Türkei verpasst Spiegel-Korrespondent einen Maulkorb

Nachrichtenmagazin zieht Reporter ab / Ankara entzog Journalist die Akkreditierung / Weiterer Medienvertreter darf nicht mehr direkt aus der Türkei berichten

Kritische Journalisten sehen sich in der Türkei scharfen Repressionen ausgesetzt. Reporter ohne Grenzen fürchtet um die Pressefeiheit. Was zunächst nur türkische Medien betraf - hat nun auch Folgen für ausländische Medien.

Istanbul/Berlin. Das Nachrichtenmagazin »Der Spiegel« hat seinen Korrespondenten Hasnain Kazim aus der Türkei abgezogen und den dortigen Behörden Verstöße gegen die Pressefreiheit vorgeworfen. »Die Türkei hat mir die Akkreditierung als Korrespondent verweigert«, sagte Kazim der Deutschen Presse-Agentur. »Deswegen blieb mir letztlich keine Wahl, als dieses Land zu verlassen.« An die Presse-Akkreditierung für ausländische Journalisten ist auch die Aufenthaltsgenehmigung in der Türkei gekoppelt. Nach zweieinhalb Jahren in Istanbul wird der 41-Jährige nun von Wien aus berichten.

Kazim sagte, seinen Presseausweis für dieses Jahr habe er vor mehr als drei Monaten beantragt. Aus dem türkischen Presseamt hieß es am Donnerstag, der Antrag werde noch bearbeitet. Weder Kazim noch der »Spiegel« rechnen nach eigenen Angaben aber damit, dass er noch bewilligt wird. Anhänger der islamisch-konservativen AKP-Regierung werfen dem Nachri...


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