolgt, welchen beruflichen Status der Haupteinkommensbezieher hat, heißt es vom Landesamt. Das meint zum Beispiel: Leben in einem Haushalt ein Beamter und eine Angestellte, dann sprechen die Statistiker von einem Beamten-Haushalt - wenn der Mann mehr verdient als seine Frau. Verdient die Frau mehr als der Mann, würden die Statistiker diesen Haushalt als Angestellten-Haushalt betrachten.

Die Zahlen selbst stammen aus dem Jahr 2013 und sind für die sogenannte Einkommens- und Verbraucherstichprobe erhoben worden. Sie wurden dann über Monate hinweg ausgewertet und 2015 veröffentlicht. »Die so ermittelten Ergebnisse stehen stellvertretend für die rund 1,1 Millionen Thüringer Haushalte«, schreiben die Mitarbeiter des Landesamtes für Statistik in den Vorbemerkungen zu der Zahlenreihe. Als Beamte im Sinne der Statistik gelten demnach neben Bundes-, Landes-, und Kommunalbeamte unter anderem auch Richter, Soldaten und die Geistlichen der Kirchen.

Ob vor allem Beamte - auch angesichts ihres sicheren Arbeitsverhältnisses - möglicherweise zu viel Geld verdienen, ist eine seit Jahren umstrittene Frage. Unter anderem Vertreter des Thüringer Beamtenbundes haben solche Vorstellungen in der Vergangenheit immer wieder zurückgewiesen, zum Beispiel während der Verhandlungen über die Gehaltssteigerung für die Beamten des Freistaats im vergangenen Jahr. Beamte müssten auch Ausgaben etwa bei der Gesundheitsvorsorge tragen, die Angestellte und Arbeiter nicht hätten, hieß es beispielsweise.

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