Hollande fordert die Gewerkschaften heraus

Weitere Streiks und Demonstrationen gegen die Aushebelung des Arbeitsrechts in Frankreich

  • Von Ralf Klingsieck, Paris
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die hohe Arbeitslosigkeit ist eines der drängendsten Probleme Frankreichs. Präsident Hollande reagiert ausgerechnet mit einer Reform, die das Arbeitsrecht flexibler machen soll - und stößt auf Widerstand.

Mit Streiks und Demonstrationen wollen die französischen Gewerkschaften sowie Schüler- und Studentenverbände an diesem Donnerstag ihre Ablehnung der geplanten Reform des Arbeitsrechts untermauern. Gegen das Projekt, das den Wünschen der Unternehmer nach weiterer Flexibilisierung und Liberalisierung des Arbeitsmarktes entgegenkommt, gibt es seit Wochen massive Proteste - nicht zuletzt vom linken Flügel der Regierungspartei Parti Socialiste.

Deswegen hat die Regierung an ihrem Projekt bereits Abstriche gemacht. Der aktuelle Text wird von ihr als Kompromiss bezeichnet, den man mit der reformistischen Gewerkschaft CFDT und dem Unternehmerverband Medef ausgehandelt hat. Doch der Kern der Reform bleibt unberührt. So werden die Kriterien für die Entlassung von Mitarbeitern aufgeweicht. Als Begründung soll bereits eine »verschlechterte wirtschaftliche Lage des Unternehmens« etwa durch einen Rückgang der Bestellungen ausreichen. Zudem kann...


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