Das Rad neu erfunden

Fünf Jahre nach der dreifachen Katastrophe: Wie der Sport Fukushima und der ganzen zerstörten Region Hoffnung gibt

  • Von Felix Lill, Fukushima-City
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Fünf Jahre nach Japans Tragödie aus Erdbeben, Tsunami und Reaktorkatastrophe blühen die zerstörten Gebiete auf. Wenn schon nicht wirtschaftlich, dann immerhin sportlich. Benefizrennen boomen.

Als Yuji Han zum ersten Mal nach Rikuzentakata kam, traute er seinen Augen nicht. Es war Ende März 2011, die Bilder kannte er aus dem Fernsehen. Aber die ungefilterte Wahrheit, umweht von kühler Luft, alleingelassen durch Totenstille, erschütterte ihn aufs Neue. Überschlagene Autos lagen verlassen da, Bäume umgekippt, Häuser in Grundrisse verwandelt. »Die Tage nach dem Beben und diesen Riesenwellen«, glaubt der Grafikdesigner und Hobbysportler aus Tokio, »kann ich nicht vergessen.« Nicht nur das, die spontane Reise, die er nach der Katastrophe gen Norden unternahm, hat ihn geprägt. Heute kennt man Yuji Han in der 20 000-Einwohnerstadt und ihrer Umgebung als regelmäßigen Gast und hohen Besucher.

»Jitensha no hito« nennen sie ihn im Norden, den Fahrradtypen. Denn Han, der Amateurradrennfahrer, sah in der Katastrophe, die allein in Rikuzentakata 2000 Tote forderte und 80 Prozent der Häuser zerstörte, eine Chance. Mit den einstigen Or...


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