Böhmermanns Verdienste

Erdogan-Gedicht

  • Jürgen Amendt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Als Künstler kann man sich seine Freunde nicht aussuchen. Das gilt gleichermaßen für die Prominenten der Showbranche wie für die, die mit intellektuellem Humor gesegnet sind. Spott- und Schmähgedichte über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan zu verfassen etwa, ist zum einen ein berechtigtes, der zunehmend diktatorischen Politik Erdoğans geschuldetes Unterfangen, zum anderen aber lässt man damit jene von der Leine, die sich wohlfeil an die Seite des Satiriker stellen, um ein wenig im Lichte seines Mutes sich selbst als widerständig stilisieren zu können.

Das bedauernswerte Opfer ist in diesem Fall der Moderator und Satiriker Jan Böhmermann. Sein »Schmähgedicht« auf Erdoğan hat ihm nicht nur eine Ermittlung der deutschen Staatsanwalt beschert, sondern auch das Lob des Springer-Chefs Mathias Döpfner eingebracht. Das Gedicht sei »ein Kunstwerk« ließ uns Döpfner in einem offenen Brief wissen. Er halte das Gedicht für ...


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