Dem Demonstrationsverbot getrotzt

Polizeigewalt konnte Frauenbewegung in der Türkei zum 8. März nicht aufhalten

  • Von Ismail Küpeli
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Eigentlich skandalös, aber in der gegenwärtigen Türkei nicht weiter überraschend: In vielen Städten wurden Aktionen zum Weltfrauentag verboten - stattgefunden haben sie trotzdem.

Waren demonstrierende Frauen am Wochenende in Istanbul noch mit Gummigeschossen traktiert worden, konnten sie am Frauentag selbst trotz vorheriger Drohungen und Verbote weitgehend störungsfrei ihre Forderungen vorbringen.

Gern hat das die Staatsmacht nicht gesehen. Vielfach begründete sie Einschränkungen des Demonstrationsrechts mit nebulösen »Sicherheitsrisiken«. Der Regierungspartei angehörende Gouverneure hatten in der Vergangenheit so entschieden, zum Beispiel bei 1. Mai-Veranstaltungen. Doch die Frauenbewegung in der Türkei, eine der stärksten sozialen Bewegungen des Landes, hatte erklärt, die Demonstrationsverbote nicht zu akzeptieren.

Die ersten Demonstrationen fanden bereits am Samstag statt. Obwohl verboten, versammelten sich Hunderte Frauen in Ankara und Istanbul. In Istanbul versuchte die Polizei, die Demonstration gewaltsam aufzulösen und setzte hier neben Tränengas und Wasserwerfern auch Gummigeschosse ein. Mehre...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.

0
Beiträge gelesen

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und kaufe eine virtuelle Ausgabe des »nd«

0
Beiträge auf nd-aktuell gelesen

Hilf mit, die Seiten zu füllen!

Zahlungsmethode