Wo AfD-Chefin Petry noch glitzern darf

Robert D. Meyer erklärt, warum sich Hochglanz-Klatschmagazine niemals an politischer Analyse versuchen sollten

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Neulich in der Redaktionskonferenz des Hochglanz-Klatschmagazins »Bunte«, fragt eine Kollegin in die Runde: »Lasst uns doch mal wieder etwas zum Zustand von Michael Schumacher bringen? Das ist eine sichere Bank.« Ruhe in der Runde, alle schweigen, bis ein Kollege einwirft: »Nee, da gibts nix Neues.« Wieder erfüllt Schweigen den Raum. Dann platzt es aus einer dritten Kollegin heraus: »Lasst uns doch mal etwas zu dieser Petry machen! So eine ganz intimes, persönliches Porträt!«

Ob bei der »Bunten« diese Gespräch tatsächlich stattfand, ist unbekannt. Nicht ausgedacht ist allerdings das Ergebnis: Die Burda-Postille für Adelstratsch, gescheiterte Popsternchen und Geschichten über uneheliche Promikinder versucht sich in ihrem aktuellen Heft in der Analyse der großen Politik. Um es gleich vorwegzunehmen: Klatschreportertum und Reflexion bilden ein Oxymoron.

Auf gleich drei Interviewseiten gehen die »Bunte«-Reporter Katrin Sachse und...


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