Waffe ist Kunst

Die Pistole, mit der Wolfgang Herrndorf sich erschoss, ist im Literaturarchiv Marbach gelandet

  • Martin Hatzius
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Wenn man so will, hat Wolfgang Herrndorf den Kampf gegen den Krebs nicht verloren, sondern gewonnen. Am 23. August 2013 richtete er den Revolver gegen das Glioblastom in seinem Schädel - und drückte ab. Der Gehirntumor, der sein Leben und Schreiben in den vorausgegangenen dreieinhalb Jahren in Geiselhaft genommen hatte, fiel dem Schuss zum Opfer. Herrndorf war damals, zum Zeitpunkt seines Todes, 48 Jahre alt.

Wie die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« in ihrer jüngsten Ausgabe berichtet, befindet sich jener Revolver, eine 375er Smith & Wesson, mittlerweile im Besitz des Literaturarchivs Marbach. Gelagert wird er in einem Tresor im Keller. Die Ausstellung des Objekts ist bis auf weiteres nicht vorgesehen, versichert Archivdirektor Ulrich Raulff, auch Fotos sollen nicht veröffentlicht werden. Dass Herrndorfs Suizidwerkzeug hier richtig aufgehoben ist, davon aber ist Raulff überzeugt: »Wenn eine Waffe derart eng mit dem Leben und der...


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