»Die Fische hungern«

Der Bodensee ist so sauber, dass es kaum noch Futter darin gibt - im bayerischen Landtag sucht man Auswegen

  • Carsten Hoefer, München
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die Wasserqualität des Bodensees wird immer besser. Was gut klingt, birgt aber ein Problem: Fische haben weniger Nährstoffe, die Bestände schrumpfen und mit ihnen die Zahl der Fischer. Doch was tun?

Umweltverschmutzung ist schlecht für Tiere und Pflanzen - das lernt jedes Schulkind. Deutschlands größter See zeigt seit Jahren das Gegenteil: Für Fische ist maßvolle Umweltverschmutzung nahrhaft. Der Bodensee aber ist so sauber geworden, dass die Fische in den vergangenen 30 Jahren nicht nur stark geschrumpft, sondern auch weniger geworden sind.

Die Erklärung des Phänomens: Die Ringkanalisation und effiziente Kläranlagen rund um den Bodensee verhindern, dass Fäkalien und landwirtschaftlicher Dünger in den See gelangen. Dünger und Fäkalien enthalten Phosphat - Nährstoff für Pflanzen am Land wie im Wasser. Algen ernähren Plankton, und Plankton nährt die bekannteste Delikatesse des Bodensees: die Felchen - lachsartige Fische mit Fettflosse. Resultat des niedrigen Phosphatgehalts im Wasser: Kleinere und weniger Felchen. Und auch die Zahl der Raubfische nimmt ab, wenn weniger Beute durch den See schwimmt.

Und noch eine Schuldige gibt es: die...


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