Rassist oder verwirrter Einzeltäter?

Prozess um Mord an jungem Briten, der fremdenfeindliche Hintergründe haben könnte

  • Von Peter Kirschey
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Vor dem Berliner Landgericht hat am Montag der Prozess gegen den 63-jährigen Rolf Z. begonnen. Er soll am 20. September 2015 den 31-jährigen Briten Luke Holland auf offener Straße ermordet haben.

Ein älterer Herr hat auf der Anklagebank Platz genommen. Rolf Z., am 2. Februar 1953 in Berlin geboren, wohnhaft in Neukölln, »Staatsbürgerschaft deutsch«. Mehr will der hagere Angeklagte mit schlohweißer, langer Mähne und traurig dreinschauenden Augen nicht sagen.

Dafür kommt es zum Prozessauftakt zu einem ersten Schlagabtausch mit der Verteidigung. Die will Staatsanwalt Michael von Hagen wegen »Strafvereitelung im Amt« aus dem Gerichtssaal verbannen und fordert außerdem die Nichtverlesung der Anklage, da diese fehlerhaft sei und den Vorwurf der Heimtücke nicht belege. Beide Anliegen werden von der Kammer zurückgewiesen, die Anklage verlesen.

Demnach hat Rolf Z. am 20. September des vergangenen Jahres in den Morgenstunden gegen 5.45 Uhr auf den ahnungs- und wehrlosen Briten Luke Holland in der Ringbahnstraße in Neukölln mit einem Schrotgewehr geschossen, in der Absicht, ihn zu töten. Das Opfer erlag wenig später auf dem Weg ...


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